Würzburg

Böller- und Glasverbot in der Silvester-Sicherheitszone

Alle Jahre wieder: Wie seit dem Jahreswechsel 2003/2004 gilt in der Silvesternacht in der Domstraße, rund um den Vierröhrenbrunnen und auf der Alten Mainbrücke ein striktes Verbot von Feuerwerkskörpern und Glasflaschen. Ab 22 Uhr gibt es an allen Zugängen zur abgesperrten Zone Taschenkontrollen – mit Böllern oder Glasflaschen kommt niemand hinein.

Eingeführt wurde die Sicherheitszone, nachdem im Jahr davor alleine in der Domstraße 35 Rettungseinsätze gezählt wurden – unter anderem deshalb, weil Feuerwerkskörper auf Menschen geworfen und abgefeuert wurden. "Wir laden alle Bürger ein, friedlich mit uns zu feiern und ins neue Jahr zu starten", betonte Kommunal- und Umweltreferent Wolfgang Kleiner bei der traditionellen Pressekonferenz der Stadt zum Jahresende.

Er ging dabei auch auf die aktuelle Diskussion um ein Böllerverbot ein. Der 1. Januar ist jedes Jahr der Tag mit den höchsten Feinstaubwerten, am deutlichsten messbar zwischen Mitternacht und 1 Uhr. Zwar gebe es keine gesetzliche Grundlage für ein flächendeckendes Verbot durch die Stadt, aber "die Diskussion wird zurecht geführt. Böllerverbotszonen sind ein Beitrag zum Umweltschutz", sagt Kleiner: "Jeder sollte sich genau überlegen, ob er das Geld für Feuerwerkskörper nicht lieber spart oder an eine caritative Einrichtung spendet."

An den Zugängen der Sicherheitszone kontrollieren 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes, unterstützt von der Bereitschaftspolizei und der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt. "Ich gehe davon aus, dass es wieder eine vernünftige und ruhige Feier wird", so deren Einsatzleiter Sven Zimmermann: Wir werden personell sehr gut bis hervorragend aufgestellt sein. Viele Kollegen melden sich freiwillig für den Einsatz in der Silvesternacht."

Um Glasflaschen und Feuerwerkskörper zu entsorgen, stehen an den Zugängen 40 Müllbehälter, zum Umfüllen von Getränken hält die Stadt 3000 Becher bereit. Ab 22 Uhr wird die Straßenbahn-Haltestelle am Rathaus nicht mehr angefahren, von 23.15 Uhr bis etwa 1 Uhr fährt keine Straba durch den Sicherheitsbereich.

Gegen Mitternacht wird auch die Löwenbrücke für den Verkehr gesperrt, bis 1 Uhr soll die Sperrung wieder aufgehoben und Fahrbahn und Straßenbahnschienen von Müll und Glasscherben befreit sein. Auf dem Main sind ober- und unterhalb der Alten Mainbrücke Rettungsboote von DLRG und Wasserwacht im Einsatz.

Um die historischen Gebäude vor Schäden durch Feuerwerkskörper zu schützen, wird das Käppele samt Vorplatz bereits ab 16 Uhr gesperrt. Auch der Residenzplatz und die Festung Marienberg sind in der Silvesternacht wie immer nicht zugänglich. Uwe Zimmermann weist daraufhin, dass in vielen engen Straßen und Gassen der Stadt aufgrund der aktuellen Gesetzeslage ein faktisches Feuerwerksverbot besteht: "Man muss mindestens acht Meter Abstand zu allen Gebäuden einhalten", so der Leiter des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste. Außerdem ist die Verwendung von Pyrotechnik im Umfeld von Krankenhäusern, Kirchen und Altenheimen untersagt.

Die Rettungsdienste erwarten laut Paul Justice vom Bayerischen Roten Kreuz wie immer die "mit Abstand einsatzstärkste Nacht des Jahres". Johanniter, Malteser und BRK appellieren an alle Feiernden, Glasbruch zu vermeiden und leere Flaschen in die Mülleimer zu werfen: "Jedes Jahr bleibt mindestens ein Rettungsfahrzeug wegen Scherben auf der Strecke", so Justice. In Stadt und Landkreis werden zehn Fahrzeuge und drei Notärzte im Einsatz sein, weitere Kräfte sind in Rufbereitschaft.

Ab vier Uhr früh rücken dann die Stadtreiniger mit 40 Personen, zwölf Kehrmaschinen, einem Radlader und einem Müllfahrzeug an, um die Hinterlassenschaften der Straßenparty zu entfernen. Unterstützt werden sie dabei wieder von 25 freiwilligen Helfern der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde. "Bis die Bürger aufstehen, haben wir die Innenstadt vom Gröbsten befreit", verspricht Franz-Josef Hein, stellvertretender Abteilungsleiter für Straßenreinigung.

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