WÜRZBURG

Bürgerinitiative: „Brummis weg vom Stadtring“

Inititiative gestartet: Michael Imhof aus Lengfeld. Foto: NATTER

Weil sie unter dem Feinstaub und dem ständigen Lärm des Schwerlastverkehrs auf dem Stadtring und auf der B 19 leiden, haben 16 Würzburger in Lengfeld die Bürgerinitiative „Brummis weg vom Stadtring“ gegründet. Ihr Ziel: den Durchgangsverkehr von rund 3000 Schwerlastern pro Tag zu stoppen.

Initiator der Bürgerinitiative ist der Arzt Dr. Michael Imhof. Er wohnt in Lengfeld und sieht in den erhöhten Feinstaubwerten, die vor kurzem für Würzburg veröffentlicht wurden, dringenden Handlungsbedarf. „Die dramatische Feinstaubbelastung bedroht die Gesundheit aller Bürger in Würzburg. Laut einer aktuellen WHO-Publikation sind Feinstäube ähnlich gesundheitsgefährdend wie Asbest. Sie können zu Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen führen oder eine Krebserkrankung auslösen“, so der Mediziner.

Feinstaubbelastung entsteht durch Verbrennungsanlagen, Heizungen und Ofen, durch Tierhaltung oder Industrieprozesse. Eine bedeutende Rolle spielt der Straßenverkehr: hierbei wird nicht nur durch Dieselabgase Feinstaub erzeugt, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb. „Viele Ursachen der Feinstaubbelastung können in absehbarer Zeit nicht behoben werden“, sagt Imhof. Was jedoch sofort behoben werden könnte, sei „der erhöhte Ausstoß von Dieselabgasen, der durch den Schwerlastverkehr verursacht wird.“

Nicht nur gegen den Feinstaub, sondern auch gegen den ständigen Lärm will sich die Bürgerinitiative wehren. „Die Lärmbelastung ist vor allem nachts unerträglich“, sagt ein Teilnehmer. „Noch dazu sei es erwiesen, dass Lärm krank machen kann“, fügt Imhof hinzu. Der Lärm und die Feinstaubbelastung, beides werde „durch die Kessellage Würzburgs noch verstärkt“, so der Arzt weiter.

Bisherige Unternehmungen der Stadt hätten nicht ausgereicht: Wie zum Beispiel im Jahr 2006, als der Durchgangsverkehr für ausländische Lkws gesperrt wurde. Für Anlieger ist der Verkehr jedoch frei. „Lkw-Fahrer sparen sich 12 km Maut, wenn die den Mittleren Ring und die B 19 befahren. Sie gelten juristisch schon als Anlieger, wenn sie bei der Polizeikontrolle angeben, beispielsweise ein Leberkäsebrötchen holen zu wollen – ein Irrsinn!“, sagt Imhof, „Folglich sind die Verhältnisse heute fast so wie früher.“

Nach Meinung der Mitglieder der Bürgerinitiative mit Blick Richtung Stadt und Regierung könne dieses Problem gelöst werden, „wenn man guten Willens ist.“ „Es geht schließlich um unsere Gesundheit und die unserer Kinder“, so ein Teilnehmer.

In einem ersten Schritt zur Lösung des Verkehrsproblems will sich die Initiative an die Stadt wenden. „Dann wird man sehen, was getan werden muss“, so die Auffassung der Mitglieder. Demonstrationen auf dem Stadtring seien nicht ausgeschlossen. Die nächste Versammlung plant die Bürgerinitiative „Brummis weg vom Stadtring“ im September. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

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