Würzburg

Bürgerinitiative begrüßt neues Nutzungskonzept für das Moz

Blick auf den Eingangsbereich des ehemaligen Mozartgymnasiums: Um die Nutzung des Areals der ehemaligen Schule neben der Residenz wird seit Jahren gestritten. Jetzt soll der Stadtrat entscheiden. Foto: Daniel Peter

Zum neuen Nutzungskonzept für den Hufeisenteil der ehemaligen Mozartschule, über das der Stadtrat an diesem Donnerstag diskutieren und entscheiden soll, hat sich jetzt auch die Bürgerinitiative (BI) "Rettet das Moz" zu Wort gemeldet - mit viel Lob für die Pläne und mit harscher Kritik an den Stadträten, die im Hauptausschuss dagegen gestimmt haben.

Neue Nutzungsmöglichkeiten

Wie mehrfach berichtet, soll nach der Sanierung die Sing- und Musikschule in den linken Flügel des Moz-Hufeisens einziehen und die benachbarte Hochschule für Musik in der umgebauten Turnhalle neue Probe- und Seminarräume bekommen. Den Mittelteil mit Foyer, Aula und Kinosaal und den dahinter liegenden Hatzfeld'schen Garten will die Stadt öffentlich zugänglich machen und selbst für Veranstaltungen und Gastronomie nutzen. Außerdem soll das Mozartfestbüro im Hufeisen untergebracht werden.

"Wir als Bürgerinitiative sind der Meinung, dass das ein gut durchdachtes und solides Konzept ist, das dem Ziel unseres Bürgerentscheids völlig Rechnung trägt", betonten die beiden BI-Sprecher Jörg Töppner und Jörg Fuchs am Dienstag vor der Presse. Im Sommer 2015 haben die Würzburger sich mit Mehrheit für den Erhalt des Schulgebäudes aus den 1950er-Jahren ausgesprochen - "Kultur und Bildung ins Zentrum" war damals wie heute die Forderung der BI. "Das wird mit dem Konzept für das Hufeisen von Oberbürgermeister und Verwaltung vorbildlich umgesetzt", so Fuchs.

Kritik an Stadträten

Dass die SPD-Fraktion und drei weitere Stadträte unter anderem aus wirtschaftlichen Erwägungen im Hauptausschuss dagegen gestimmt haben, bezeichnete Töppner als "blockierende Stadtpolitik". Die Finanzierung der derzeit mit 12,1 Millionen Euro geschätzten Kosten für Umbau und Sanierung des Hufeisens habe durch Mittel der Städtebauförderung und Mieteinnahmen für die Räumlichkeiten "für uns ein sehr solides Gesicht."

Vor allem mit der SPD-Fraktion ging Töppner hart ins Gericht: "Kein Würzburg im Herzen, keine Zukunft im Kopf, sondern konzeptlose Vergangenheit", sagte er in Anspielung auf die aktuellen Slogans der Sozialdemokraten im Landtagswahlkampf. Die BI fordert den Stadtrat auf, dem Nutzungskonzept am Donnerstag zuzustimmen und damit "eine öffentliche Nutzung im Sinne des Bürgerwillens umzusetzen".

Keine öffentliche Nutzung?

Die Würzburg-SPD hatte vor drei Jahren den Bürgerentscheid "Rettet das Moz" unterstützt und damals als mögliche Nutzung ein Mittelschulzentrum ins Spiel gebracht. Mit dem jetzt vorgelegten Nutzungskonzept können sich die Sozialdemokraten nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Alexander Kolbow nicht anfreunden, weil sie sich "eine wirklich öffentliche Nutzung" wünschen. "Das sehen wir mit einem Schul- und Hochschulgebäude nicht", sagte Kolbow im Hauptausschuss.

Ebenfalls am Dienstag hat sich die ÖDP-Fraktion mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Darin bemängelt der Fraktionsvorsitzende Raimund Binder zwar das "fehlende Gesamtkonzept mit mehr öffentlicher Nutzung", kündigt aber gleichzeitig seine Zustimmung im Stadtrat an. Dass das Denkmal Mozartschule weitgehend erhalten werde, wiege für die ÖDP-Fraktion die Nachteile auf, so Binder: "Wir hoffen, dass die Fertigstellung wie angekündigt bis 2022 erfolgt."

Rückblick

  1. Nutzungskonzept für das Moz-Hufeisen ist beschlossene Sache
  2. Bürgerinitiative begrüßt neues Nutzungskonzept für das Moz
  3. Nutzungskonzept für Moz-Areal nimmt Hürde im Hauptausschuss
  4. OB: Sanierung der Mozart-Schule auf der Zielgeraden
  5. Reitberger-Stiftung: Moz öffentlich nutzen
  6. Kritik an Moz-Plänen
  7. Standpunkt: Die Chance ist da   
  8. Stadt will mit Mozartschule voran kommen
  9. VR-Bank soll bei Mozartschule einsteigen
  10. VR-Bank will Teile der Mozartschule erwerben
  11. Die Gesichter der Nacht
  12. Katharina Strein ist neue Geschäftsführerin des Mozartfests
  13. Olga Scheps und Chopins Träumerei
  14. Der Stadtrat hat einen Plan fürs Moz
  15. Musik soll in die Mozartschule
  16. Standpunkt: Vom Müllhaufen der Moz-Geschichte
  17. Warum Politik manchmal schwierig ist: Beispiel Mozartschule
  18. Ex-Mozartschule: Zoff zwischen SPD und Oberbürgermeister
  19. Moz ohne Central-Kino: Die Aula ist ungenutzt
  20. Kommt jetzt ein Bürgerbegehren zum Faulhaber-Platz?
  21. Neue Idee: Ein Sozialrathaus in die Mozartschule
  22. Mozartschule wieder mal im Stadtrat
  23. Junge Würzburger wollen Moz-Zukunft gestalten
  24. So geht es nach dem Ja zur Mozartschule weiter
  25. Tag der Entscheidung: Die Bürger bestimmen die Zukunft der Mozartschule
  26. Ratsbegehren und Bürgerbegehren: Das sind die Ziele
  27. Bürgerentscheid am Sonntag: Der große Schritt zur Moz-Lösung?
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  30. Standpunkt: Warum das Moz nervt und der Bürgerentscheid trotzdem wichtig ist
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  33. Mozartschule: Stadtbaurat nimmt Stellung
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