Neubrunn

Bürgerversammlung in Neubrunn: Menig will bleiben und gestalten

Zahlreiche Besucher kamen zu den Bürgerversammlungen in Neubrunn und Böttigheim und lauschten dem Bericht des Bürgermeisters. Wie die Gemeinde vorgeht und was die Bürger bewegt.
Gesprächsbedarf: Bei der Bürgerversammlung im Vereinsheim der Sängerrunde in Neubrunn lauschten die Besucher den Worten von Bürgermeister Heiko Menig. Foto: Nicolas Bettinger

Es war schon spät am Abend als Heiko Menig etwas persönliches verkündete. Er wolle – sofern er nominiert werde – nächstes Jahr wieder als Bürgermeisterkandidat antreten. "Es war mir eine große Ehre, in den letzten fast zwölf Jahren Bürgermeister dieser wunderschönen Gemeinde zu sein", sagte er am Ende eines diskussionsreichen Abends. Zuvor kämpfte sich der amtierende Bürgermeister von Neubrunn (Lkr. Würzburg) zwei Stunden lang durch die Themen der Gemeinde bei der  Bürgerversammlung.

Zu dieser hatte er alle Bewohner Neubrunns – zwei Tage zuvor auch die Bürger des Ortsteils Böttigheim – eingeladen, um über das vergangene Jahr zu berichten. Rund 80 Neubrunner und 65 Böttigheimer waren der Einladung gefolgt und sorgten für zwei lebhafte Abende voller Gesprächsstoff. Heiko Menig ging bei beiden Veranstaltungen zunächst auf den Haushalt des Jahres ein. "Das Jahr 2018 haben wir ordentlich abgeschlossen", sagte Menig und verwies auf einen positiven Vermögenshaushalt, mit dem man ins Jahr 2019 ging.

Die Einwohnerzahl in Neubrunn wächst

Heiko Menig, Bürgermeister von Neubrunn. Foto: Martina Reinhart

"Wenn man ein Jahr im Voraus plant", nahm Menig dann vorneweg, "wird am Ende nicht alles genauso eintreten, wie wir uns das gewünscht haben." Man könne immer nur so viel ausgeben, wie man auch einnimmt. Hohe Kosten seien etwa für das Schwimmbad, die Straßen oder auch die Digitalisierung angefallen. Dennoch habe die Gemeinde Überschüsse im Verwaltungshaushalt erwirtschaftet - etwa aus Abwassergebühren oder Einnahmen durch die Umsatzsteuer -, die letztendlich in den Vermögenshaushalt fließen konnten.

Erfreut berichtete Menig vom aktuellen Einwohnerstadt der Ortsteile Neubrunn und Böttigheim. "Wir sind wieder ein bisschen gewachsen", sagte der Bürgermeister und sprach von insgesamt 2303 Einwohnern (im Vorjahr waren es 2267). Darunter seien 259 ausländische Mitbürger. Im vergangenen Jahr sind also mehr Menschen zu- als weggezogen, ergänzte Menig.

Sanierung der Frankenlandhalle geht voran

Ein großes Thema der Bürgerversammlung war die Frankenlandhalle in Böttigheim. Diese sei laut Menig seit Jahren eine Baustelle. Nun sei man in ein europäisches Förderprogramm gerutscht, wodurch die Sanierungsarbeiten beginnen konnten. Die Baumaßnahmen sollen unter anderem der besseren Beleuchtung, dem Brandschutz und der Barrierefreiheit dienen. Ebenso werde am Neubrunner Freibad fleißig gearbeitet. Anstehende Aufgaben sind dort etwa die Erneuerung der Dächer oder das Fliesen des Bodens am Kinderbecken. Auch für die Feuerwehren werde ein neues Löschfahrzeug erworben, berichtet Heiko Menig.

"Wir haben eine eigenständige Verwaltung und können dadurch nahezu alle Dienstleistungen anbieten, die von unseren Bürgerinnen und Bürgern benötigt werden."
Heiko Menig, Erster Bürgermeister von Neubrunn

Stolz sprach der Bürgermeister über den Service, den seine Gemeinde mittlerweile zur Verfügung stelle. "Wir haben eine eigenständige Verwaltung und können dadurch nahezu alle Dienstleistungen anbieten, die von unseren Bürgerinnen und Bürgern benötigt werden", so Menig. Bürger haben beispielsweise die Möglichkeit, Fahrzeuge vor Ort abzumelden oder stillzulegen und müssten dafür nicht extra nach Würzburg fahren. Neben dem kirchlichen Kindergarten, den ärztlichen und pflegerischen Angeboten lobte Menig vor allem das Helfernetzwerk aus freiwilligen Bürgern, welches sich immer wieder in den Dienst der Gemeinde stelle.

Viel Diskussionsbedarf unter den Bürgern

"Was ist eigentlich mit unserem Bürgerbus?", fragte ein Bürger später während der Diskussionsrunde. Nach einem halben Jahr müsse man das Konzept noch einmal überdenken. Heiko Menig reagierte mit Verständnis und nahm die Kritik auf. Das tat er auch bei vielen weiteren Fragen und Anregungen, die sich mal um Parkplatzprobleme, mal um die Waldbereinigung und mal um die Unkrautbekämpfung auf dem Friedhof drehten. "Ich schäme mich wirklich, wenn ich den Zustand auf unserem Friedhof sehe", klagte eine Frau.

Die Bürger beteiligten sich mit zahlreichen Beiträgen. Ein brisantes Thema war dabei auch die Verkehrssituation im Ort. Ein Besucher sprach die aktuelle Verkehrsüberwachung an. Diese, erklärte Menig, bringe zwar keine Einnahmen, helfe aber, die Raserei im Ort zu bekämpfen. "Leider beobachten wir diese gesellschaftliche Entwicklung seit Jahren", so der Bürgermeister. Ein bloßes Verkehrsschild interessiere niemanden mehr.

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