WÜRZBURG

Blumenhaus Nagengast feiert 150-jähriges Bestehen

150 Jahre Blumenhaus Nagengast: Inhaberin seit 2009 Karin Neyderek (Mitte) mit Vorbesitzerin Erika Fröhlich (links) und ihren Mitarbeiterinnen Sarah Schuster, Natalie Melber und Sabrina Beck (von links). Foto: H. Kriener

Sein 150-jähriges Bestehen feierte beim Würzburger Stadtfest das Blumenhaus Nagengast in der Plattnerstraße. Es gehört damit zu den ältesten Einzelhandelsgeschäfte in Würzburg. Karin Neyderek, die 2009 den Blumenladen von Erika Fröhlich übernommen hatte, überraschte ihre Kunden mit Geburtstagstorten, die kunstvoll aus Blumen und Beeren gesteckt wurden. Von der Industrie- und Handelskammer gab es zum Geburtstag eine Ehrenurkunde.

Von Johann Nagengast gegründet

Firmengründer Johann Nagengast war als Gärtnergehilfe 1853 nach Würzburg gekommen, wo er 1868 einen eigenen Betrieb als Blumen - und Topfpflanzengärtnerei mit Blumenbinderei eröffnete. Nach seinem Tod übernahm der ältere Sohn Ernst Nagengast das Geschäft, der zwei Jahre später einen Blumenladen am Kürschnerhof aufmachte.

Die Gärtnerei zog zu dieser Zeit vom Maingässchen in die Friedrich-Spee-Straße. Beim Abbruch des alten Landgerichtsgebäudes wurde der Blumenladen vom Kürschnerhof in den Pavillon auf dem Neumünsterplatz verlegt, die sogenannte „Blumeninsel“.

1927 zog die „Blumeninsel“ in das Sparkassengebäude (heute Kilianshaus mit Café am Dom“ um, in dem das Geschäft noch lange Jahre weiter betrieben wurde.

1910 war dem Sohn des Firmengründers eine große Ehre zuteilgeworden, als er zum Bayerischen Hoflieferanten ernannt wurde. 1927 erhielt er den Titel Ökonomierat. 1940 starb Ernst Nagengast, und seine Frau Margarete führten den Betrieb weiter. 1945 wurde das Blumengeschäft völlig zerstört. Mit Tatkraft ging Margarete Nagengast an den Aufbau ihres Blumengeschäftes in der Plattnerstraße. Nach ihrem Tod 1964 übernahmen ihr Sohn Ernst und seine Frau Lucie die Firma und führten sie bis 1981. Dann übernahm die gelernte Floristin Erika Fröhlich das Geschäft, in dem sie heute noch mitarbeitet.

Die heutige Inhaberin Karin Neyderek legt großen Wert darauf, so weit wie möglich Pflanzen aus der Region oder zumindest aus Deutschland zu vertreiben, um so die heimischen Gärtner zu unterstützen.

Historische Rose

Zum Geburtstag hat nun die Baumschule Hornung in Estenfeld eine besonders duftende historische Rose geliefert, deren Züchtung aus dem Gründungsjahr des Blumenhauses stammt. Das Blumenhaus, das der Gruppe Fleurop angeschlossen ist, bietet so gut wie alles an, was für den Innen- und Außenbereich an Pflanzen angeboten wird, dazu ein großes Angebot an Schnittblumen und auch Ausgefallenes wie die Jeansnelke.

Bei den Blumengebinden mit den Themen „Geburt“ bis „Tod“ gibt es traditionell oder modern alles, was rund um die Blume machbar ist, so die Floristin.

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