WÜRZBURG

Bürgerentscheid Faulhaber-Platz: Vorwürfe an die Stadt

Bürgerentscheid Faulhaber-Platz
Mit siesem Plakat wirbt das Aktionsbündnis "Grüner Platz amm Theater" Foto: Aktionsbündnis

Dass auch die Gegenseite grüne Pläne präsentiert, nennt das Aktionsbündnis „Grüner Platz am Theater“„Etikettenschwindel“. Vor Journalisten präsentierten Vertreter am Dienstag, was sie mit dem Bürgerentscheid über den Faulhaber-Platz durchsetzen wollen: Die Reduzierung von Verkehr und Feinstaub in der Innenstadt.

„Wir sind keine Autohasser“, sagte der Sprecher des Bündnisses, Jörg Töpper.

9000 Parkplätze in der Innenstadt

Doch eine Tiefgarage unter dem Faulhaber-Platz, wie sie die Stadt will, lehnt man ab. Denn: „Mit rund 9000 Parkplätzen ist die Innenstadt Spitzenreiter bei vergleichbaren Kommunen.“ Deshalb sei der Wegfall von 70 Stellplätzen auf dem Faulhaber-Platz ohne Tiefgaragen-Ersatz verkraftbar.

„Diese würde nur neuen Verkehr in die Innenstadt ziehen,“ so Töppner. „Je mehr Verkehr, um so mehr Feinstaub und um so schädlicher für die Gesundheit der Bewohner und Besucher.“

„Fakten werden ignoriert“

Studien über diese Zusammenhänge gebe es in der Stadt. „Aber die Fakten werden von der Mehrheit des Stadtrats ignoriert.“ Stattdessen spiele man Vorstadt- gegen Innenstadtbewohner, Mobilität gegen Gesundheit aus. „Das ist zynisch.“

Statt Bebauung und Grün auf einem Tiefgaragendeckel, will das Bürgerbegehren einen echten Park mit großen Bäumen. „Das geht auf der Tiefgarage nicht“, erklärte Christa Grötsch, Kreisvorsitzende der Würzburger Grünen. Diese wollen mit anderen Parteien, Bürger- und Umweltinitiativen im Aktionsbündnis seit gut einem Jahr Tiefgarage und Bebauung des Platzes verhindern. „Nur echte Bäume sorgen für Abkühlung“, erklärte Gerda Rösch vom Kreisvorstand Bund Naturschutz.

Abkühlung durch möglichst viel Grün werde die Innenstadt im Klimawandel dringend brauchen. Auf die Frage, ob denn ein kleiner Park tatsächlich Feinstaub und Hitze reduzieren könne, sagte Grötsch: „Man muss mit einem kleinen Platz anfangen, damit sich etwas ändert.“

Ehrenamtliches Herzblut

Dass die Darstellung des Ratsbegehrens von Oberbürgermeister und den Fraktionen von CSU, SPD, FDP-Bürgerforum, FWG und WL genauso grün ist wie ihre, empört die Bürgergehren-Aktivisten. Zum einen weil sie bezweifeln, dass über der Tiefgarage tatsächlich große Bäume wachsen könnten. Zum anderen weil sie bezweifeln, dass die gezeigte Gestaltung umgesetzt werden würde.

„Der OB macht Wahlkampf in Bilder und Text,“ sagte Töppner zum Ratsbegehren „Grüner Platz: Innenstadt für alle.“ Er sagte: „Das ist Etikettenschwindel. Denn der Stadtrat hat nichts derartiges beschlossen“.

Gegen die „verwirrende Ähnlichkeit“ der Bilder will sich das Aktionsbündnis mit Faltblättern und Infoständen wehren. „Das machen wir mit Spenden und viel ehrenamtlichem Herzblut,“ so Gerda Rösch.

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