Zell

Blutspenden als kaum wahrgenommenes Engagement

Auszeichung für vielfältiges und jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in Zell (von links): Stefan Golla, Karin Stumpf, Thomas Hetterich und Bürgermeisterin Anita Feuerbach. Foto: Jörg Rieger

Kleinkinder und Jugendliche waren das große Thema beim diesjährigen Neujahrsempfang des Marktes Zell. Die drei zum Schluss geehrten Personen sind hingegen schon im hohen Erwachsenenalter. Doch auch sie waren noch sehr jung, als sie vor Jahrzehnten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in Zell begonnen hatten.

Die Rede ist von Karin Stumpf, Stefan Golla und Thomas Hetterich. Seit rund 60 Jahren ist Stumpf als Trainerin bei der Turngemeinde Zell aktiv. "Mit 17 Jahren führte sie das Mutter-Kind-Turnen ein", sagte Bürgermeisterin Anita Feuerbach, die insgesamt 2500 gehaltene Sportstunden gezählt hat. "Und dabei habe ich die Ferien noch rausgerechnet." Feuerbach betonte auch, dass Stumpf selbst auf die obligatorische Übungsleiterpauschale stets verzichtete.

125 Mal Blut gespendet

Ähnlich jung wie Stumpf war auch Stefan Golla, als er sich um 1990 als Betreuer für das TG-Zeltlager anbot. "Mit 18 wurde er Schriftführer der TG Zell – und ist es auch noch nach 30 Jahren", unterstrich Feuerbach. Einige Jahre später hat sich Golla zudem der TG-Karnevalsgesellschaft angeschlossen und ist seit 2007 deren Sitzungspräsident. Für sein Engagement erhielt Golla 2018 den Till von Franken, die höchste Auszeichnung des Fastnachts-Verbandes. Daneben hilft er auch vielen örtlichen Vereinen mit seinem Faible für grafische Gestaltungen.

Schließlich wurde Thomas Hetterich ausgezeichnet. "Er ist an so vielen verschiedenen Stellen aktiv, dass sein Wirken auf den ersten Blick nicht so offensichtlich ist. Doch irgendwann realisiert man die Summe seiner Leistungen", sagte Feuerbach. Besonders betonte die Zeller Bürgermeisterin Hetterichs mittlerweile 125-maliges Blutspenden. "Das ist ein kaum wahrgenommenes Engagement."

Verlass auf den Organisten

Auch Hetterich begann bereits in jungen Jahren als Ministrant mit seinem ehrenamtlichen Wirken. Die katholische Pfarrgemeinde verlässt sich bis zum heutigen Tag auf den Organisten. So begleitete er am Neujahrsempfang auch die Vorstellung der Sternsinger musikalisch. Daneben ist Hetterich noch Marktgemeinderat und Schatzmeister der CSU-Ortsgruppe.

Gespannt hatten die Gäste vor den Ehrungen dem Vortrag von Gunter Adams gelauscht. Der Pädagogikprofessor ist Leiter der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Würzburg. Die Einrichtung betreibt künftig die derzeit entstehende Zeller Kindertagesstätte "Am Eli".

"Zu einer Kita müssen die Eltern vertrauen haben. Denn sie vertrauen ihr das Wichtigste an", sagte Adams, für den flexible Öffnungszeiten und ein stressfreies Miteinander unabdingbar sind. "Bevor Eltern von der Arbeit zur Kita hetzen und womöglich noch einen Unfall verursachen, sollen sie besser zu spät kommen."

Kita mit viel Platz

Darüber hinaus referierte Adams, der auch einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt hat, über das gesunde Aufwachsen kleiner Kinder. Mit launigen Worten sprach sich Adams für regelmäßiges Spielen im Freien aus – und zwar "möglichst lange". Spielen sei gesund. Wenn Kinder spielten, tun sie genau das, was sie für eine positive Entwicklung brauchen. Spielen trainiert das Gehirn mehr als Schule." Auch in den Kita-Küchen sollten sie viel bei der Essenszubereitung mithelfen dürfen. Adams wies daraufhin, dass die neue Kita "Am Eli" viel Platz habe, gerade auch im Außenbereich. Sie ist eines der Bauprojekte, die Bürgermeisterin Feuerbach zuvor in ihrer Rede aufgezählt hatte.

In diesen Tagen hat zudem der Schulhausanbau an der Grundschule begonnen. Auch mit der Sanierung der Feuerwehr soll es dieses Jahr losgehen. Nach dem offiziellen Teil gab es auf dem gut besuchten Neujahrsempfang noch ein geselliges Beisammensein bei Pizza und Wein.

"Spielen trainiert das Gehirn mehr als jede Schule." Gunter Adams, Leiter der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Würzburg, referiert auf dem Zeller Neujahrsempfang über das gesunde Aufwachsen kleiner Kinder. Foto: Jörg Rieger

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