Würzburg

Bonpflicht: So reagiert das Netz auf das neue Kassengesetz

Die Bonpflicht hat im Internet einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Wir präsentieren die kuriosesten Reaktionen auf das neue Gesetz.
Die Bonpflicht hat online und offline für einen Aufschrei gesorgt. Im Bild eine Kitzinger Kassiererin mit einem gigantischen Zettelberg. Foto: Diana Fuchs

Die einen sind wütend, die anderen können es noch gar nicht so wirklich fassen. Wieder andere machen das Beste aus der Situation und reagieren mit Humor: Die Bonpflicht hat das Internet zeitweise in den Ausnahmezustand versetzt.

Seit 1. Januar dieses Jahres müssen Einzelhändler und Gastronomen bei jedem Verkauf einen Kassenbon ausdrucken. Damit will die Bundesregierung Steuerbetrug durch manipulierte Ladenkassen eindämmen.

Doch vor allem bei Gastronomen kommt die neue Regelung alles andere als positiv an - so auch in Unterfranken. Wir stellen die besten Online-Reaktionen vor.

Säckeweise Papiermüll

Zwei 25kg-Mehlsäcke voller Papiermüll hat eine sächsische Bäckerei an nur einem Tag gesammelt. Auf Instagram schreibt die Bäckerei dazu: "Wem die Natur auch am Herzen liegt, nehmt Eure Kassenbons mit nach Hause und schickt sie an das Finanzamt oder ans Finanzministerium nach Berlin und bittet um Entsorgung, denn Thermopapier ist rein rechtlich gesehen SONDERMÜLL!!!"

Papierberge im Bundeswirtschaftsministerium 

Von der Papierflut ist auch das Bundeswirtschaftsministerium nicht verschon geblieben. In der hauseigenen Kantine häufen sich die  Belege. Ministeriumssprecherin Tanja Alemany schreibt dazu auf Twitter: "#Bonpflicht-Wahnsinn führt zu Papierbergen in der Kantine des des Wirtschaftsministeriums."

Papierflut im Deutschen Bundestag

Auch die Kantine des Deutschen Bundestages kann sich vor der fast schon biblischen Papierflut nicht retten. Die Papiermassen überschwemmen dort die Kasse und lassen kaum Platz frei. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpresident des Landes Nordrhein-Westfalen, twittert dazu: "Die Bon-Kasse in der Kantine des Deutschen Bundestages. Gibts noch Fragen?"

Ein Beleg des Brots mit Schinken, ein Beleg des Brots mit Ei

Die passende Hymne für die Belegflut hat der Cartoonist "Gymmick" auf Instagram visualisiert. Angelehnt an die Mitgröhlhymne "Eisgekühlter Bommerlunder", mit der schon die Band "Die Toten Hosen" über belegte Brote sang, präsentiert der Cartoonist jeweils einen Beleg des Brots mit Schinken und einen des Brots mit Ei.

Belegte Brötchen mit "verschiedenen Belegen"

Internetphänomene entwickeln oft ein Eigenleben und verselbstständigen sich irgendwann. Während sich in diesem Fall die einen noch online ärgern, sehen die anderen schon überall Belege und nehmens mit Humor. Die Wortspiele kommen dann schnell von ganz alleine, wie der User "chbarra" auf Twitter beweist. 

Nein das ist wirklich kein Mülleimer!

Am Ende bringt es ja doch nichts, sich ewig im Internet zu ärgern. "Der Pub hat schon mal mitgedacht", berichtet Twitter-Userin "Die Elfte". Hoffen wir mal für die Pubbetreiber, dass die Leute dort keinen Restmüll reinwerfen, irgendwer muss das ja vielleicht am Ende irgendwo einsortieren.

Macht sich als Deko doch eigentlich ganz gut

Dass es auch kreative Wege gibt, mit der Bonpflicht umzugehen, kann Twitter-User "Marcus W. Mosen" aus erster Hand berichten. Ein Café hat aus der Not eine Tugend gemacht und eine Schüssel mit Bons als Dekoration neben eine Vase gestellt. Da könnte man sich eigentlich dran gewöhnen.

Ein Paradis für Origami-Fans

Der Instagrammerin "ems_baems" war in der Kneipe wohl langweilig. Sie hat sich die Zeit anscheinend damit vertrieben, aus den rumliegenden Bons Himmel-und-Hölle-Spiele zu falten. Sie schreibt dazu: "#bonpflicht Spaß Spaß Spaß". Kreativ, aber mussten es wirklich gleich so viele sein?

Die Mumie schlägt zurück

Auch Instagrammer "adkarnebogen" nimmt das neue Kassengesetz mit Humor. Er hat eine Person vor einer Bäckerei gezeichnet, die sich selber mit den liegengebliebenen Bons des Tages mumifiziert. Darunter steht: "Bäckerei beim Entsorgen von Bons"

Bon-Angriff aufs Finanzamt

"Keine Ahnung wer das war, aber ich feier ihn hart", schreibt Twitter-User "Kirkland-Meeseeks". Auf seinem geposteten Foto ist der Briefkasten des Finanzamts Alsfeld-Lauterbach zu sehen, in den irgendjemand zahlreiche Bons gestopft hat. Man darf davon ausgehen, dass das Finanzamt die Botschaft verstanden hat.

Ohmann...

"Wer von Euch war das?", fragt Twitter-User Stephan Ebmeyer amüsiert bei Twitter. Dazu ein Screenshot einer Schlagzeile eines Mannes, der nach einem Bordell-Besuch offenbar auf einen Kassenbon bestanden hat. Was soll man dazu noch sagen?

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