Würzburg

Blutkrebs: Wie das Africa Festival Astrid G. helfen will

Seit September lebt die frühere Würzburgerin Astrid G. mit der Diagnose Blutkrebs. Auf dem Africa Festival werden Stammzellspender mit afrikanischen Wurzeln gesucht.
Astrid G. nach ihrer Blutkrebs-Diagnose in der Klinik - mit einem zentralen Venenzugang am Hals.
Astrid G. nach ihrer Blutkrebs-Diagnose in der Klinik - mit einem zentralen Venenzugang am Hals. Foto: Isabell Martens

Der Kampf geht weiter. Mit einer großen Typisierungsaktion während des 31. Africa Festivals  wollen die gemeinnützige DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zusammen mit Freunden der an Blutkrebs erkrankten Astrid G. endlich einen Stammzellspender für die zweifache Mutter finden. Wie bereits berichtet, hatte die frühere Würzburgerin, die inzwischen in der Nähe von Frankfurt lebt, im September vergangenen Jahres die Diagnose Blutkrebs erhalten. Das Festival findet vom 30. Mai bis 2. Juni auf den Mainwiesen unterhalb der Talavera statt.

Seit Dezember vorigen Jahres wird nach einem Spender gesucht

Das Problem: Astrid G. ist Deutsch-Nigerianerin, aufgrund der ethnischen Zusammensetzung ist ein genetischer Zwilling äußerst schwer zu finden. Es geht, wie ebenfalls bereits berichtet, um die so genannten HLA-Merkmale, die zur Hälfte von Vater und Mutter vererbt werden. Diese Gewebemerkmale sollten für eine erfolgreiche Transplantation so gut wie möglich übereinstimmen. Die Suche nach einem Spender ist nur innerhalb der Personengruppe erfolgversprechend, die einen vergleichbaren Gen-Mix besitzt. In Astrid G.'s Fall wären also besonders Spender mit deutsch-nigerianischen Eltern gefragt, ihr Vater stammte aus der Ethnie der Igbo. Aber auch andere westafrikanische Herkunftsländer eines Elternteils würden die Wahrscheinlichkeit erhöhen.

Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Astrid und Florian G. mit ihren beiden KIndern.
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Astrid und Florian G. mit ihren beiden KIndern. Foto: Daniel Baldus

Seit Dezember vorigen Jahres wird nach einem Spender gesucht, bislang erfolglos. "Wir haben weltweit neun Millionen registrierte Spender in der Kartei", berichtete Miriam Hernandez Blazquez von der DKMS bei einem Pressegespräch in Vorfeld des Festivals. "Der ,Fall Astrid' zeigt, dass es ethnische Herkünfte gibt, die noch nicht so oft vertreten sind. Das Africa Festival bietet die Chance, das zu verbessern." Wegen der hohen Anzahl von Besuchern mit afrikanischen Wurzeln soll jetzt  mit einer großen Typisierungsaktion auf dem Africa Festival ein Spender gefunden werden. 

Potentielle Spender dürfen zwischen 17 und 55 Jahre alt sein

Potentielle Spender dürfen zwischen  17 und 55 Jahre alt sein, einen Bodymassindex von 40 nicht überschreiten und keine Erkrankungen haben, die die dauerhafte Einnahme vom Medikamenten nötig machen. Die Typisierung erfolgt mittels dreier Wattestäbchen, mit den Speichel aus der Mundschleimhaut aufgenommen wird. "Das genügt heutzutage für die Untersuchung, da ist kein Pieksen mehr nötig", erläuterte Hernandez Blazquez.

Für Astrid G. war die Suche nach der lebensrettenden Spende noch erfolglos

Alexander Dees aus dem Freundeskreis der Erkrankten, der die Zusammenarbeit mit der DKMS koordiniert, berichtete von der vergeblichen Suche nach einem Spender in ihrer Verwandschaft. "Mit europäischer Herkunft liegt die Chance, einen geeigneten Spender zu finden, bei 90 Prozent, bei einer afrikanischen Herkunft liegt sie noch unter 20 Prozent", berichtete er. So hätten seit Dezember auch alle ihre Mitpatienten im Krankenhaus einen Spender gefunden, nur für Astrid G. war die Suche nach der lebensrettenden Spende noch erfolglos.

Die kostenlose Typisierungsaktion auf dem Festivalgelände ist am Samstag, 1. Juni, von 11 bis 20 Uhr an einem Stand rechts neben dem Havana-Club. Informationen gibt es dort in Deutsch und Englisch, ein Mitglied des Freundeskreises von Astrig G., der selbst transplantiert ist, wird dort sein und von seinen Erfahrungen berichten.

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