Bullenheim

Bullenheim: Auszeichnung für Jungwinzerin

Julia Dürr-Döppert hat viele ihrer Ausbildungen mit Bravour bestanden. Jetzt freut sie sich über den Anerkennungspreis beim Wettbewerb Bäuerin des Jahres. Foto: Gerhard Krämer

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sechs Bäuerinnen als Unternehmerin des Jahres 2019 für ihre beispielhaften unternehmerischen Leistungen und ihre innovativen Geschäftsideen ausgezeichnet. Mit dabei: Julia Dürr-Döppert vom Weingut Dürr aus Bullenheim. Sie freut sich über einen dritten Platz, einen Anerkennungspreis.

Als Julia-Dürr Döppert in diesem Jahr an der Landwirtschaftsschule in Uffenheim ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin absolvierte, die sie übrigens mit der Note 1,6 abschloss, entdeckte sie den Flyer zum Wettbewerb Bäuerin des Jahres, für den man sich bewerben konnte.

Anruf aus München vor der Weinlese

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", dachte sich die 26-Jährige. Mit der tatkräftigen Unterstützung ihres Mannes Michael, der einen landwirtschaftlichen Betrieb mit seinen Eltern führt, startete sie ihre Bewerbung. Anhand der Bewerbungsunterlagen wurde in München dann von einer Jury entschieden. 21 Bewerberinnen waren es. Der Staatspreis ging nach Freystadt, der Ehrenpreis nach Jakobsbaiern, die beiden Anerkennungspreise nach Baiern/Netterndorf und – nach Bullenheim.

Kurz vor der Weinlese hatte die Winzermeisterin den Anruf aus München erhalten, dass sie zu den Preisträgerinnen zählt. Bei der Preisverleihung in München waren auch der Stimmkreisabgeordnete und stellvertretender Landrat Hans Herold, Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt sowie Ippesheims Bürgermeister Karl Schmidt dabei. Über diese Wertschätzung ihrer Person freut sich die Winzermeisterin besonders.

Mithilfe im Betrieb

Julia Dürr-Döppert ist als selbstständige Unternehmerin Teil der Weinbau Dürr GbR. Mit dabei sind ihre Eltern Christine und Günther. Schwester Lisa, wie Julia auch einst Bullenheimer Weinprinzessin, arbeitet als Hotelfachfrau in Eibelstadt, hilft aber, wann immer notwendig, im Betrieb mit. Der Familienbetrieb lebt davon, dass jedes Familienmitglied eigenverantwortlich einen Unternehmenszweig betreut, aber alle zusammen an einem Strang ziehen.

Innovative Akzente

Julia Dürr-Döppert, so steht in der Beschreibung der prämierten Projekte der Unternehmerinnen, nutzt das Erfahrungswissen ihrer Eltern und setzt bewusst eigene, innovative Akzente, um das Beste aus ihren Trauben herauszuholen. Und da gibt es einiges, womit sich die 26-Jährige sehen lassen kann. Nachdem die leidenschaftliche Winzerin testen durfte, wie es ist, Silvaner in einem Granitfass auszubauen, hat sie sich ein kleineres Fass (650 Liter) angeschafft. Die "Granit-Granate" hat einen einzigartigen weichen Charakter und ist ihr neues Premiumprodukt.

Daneben bietet sie Weinstockleasing an und setzt erfolgreich auf den direkten Kundenkontakt. "So alle vier bis acht Wochen, je nach Bedarf, fahren wir direkt nach Nürnberg oder München", erzählt sie.

"Ich habe von Anfang an gewusst, dass ich Weinbäuerin werden will."
Julia Dürr-Döppert

"Ich habe von Anfang an gewusst, dass ich Weinbäuerin werden will", sagt sie. Stets war ihr Fokus auf Wein gerichtet. So begann sie 2009 ihre Winzerausbildung. Die Winzermeisterin ist zudem Technikerin für Weinbau und Oenologie und nun auch erfolgreiche Absolventin der Hauswirtschaftsschule. Die breitgefächerte und umfassende Ausbildung war ihr wichtig, um den Betrieb für die Zukunft aufstellen zu können. Dazu wurde heuer, wie berichtet, gegenüber dem bestehenden Gut ein komplett neues Kellereigebäude eingeweiht, in dem die 2019er Ernte verarbeitet wurde.

Das alles stemmte sie mit Hilfe ihres Mannes Michael und der Familie, dazu zählen natürlich auch die Schwiegereltern Irene und Karl Döppert aus Welbhausen, die oft den 15 Monate alten Hannes versorgten. Ihm verdankt das neueste Produkt des Weinguts, ein alkoholfreier Trauben-Secco, seinen Namen: Gnädig. Hannes bedeute nämlich "Gott ist gnädig", erklärt sie. Außerdem stehe es auch einem Weingut gut, etwas Alkoholfreies zu haben.

Bleibt bei all dem noch Zeit für etwas außerhalb des Weines? Nun, früher hat sie Fußball gespielt. Rechtsaußen. Erst bei Gollhofen, dann bei Weinberg, ein Ortsteil der Gemeinde Aurach im Landkreis Ansbach, in der Bayernliga. Jetzt hat sie auch noch ein sportliches Hobby: Skifahren. Und das möchte sie heuer nach all den Anstrengungen gerne wieder tun.

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