Würzburg

Bündnis Verkehrswende: Luft in Würzburg ist bedenklich schlecht

Während Umweltreferent Kleiner die Verbesserung der Würzburger Luft lobt, kritisiert Grünen-OB-Kandidat Martin Heilig die hohe Schadstoffbelastung als Gesundheitsgefahr.
In der Grombühlstraße sind 2019 die Feinstaubwerte gesunken. Foto: Patty Varasano

Kein Grund zum Jubeln sind für das Bündnis "Verkehrswende Jetzt" und die Würzburger Grünen die neuesten Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerte, die Umweltreferent Wolfgang Kleiner in der vergangenen Woche vorgestellt hat. Kleiner sprach vor der Presse und im Stadtrat von einer "sehr erfreulichen Entwicklung", nachdem die Grenzwerte an der Messstelle des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) am Stadtring Süd im Jahresmittel deutlich unterschritten wurden.

Auch in der Theater- und der Grombühlstraße hat sich laut den Messungen mit Passivsammlern die Luftqualität verbessert, die Grenzwerte werden dort aber noch nicht eingehalten. Das Bündnis Verkehrswende spricht daher auf Nachfrage "von einer leicht sinkenden Tendenz", die aber kein Grund für eine Entwarnung sein dürfe: Nur weil die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid  unterschritten werden "ist die Luftqualität nicht automatisch gut. Ganz im Gegenteil, sie ist weiterhin bedenklich schlecht", teilt Bündnis-Sprecher Volke Glöckner mit.

Greinbergausbau stoppen, um Verkehr zu verringern

Das Bündnis fordert weiterhin eine "echte und nachhaltige Verkehrswende" für Würzburg und die Region. Unter anderem müsse der geplante Ausbau des Greinbergknotens gestoppt werden, "da dieser zu einem Mehr am motorisiertem Verkehr führen wird", so Glöckner: "Wir brauchen eine dauerhafte Rückverlagerung des Durchgangsverkehrs auf die gut ausgebauten Autobahnen sowie eine Verlangsamung des innerstädtischen Verkehrs, um die Durchfahrt so unattraktiv wie möglich zu gestalten."

Auch die Grünen sehen in den Messwerten keinen Grund, die Luftqualität in der Stadt zu feiern. "Es gibt durchaus noch etliche Standorte in der Stadt, an denen Grenzwerte noch immer überschritten werden und Menschen massiv unter der schlechten Luft leiden", wird Stadträtin Silke Trost in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Grünen gehen noch einen Schritt weiter und werfen dem Umweltreferenten vor, "wirklich effektive Maßnahmen wie zum Beispiel Fahrverbote für die Menschen in den am meisten belasteten Straßen nicht einmal in Erwägung zu ziehen. Ein Antrag auf Tempo 30 in Teilen von Grombühl sei von der Verwaltung abgelehnt worden. "Es kann keinen Umweltreferenten und keinen Oberbürgermeister kalt lassen, wenn die Menschen in der Stadt an bestimmten Straßenzügen gesundheitlich massiv belastet werden", betont OB-Kandidat Martin Heilig und fordert die Verwaltung auf, "schnellstmöglich" sinnvolle Maßnahmen umzusetzen, wie es von Luftreinhalterichtlinie der EU gefordert werde.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Patrick Wötzel
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Fahrverbote
  • Feinstaub
  • Gesundheitsgefahren und Gesundheitsrisiken
  • Schadstoffbelastung
  • Silke Trost
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Umweltreferenten
  • Verkehr
  • Völker der Erde
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
39 39
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!