Zellerau

Blutkrebs: Hunderte wollen Astrid G. helfen

Über 700 Menschen waren es am Sonntag gegen 14 Uhr, die sich am Stand der DKMS auf dem Africa Festival hatten typisieren lassen. Und die Aktion geht am Sonntag weiter.
Freundinnen und Freunde der Deutsch-Nigerianerin Astrid G. suchen am Samstag auf dem Africa Festival in Würzburg mit einer großen Typisierungsaktion einen Stammzellenspender. Die zweifache Mutter ist an einer sehr aggressiven Form der Leukämie erkrankt.
Freundinnen und Freunde der Deutsch-Nigerianerin Astrid G. suchen am Samstag auf dem Africa Festival in Würzburg mit einer großen Typisierungsaktion einen Stammzellenspender. Die zweifache Mutter ist an einer sehr aggressiven Form der Leukämie erkrankt. Foto: Daniel Peter

Kaum war die an Blutkrebs erkrankte Astrid G. am gemeinsamen Zelt der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) und des Freundeskreises Astrid G. zusammen mit ihrem Mann Florian erschienen, waren auch die Kameras nicht weit. Mehrere überregionale Sender wollen in aktuellen Programmen über die Aktion berichten.

Seit Donnerstag suchen 35 Mitglieder aus dem Freundeskreis Astrid G., einer privaten Initiative, mit Unterstützung der DKMS nach einem geeigneten Spender für die 42-Jährige, die früher in Würzburg gelebt hat und jetzt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der Nähe von Frankfurt wohnt. 

Es ist schwierig, für Astrid G. einen geeigneten Spender zu finden

Wie bereits berichtet, hatte Astrid G. im September vergangenen Jahres die Diagnose Blutkrebs erhalten. Das Problem: Astrid G. ist Deutsch-Nigerianerin, aufgrund der ethnischen Zusammensetzung ist ein genetischer Zwilling äußerst schwer zu finden. Es geht, wie ebenfalls bereits berichtet, um die so genannten HLA-Merkmale, die zur Hälfte von Vater und Mutter vererbt werden. Diese Gewebemerkmale sollten für eine erfolgreiche Transplantation so gut wie möglich übereinstimmen. Die Suche nach einem Spender ist nur innerhalb der Personengruppe erfolgversprechend, die einen vergleichbaren Gen-Mix besitzt. In Astrid G.'s Fall wären also besonders Spender mit deutsch-nigerianischen Eltern gefragt, ihr Vater stammte aus der Ethnie der Igbo. Aber auch andere westafrikanische Herkunftsländer eines Elternteils würden die Wahrscheinlichkeit erhöhen.

So waren ihre Würzburger Freunde auf die Idee gekommen, auf dem 31. Internationalen Africa Festival, das noch bis zum Sonntag auf den Mainwiesen unterhalb der Talavera stattfindet, nach geeigneten Spendern zu suchen. "Wir sind begeistert", zog Alexander Dees vom Freundeskreis am Samstagnachmittag eine Zwischenbilanz. "Zum einen wegen der tollen Atmosphäre und der Unterstützung durch das gesamte Festival, vom Chef bis zur Security, und vor allem aber über die große Resonanz", betonte er.

Es sind sehr viele Menschen mit europäisch-afrikanischen Wurzeln

Was ihn besonders freut: "Es sind sehr viele Menschen mit europäisch-afrikanischen Wurzeln darunter und auch viele Afrikaner, die hier spontan von der Aktion erfahren haben und sich typisieren lassen." Mit europäischer Herkunft liegt die Chance, für einen erkrankten Menschen einen geeigneten Spender zu finden, bei 90 Prozent, bei einer afrikanischen Herkunft liegt sie noch immer unter 20 Prozent. Auch das soll diese Aktion verbessern helfen.

Astrid G. selbst ist begeistert, über soviel Hilfsbereitschaft. "Derzeit geht es mir soweit gut, ich werde ja ambulant behandelt", sagt sie. "Ich finde es Wahnsinn, welche Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft vorhanden ist und mit welchem Engagement Menschen hierher kommen und helfen wollen und inzwischen auch anderswo auf Africa Festivals solche Typisierungsaktionen auf die Beine stellen."

Aktion läuft auch am Sonntag weiter

Die Typisierungsaktion auf dem Würzburger Festival läuft an diesem Samstag noch bis 20 Uhr und am Sonntag noch einmal von 13 bis 18 Uhr am DKMS-Zelt neben der Bambushalle.

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