Würzburg

Blues Campaign: Nach 49 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne

Mehrere hundert Jahre Würzburger Rockgeschichte standen auf der Bühne des "Omnibus", um an die Szene der 60er- und 70er-Jahre zu erinnern. Eine Zeitreise in die Hippie-Ära.
Voll besetzt bis auf den letzten Platz war der "Omnibus" beim "Potlach"-Konzert im Omnibus am Samstagabend.  Foto: Johannes Kiefer

Vor zwei Jahren wurde im Live-Musikclub "Omnibus" in der Theaterstraße erstmals ein Konzert mit dem Titel "Potlach" veranstaltet. Damit wurde an einen Band-Proberaum in der Elefantengasse erinnert, der aber auch als Treffpunkt, Wohngemeinschaft und Übernachtungsmöglichkeit für durchreisende Musiker seit den späten 60er-Jahren einen legendären Ruf hat. Acht Würzburger Musiker aus jener  Zeit trafen sich 2017 erstmals zu einer öffentlichen Jam-Session im "Omnibus", bei der Neuauflage am vergangenen Wochenende waren es noch zwei mehr.

Während das Potlach längst Geschichte ist, ist der "Omnibus", in dem seit 1970 Live-Musik gespielt wird, immer noch lebendig und bietet mehrmals wöchentlich handgemachte Musik an. Voll bis auf den letzten Platz war der "Bus" bei "Potlach II", natürlich in der Mehrzahl von älteren Semestern, die die Musiker auf der Bühne noch von ihren damaligen Bands her kannten: Blues Campaign, Missus Beastley, Embryo, Aera oder Ton Steine Scherben und viele andere - das waren damals angesagte Gruppen, die sich vom Dreiminuten-Hitsingleformat verabschiedeten und sich nicht selten langen Improvisationen widmeten. Das war - in der retrospektiven Sicht - nicht immer schön und gut, aber eben total angesagt.

Die beteiligten Musiker und ihre Bands

Aus den jungen Musikern von damals sind inzwischen ältere Herrschaften mit großer musikalischer Erfahrung geworden, die zum Teil eine veritable Karriere hingelegt haben. Bei "Potlach II" waren dabei: Roman Bunka, Gitarre (Blues Campaign, Missus Beastly, Embryo), Art Zen, Gitarre (Missus Beastly, Embryo); Alex Grünwald, Keyboards (Elastic Rock Band, Münchner Freiheit); Jürgen Benz, Saxophon und Flöte (Blues Campaign, Missus Beastly, Munju); Norbert Dömling, Bass (Blues Campaign, Missus Beastly); Georg Kolb, Bass (Siddhartha, Elastic Rock Band, Aera, Venice); Klaus "Funky" Götzner, Percussion (Blues Campaign, Missus Beastly, Ton Steine Scherben); Lutz Oldemeier, Schlagzeug (Missus Beastly, Aera); Bidi Setz, Schlagzeug Aera, Embryo) und Pete Winter, Percussion (Majon, Banana Groove Band). Als "special guest" war der Würzburger Keyboarder Burkard Schmidl dabei. Organisiert hat das Zusammentreffen Georg Kolb.

Ein Wiedersehen mit Blues Campaign

Ihre zwei jeweils etwa einstündigen Sets bestritten sie mit längeren Improvisationen, bei denen alle Beteiligten ausführlich Gelegenheit hatten, ihr musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Und da, wie man im Fußball sagen würde, fast alle Positionen doppelt besetzt waren, war genügend Zeit und Raum für alle zum Solieren. Das Publikum hatte seine Freude daran und auch den Musikern auf der Bühne war der Spaß anzumerken, den sie dabei hatten mal wieder miteinander zu spielen.  

Und es gab auch noch eine außergewöhnliche Reunion: Denn die vier ehemaligen Mitglieder der legendären Blues Campaign (Klaus Götzner, Jürgen Benz, Norbert Dömling und Roman Bunka) traten erstmals nach 49 Jahren wieder gemeinsam auf. Auch wenn's nur ein kurzes Intermezzo an diesem Abend war, war's doch für manch einen ein denkwürdiger Moment. Von denen gab es einige, denn nicht nur unter den Musikern herrschte große Wiedersehensfreude, auch im Publikum trafen sich viele nach langer Zeit erstmals wieder und tauschten allerlei Erinnerungen aus.

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