Rimpar

Bürger sollen für neuen Brunnen in Gramschatz aufkommen

Mit der Ertüchtigung der Gramschatzer Trinkwasserversorgung kommt auf die Bürger einiges an Kosten zu. Verunreinigtes Wasser, das im Frühsommer in den Hochbehälter eingedrungen war, erfordert weitere Baumaßnahmen.
Mit der Ertüchtigung der Gramschatzer Trinkwasserversorgung kommt auf die Bürger einiges an Kosten zu. Verunreinigtes Wasser, das im Frühsommer in den Hochbehälter eingedrungen war, erfordert weitere Baumaßnahmen. Foto: Christian Ammon

Bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser setzt die Marktgemeinde Rimpar auch auf eigene Wasserreserven. Vor kurzem hat im Ortsteil Gramschatz ein neuer Brunnen den Betrieb aufgenommen. Die Investitionskosten von 3,1 Millionen Euro, für die bisher die Gemeinde aufgekommen ist, werden nun auf die Eigentümer von Grundstücken und Häusern sowie von Gewerbebetrieben umgelegt. In einer Sondersitzung haben die Marktgemeinderäte einstimmig beschlossen, die Ausgaben über Verbesserungsbeiträge in die Gemeindekasse zurückzuholen.

Schon im kommenden Oktober sollen die Bescheide an die etwa 2800 Grundstücks- und Hauseigentümer verschickt werden. Diese Lösung war bereits bei den Haushaltsberatungen für 2019 vorgesehen. Alternativ wäre es möglich gewesen, die Ertüchtigung der Trinkwasserversorgung über einige Jahrzehnte verteilt über ein höheres Wassergeld zu finanzieren. Die finanziell klamme Gemeinde sei jedoch darauf angewiesen, dass sie über das vorgeschossene Geld verfügen kann, erklärte Bürgermeister Burkard Losert. Auch habe ein Verbesserungsbeitrag für Bürger den Vorteil, dass sie sich die im Gesetz vorgesehenen Zinsen sparen.

Wie schon 2003, als die Gemeinde erstmals von den Bürgern Verbesserungsbeiträge verlangte, um die beiden neuen Brunnen im Maidbronner Forst zu bezahlen, sind für die Höhe des Beitrags die Fläche des Grundstücks sowie die Geschossfläche des Hauses maßgeblich. Hierfür hat das Fachbüro Schulte & Röder die Daten von 2003 herangezogen, ergänzt um Neu- und Anbauten und auch um das Maidbronner Neubaugebiet Bickelsgraben. Pro Quadratmeter kommt es auf 38 Cent beim Grundstück und 2,41 Euro bei der Geschossfläche. Dies entspricht in etwa dem, was 2003 zu bezahlen war. Vorgesehen sind zwei Ratenzahlungen: 70 Prozent des Beitrags werden Ende November fällig, der Rest im Juni 2020.

Auf einen Hausbesitzer dürften im Durchschnitt zwischen 800 und 1000 Euro zukommen. Allerdings sind für die Endabrechnung im kommenden Jahr Begehungen bei den Eigentümern vorgesehen, bei denen Mitarbeiter des Büros ihre Daten auf den aktuellen Stand bringen. Teurer als 2003 wird es demnach für Eigentümer, die ihre Häuser vergrößert haben. Dazu gehören auch Garagen, die zwar nicht genehmigungspflichtig sind, in denen aber Wasseranschlüsse installiert wurden.

Nicht bei jedem dürfte der Verbesserungsbeitrag gut ankommen. Ein Großteil der Sitzung war denn auch der Änderung der bestehenden Satzungen und der Tilgung möglicher Angriffspunkte vorbehalten. "Im schlimmsten Fall könnten falsche oder veraltete Formulierungen dazu führen, dass die ganze Satzung ihre Gültigkeit verliert", erklärte Bauamtsleiter Marco Göbet. Dagegen gelte es, sich zu "wappnen". Sowohl die Wasserabgabesatzung als auch die Beitrags- und Gebührensatzung wurden an eine vor wenigen Jahren fertiggestellte Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags angepasst.

Eine Erhöhung der in den Satzungen vorgesehenen Gebühren war kein Thema. Dies könnte jedoch bei höheren Kosten noch nachgeholt werden, erklärte der Bürgermeister. In der Sitzung wurde deutlich, dass er dies für wahrscheinlich hält. Für die Sanierung des im Frühsommer undichten Gramschatzer Hochbehälters liegt bisher nur eine Schätzung vor. Auch für die angeschlossene Wasseraufbereitungsanlage hat es bisher noch keine Ausschreibung gegeben.

Der Kernort wird seit 2003 außer durch Fernwasser von der Mühlhäuser Gruppe durch die beiden Brunnen im Maidbronner Forst mit Trinkwasser versorgt. Auch damals wurden die Kosten von 3,1 Millionen Euro über einen Verbesserungsbeitrag auf die Eigentümer umgelegt. Um die Qualität des hier geförderte Wassers weiter zu verbessern, hat der Gemeinderat zudem kurz vor der Sommerpause beschlossen, weitergehende Vereinbarungen mit den Landwirten zu treffen.

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