WÜRZBURG

Brand in Behinderteneinrichtung: neun Menschen ins Krankenhaus

Brand im Frauenland
Großeinsatz am König-Ludwig-Haus in Würzburg. Foto: Berthold Diem

Am späten Mittwochabend ist es im Jakob-Riedinger-Haus, einem Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit Behinderung, in der Brettreichstraße im Stadtteil Frauenland zu einem Brand im Dachgeschoss gekommen. Das Jakob-Riedinger-Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe der orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus.

Sieben schwerstbehinderte Menschen und zwei Mitarbeiter des Jakob-Riedinger Hauses wurden in Würzburger Kliniken eingewiesen.

Ausgelöst wurde der Brand gegen 21 Uhr in einer Küche im Wohnbereich im dritten Obergeschoss, schreibt Paul Justice, Sprecher der Einsatzleitung des Rettungsdienstes.

Da bei Vorkommnissen in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen laut Polizei automatisch die höchste Alarmstufe ausgelöst wird, waren  über 20 Rettungswagen und mehrere Löschfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Die Einsatzkräfte hatten das Feuer schnell gelöscht.

Der Großeinsatz lockte auch zahlreiche Anwohner auf die Straße. Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens ist noch nichts bekannt.

Der aus dem Küchenfenster dringende Rauch war in weiten Teilen Würzburgs sichtbar. Die Polizei errichtete Straßensperren im Umfeld der Einsatzstelle, um den an- und abfahrenden Einsatzfahrzeugen Platz zu schaffen.
Die Berufsfeuerwehr sorgte dafür, dass die Bewohner des Dachgeschosses nach ihrem Eintreffen in sichere Bereiche des Hauses gebracht wurden. Das Feuer war schnell unter Kontrolle gebracht.

Leitender Notarzt Dr. Herbert Trautner musste bei der folgenden notärztlichen Sichtung sieben der schwerstbehinderten Menschen und zwei Mitarbeiter des Jakob-Riedinger- Hauses zur weiteren Diagnostik und Beobachtung in Würzburger Kliniken einweisen. Schwerverletzt wurde laut Paul Justice glücklicherweise niemand.

Justice weiter: "Ein Brand in einer Einrichtung mit Schwerstbehinderten, die sich teilweise nicht artikulieren können, gehört sicher zu den Horrorszenarien aller Einsatzdienste. Bei dem Einsatz in der Würzburger Einrichtung ist alles nochmal glimpflich ausgelaufen."

Seitens des Rettungsdienstes waren 70 Einsatzkräfte alarmiert, darunter 20 Rettungswagen, vier Notärzte und mehrere ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes, der Malteser und Johanniter. In Folge der Lagemeldung der ersten Einsatzkräfte war die höchste Alarmstufe des Würzburger Rettungsdienstes ausgelöst worden.

Der organisatorische Leiter Ernst Freier von den Maltesern lobte die sehr gute Zusammenarbeit von  Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr. Positiv bewertete Freier auch die Unterstützung, die das Personal der Einrichtung leistete. „Dienstfreies Personal half uns die teilweise sehr aufgeregten Bewohner zu beruhigen“.


 

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