Würzburg

Bürokratie: Klinikchef warnt vor "schlimmster Bedrohung der Psychiatrie"

Eine neue Richtlinie zwingt Psychiatrien zu einem höheren Dokumentationsaufwand, der wohl 30 Prozent des Personals bindet. Unterfrankens Psychiatriechefs schlagen Alarm.
Vor einer neuen Richtlinie, die die Versorgung von Psychiatrie-Patienten verschlechtert statt sie zu verbessern, warnen Unterfrankens Psychiatriechefs. Foto: Tim Vogel

Wenn Psychiatriechefs, Psychiater, Pflegedienstleiter und Therapeuten aus Würzburg, Werneck und Lohr kurzfristig ein gemeinsames Pressegespräch ankündigen, dann lässt das auf einen Ausnahmezustand, vielleicht sogar auf eine Krise schließen. Tatsächlich spricht Professor Jürgen Deckert, Direktor der Psychiatrie an der Würzburger Uniklinik, am Donnerstag in Würzburg dann auch von der "schlimmsten Bedrohung der Psychiatrie", die er in seiner Amtszeit an der Uniklinik erlebt habe. Und Deckert arbeitet dort seit über 30 Jahren.

Die unterfränkischen Klinikleiter, Therapeuten und Pfleger sind zusammengekommen, um für eine Petition zu werben, die abwenden soll, was sie am meisten fürchten: Und am meisten fürchten sie die Umsetzung der neuen "Richtlinie über die Personalausstattung in der Psychiatrie", die der Bundesausschuss für Gesundheit seit 2016 erarbeiten sollte, aber erst vor wenigen Wochen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Der Würzburger Psychiatriechef hält die Richtlinie für "emotionalisiert". Seiner Meinung werde diese Richtlinie die Versorgung von Psychiatriepatienten deutlich verschlechtert anstatt sie zu verbessern.

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