WÜRZBURG

Botschafter fränkischen Brauchtums

Ausstellung
Georg Götz. Foto: Schwarzott

(rtg/mr) Er hat die Brauchtums-Szene in Würzburg geprägt wie kaum ein anderer: Georg Götz, der Gründer des Main-Franken-Kreises, feiert an diesem Montag seinen 80. Geburtstag. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet.

Georg Götz wuchs in Grombühl auf. Über die Zerstörung Würzburgs, die er zwei Tage nach seinem neunten Geburtstag erlebte, und die Flucht nach Rimpar hat Götz im Main-Post-Buch „Meine Jugend in Würzburg“ ausführlich berichtet. Götz erinnert sich beispielsweise, dass bei ihm 1946 in der Schule Läuse festgestellt wurden, damals wirklich keine Seltenheit. In der Entlausungsanstalt am ehemaligen Gaswerk in Grombühl wurde er von dem Ungeziefer wieder befreit.

Erst 1956 konnte er mit der Mutter aus Rimpar zurück in die Petrinistraße ziehen. Inzwischen absolvierte der gelernte Maurer eine Ausbildung zum Bautechniker.

Nach der Heirat mit Theresia Eules (1962) kamen 1963 und 1966 die Töchter Jutta und Petra zur Welt, die ihm fünf Enkel schenkten. Seit 1975 arbeitete Georg Götz im städtischen Hochbauamt, 1982 wechselte er in die Bauaufsicht. Im April 1999 ging er in den Ruhestand.

Götz ist schon immer ein aktiver Mann gewesen. Von 1955 bis 1999 sang er im Domchor, dessen Ehrenmitglied er ist. Gut erinnert sich Götz noch an die erste Reise mit dem Domchor 1966 in die französische Partnerstadt Caen. 1966 bis 1981 sang Götz im Extrachor des damaligen Stadttheaters. Er wirkte von 1956 bis 1966 in der Laienspielgruppe der Kolpingfamilie mit, ist unter anderem Mitglied im Bund deutscher Karneval, in der Weinbruderschaft, im Verschönerungsverein und der Arbeitsgemeinschaft Unterfränkischer Volksmusik.

Im Vorstand des Vereins Stein-Wein-Pfad gab Götz wertvolle Impulse zur Erneuerung dieses Info-Weges durch Würzburgs berühmteste Weinlage.

Untrennbar verbunden ist der Name Georg Götz mit dem Main-Franken-Kreis, den er 1968 gründete und bis heute führt. Der Kreis veranstaltet unter anderem Führungen durch den Alten Kranen, Lichtbildervorträge zu kulturellen Themen, Kunstfahrten und Konzerte, Mundartlesungen und Weinproben, Festzüge und Wanderungen. Vielfach brachte Götz fränkische Folkloreprogramme in Würzburgs Partnerstädte.

Besonders wichtig ist Georg Götz die Hilfe für notleidende Christen im Heiligen Land, denen er die Spenden überbringt, die vor allem beim Dreikönigsritt gesammelt werden.

Georg Götz ist Träger des Bronzenen (1973) und des Goldenen (1988) Stadtsiegels, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1984), der Silbernen Nadel der Fischerzunft (1985), der Bruno-Medaille der Diözese (1996), der Georg-Sittig-Medaille der SPD (2003) und der Bayerischen Verfassungsmedaille (2015).

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