WÜRZBURG

Bürgermeister freuen sich auf Kifferkomödie "Lommbock"

Bürgermeister freuen sich auf Kifferkomödie       -  Dreharbeiten zum „Lommbock“-Film in Würzburg
Dreharbeiten zum „Lommbock“-Film in Würzburg Foto: Ivana Biscan
„Ich bin noch sehr gerne in Würzburg“
Christian Zübert, Regisseur von „Lammbock“ und „Lommbock“

„So stelle ich mir Hollywood vor.“ Björn Jungbauer, Bürgermeister von Kirchheim (Lkr. Würzburg) hatte ein paar Tage lang großes Kino im Ort: Auf den Fluren des Ortsteils Gaubüttelbrunn drehte Christian Zübert mit einem köpfigen Filmteam Szenen der Filmkomödie „Lommbock“, die im Frühjahr in die Kinos kommen soll.

Im Hintergrund ein Schweinemastbetrieb

Eine Wagenburg aus rund zehn Fahrzeugen, 7,5-Tonner, Kleintransporter, Pkw für Maske, Garderobe, mobile Küche stand auf einem Acker. Regiestühle, Scheinwerfer und einige Kameras natürlich auch. Und drum herum warteten neugierige Gaubüttelbrunner, um einen Blick auf die Stars zu werfen. Die saßen vor allem in einem alten Mercedes, im Hintergrund ein Schweinemastbetrieb.

Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz spielen die Hauptrollen

Die Stars sind Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz. Sie spielen im Nachfolgefilm von „Lammbock“ wieder die Hauptrollen. Auch Elmar Wepper und Wotan Wilke Möhring sind 15 Jahre später erneut dabei. „Lammbock“ ist 2001 in Köln und Würzburg gedreht worden – Christian Zübert, Regisseur und Drehbuchautor, ist in Würzburg geboren.

Anfang des Jahres erklärte der seit 20 Jahren in Berlin lebende Zübert im Interview mit dieser Redaktion, dass er mit der Gründung der eigenen Familie auch neue Wurzel geschlagen habe. Seine Heimat sei jetzt Berlin. „Aber meine Mutter wohnt noch in Würzburg und ich bin immer noch sehr gern da.“

Die ersten Aufnahmen in Würzburg

In seinem ersten Kinofilm „Lammbock“ hat Zübert auch seine eigene Jugend in Würzburg verfilmt – allerdings wurde das meiste davon damals in Köln gedreht. In „Lommbock“ wird Würzburg wesentlich öfter zu sehen sein.Inzwischen ist der 30-köpfige Filmtross von Kirchheim über weitere Drehorte in Frickenhausen (Lkr. Würzburg) und Volkach (Lkr. Kitzingen) in der Bischofsstadt angekommen.

Erste Kamerateams wurden bereits am Donnerstag in der Innenstadt gesichtet und an diesem Freitagabend ist zum ersten Mal eine Straße an der Residenz wegen Dreharbeiten komplett gesperrt.

Auch im Mainviertel wird in dieser Nacht gearbeitet. Handzettel des Kölner Produktionsbüros weisen Anwohner auf eventuelle Störungen der Nachtruhe und Sperrungen hin. Zuletzt wurde 2010 mit „Die drei Musketiere“ ein Kinofilm in der Domstadt gedreht. Milla Jovovich, Orlando Bloom und Christoph Waltz tanzten, fochten und ritten damals im Hofgarten der Residenz, auf der Festung Marienberg und der Alten Mainbrücke.

Im Film „Die drei Musketiere“ spielte Würzburg Paris

Im Mantel-und-Degen-Film wurde das dann als Paris verkauft. Die Alte Mainbrücke spielt auch in „Lommbock“ wieder mit. Das Bild des BMWs, der in „Lammbock“ lässig über die für seit den 90er Jahren für Autos gesperrte Brücke rollte, ist noch vielen Würzburgern lebhaft in Erinnerung. Wann die Alte-Mainbrücken-Szene dran ist, verrät die Produktionsfirma nicht. Die Orte, wo bis 18. August gedreht wird, will man jeweils kurzfristig bekannt gegeben.

Selbst die Komparsen erfahren erst am Drehtag, wo sie hin sollen.

Christian Schuchardt freut sich über „Imagekampagne für Würzburg“

„Wenn Menschenmassen am Set sind, verzögert das die Dreharbeit,“ erklärt eine Sprecherin diese Vorsicht. Ohnehin seien die Chancen an Stars wie Moritz Bleibtreu heran zu kommen, äußerst gering.

Das war in Gaubüttelbrunn anders. „Die waren alle total nett und locker“, erzählt Bürgermeister Jungbauer von seiner Begegnung mit dem Filmteam. Sogar ins Goldene Buch der Gemeinde haben sich Bleibtreu und Gregrowicz eingetragen, freut sich Jungbauer, der den Vorgängerfilm „Lammbock“ „wirklich großartig“ findet. Weil dieser sich hauptsächlich ums Kiffen dreht? Der CSU-Bürgermeister lacht: „Eher trotzdem.“

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt freut sich über den Dreh des Nachfolgefilms von „Lammbock“ als „unverhoffte Imagekampagne“ . Auch nach 15 Jahren habe „Lammbock“ eine „große Fangemeinde. Schuchardt hat ihn bislang noch nicht gesehen. „Dieses Bildungslücke werde ich aber in den nächsten Tagen noch schließen.“

Der Film „Lammbock“

„Lammbock – Alles in Handarbeit“ war der erste Kinofilm des Regisseurs und Drehbuchautors Christian Zübert und kam 2001 ins Kino. Mit rund einer Million Zuschauern in Deutschland war der Film eine relativ erfolgreiche deutsche Komödie. Den Klamaukfilm „Der Schuh des Manitu“ sahen allerdings im gleichen Jahr rund 11 Millionen. Doch „Lammbock“ ist ein Kultfilm, den auch 15 Jahre später erstaunlich viele Jugendliche kennen. Der Jugendkanal des Bayerischen Rundfunks „Puls“ schwärmt von seinen „authentischen“ Dialogen und „zitierfähigen Szenen“. „Lammbock“ sei gelungen, „was so gut wie keinem deutschen Film vorher oder seitdem gelungen ist: Witzig zu sein, ohne auf vorhersehbare Pointen zu bauen oder peinliche Klischees zu bedienen.“

Der gebürtige Würzburger und Grimme-Preisträger Zübert schilderte in „Lammbock“ die Freundschaft von Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz), die in Würzburg den als Pizza- getarnten Cannabis- Lieferdienst „Lammbock“ betreiben. Im Nachfolgefilm „Lommbock“ führt Kai nun einen asiatischen Lieferservice. Stefan lebt mittlerweile in Dubai und kommt zu seiner Hochzeit zurück. „Für die Freundschaft eine echte Herausforderung“, heißt es im Pressetext. Der Filmstart ist für das Frühjahr 2017 geplant. gam

Eine Szene aus dem Film „Lammbock“: Die Schauspieler Moritz Bleibtreu (links) und Lucas Gregorowicz spielen jetzt wieder die Hauptrollen.
Eine Szene aus dem Film „Lammbock“: Die Schauspieler Moritz Bleibtreu (links) und Lucas Gregorowicz spielen jetzt wieder die Hauptrollen. Foto: Imago

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