Estenfeld

CSU stellt Kreistagsliste vor und entdeckt den Reißverschluss

Der CSU-Kreisverband Würzburg Land hat am Montag seine Kreistagskandidaten für die Kommunalwahl am 15. März 2020 nominiert. Foto: Thomas Fritz

"Das sind aber viele Männer hier", sagt eine Frau und blickt in die volle Mehrzweckhalle der Weißen Mühle in Estenfeld. Dann nimmt die Frau Platz, bestellt sich Bratwürste mit Kraut, zeigt bei den vielen Abstimmungen eifrig ihre Stimmzettel und fühlt sich pudelwohl beim "Familientreffen" der CSU.

CSU-Kreisdelegiertenversammlung nennt sich die Zusammenkunft des Kreisverbandes Würzburg-Land offiziell. Kreisvorsitzender und Landratskandidat Thomas Eberth nimmt aber so oft das Wort "CSU-Familie" in den Mund, dass der Gedanke an ein Familientreffen nahe liegt. 186 Delegierte sind gekommen – und ertragen geduldig die vielen Formalitäten. Diese müssen eingehalten werden, um bei der Aufstellung der Kreistagsliste für die Kommunalwahl am 15. März 2020 keine Fehler zu machen. 

CSU setzt auch auf ökologische Themen 

30 Kreisräte und den Landrat stellt die CSU aktuell. Und mindestens diesen Anspruch hat Thomas Eberth auch im Frühjahr 2020. "Wir wollen links und rechts klein halten und 30 plus X der Listenplätze", sagt er. 

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und die Mobilität auf dem Land gehören zum Beispiel dazu. "Wir müssen auch nachdenken über Schienenverkehre und neue Tarifmodelle", so Eberth. Wichtig sind ihm aber auch ökologische Themen, wie der Umweltschutz und der Erhalt der Artenvielfalt. Darum will er sich "vernünftig und ideologiefrei" kümmern. Auch mit der paradoxen Situation im Norden des Landkreises, wo es zwar gute Böden aber wenig Wasser gibt, will sich Eberth befassen.

Landkreis profitiert von guten Steuereinnahmen

Darauf, dass die CSU bereits Verbesserungen beim ÖPNV erreicht habe, geht Landtagsabgeordneter Manfred Ländner ein. Er gehört seit 29 Jahren dem Kreistag an, seit 2002 ist er Vorsitzender der CSU-Fraktion – und hat seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik gemacht. Dazu gehören auch schmerzliche. Beispielsweise die Wahl der stellvertretenden Landräte im Jahr 2014. Die CSU wollte damals mit Elisabeth Schäfer die erste Vertreterin stellen, hatte aber dafür keine Mehrheit bekommen. "Das hat sehr an ihr genagt", erinnert sich Ländner an die im Jahr 2018 verstorbene Politikerin aus Ochsenfurt.

"Wir wollen links und rechts klein halten und 30 plus X der Listenplätze."
Thomas Eberth, Landratskandidat und Kreisvorsitzender der CSU Würzburg-Land

Kurz blickt Ländner auf die vergangenen sechs Jahre im Kreistag zurück. Intention der CSU sei es gewesen, dass die Kreisumlage nicht erhöht werde. Er gesteht aber auch ein, dass der Landkreis von den guten Steuereinnahmen der Gemeinden und den Schlüsselzuweisungen des Freistaats profitiere. "Dadurch konnten wir auch die freiwilligen Finanzleistungen ausbauen." Aber auch Pflichtaufgaben, wie der Ausbau der Kreisstraßen, seien nicht vergessen worden. 

Reißverschlussverfahren bis Platz 28

Dann ruft Eberth einzeln die Kreistagskandidaten auf. Er selbst führt die Liste an, Platz zwei nimmt Bezirksrätin Rosa Behon, die in Ochsenfurt Bürgermeisterin werden will, ein. Manfred Ländner folgt auf Platz drei, Kreisbäuerin Martina Wild auf vier. Die CSU hat das Reißverschlussverfahren für sich entdeckt. Und das freut die Frau am Tisch, die mittlerweile ihre Bratwürste aufgegessen hat. Zumindest bis Platz 28 kann sie zufrieden sein. Dann folgen sechs Männer, bis auf Platz 35 wieder eine Frau steht.

Insgesamt sind 28 Frauen und 42 Männer auf der CSU-Kreistagsliste, der 96,7 Prozent der Delegierten zustimmen. Im Durchschnitt sind die 70 Kandidaten knapp 47 Jahre alt. Überraschungen sind kaum dabei. Martin Umscheid fehlt, weil er nach den Wahlen nicht mehr Bürgermeister, sondern wieder Beschäftigter des Landratsamtes ist. Dafür kandidiert seine Ehefrau Frederike auf Platz 28. Auch Alfred Endres, Jutta Schulz, Bernhard Rhein, Hermann Brell, Heiko Lörner, Karl Meckelein, Matthias Zorn und Erberhard Nuß stehen nicht mehr auf der Liste. 

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