Höchberg

Chormusik auf Weltniveau

Der St. Petersburger Knabenchor bei seinem Auftritt in der Höchberger Pfarrkirche Mariä Geburt. Foto: Matthias Ernst

Vor zwei Wochen sangen sie noch bei Altbundeskanzler Gerhard Schröder in Hannover, nächste Woche treten sie vor ausverkauftem Haus im Kaiserdom in Frankfurt auf. Der St. Petersburger Knabenchor machte zwischendrin Station in Höchberg und gab ein begeisterndes Konzert in der Pfarrkirche Mariä Geburt. In der gut gefüllten Kirche gaben die jungen Sänger aus dem Weltklassechor ihr Bestes, um die Zuhörer zu unterhalten.

Schon der Einzug im Dunkeln, nur beleuchtet durch kleine Lichter in den Händen der Sänger, sorgte für Gänsehaut. Als dann die Beleuchtung im Chorraum nach dem ersten Lied wieder anging und Dirigent Wadim Ptscholkin seinen Chor präsentierte, brandete erster Beifall auf. Dieser steigerte sich im Laufe des Konzertes, denn mit jedem Lied wurde deutlich, welch großartige Stimmen jeder der knapp 40 Jungen besitzt.

Der Chor wurde 1992 von Ptscholkin, selbst ein ausgezeichneter Konzertpianist und ausgebildeter Dirigent, als Sozialprojekt gegründet. Er wollte Waisen und armen Kindern eine Perspektive bieten und sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Mittlerweile ist die Chorschule auf über 400 Kinder und Jugendliche angewachsen. Er gestaltet mehr als 50 Auftritte pro Jahr. Die Jungen proben drei- bis viermal pro Woche, neue Programme werden überwiegend im Juni im Sommerchorlager einstudiert. Das umfangreiche Repertoire enthält weltliche und kirchliche Werke der unterschiedlichsten künstlerischen Richtungen und zeitlichen Epochen. "Das hohe Niveau des Knabenchors verdanken wir unserem begeisterten und hochqualifizierten Lehrerteam", so Ptscholkin.

Der Chor hatte schon Konzertauftritte in den Niederlanden, in der Schweiz, in Frankreich, Italien und Österreich. Darüber hinaus tritt er auch in den größten Städten Deutschlands mit seinem Weihnachtsprogramm auf. Mehrfach wurde der Knabenchor anerkennend ausgezeichnet und belobigt. Und das zurecht, wie man beim Konzert in Höchberg erleben konnte. Bestens ausgebildete Stimmen verbunden zu einem runden Ganzen, da saß jeder Ton. Selbst die Soli wurden perfekt vorgetragen und die Diskantstimmen in Verbindung mit gereiften Altstimmen überzeugten vollkommen. Dank des Höchberger Verschönerungsvereins, der den Chor eingeladen hatte, gab es ein unvergessliches Klangerlebnis.

"Von diesen Stimmen möchte ich mir ein oder zwei Scheiben abschneiden, da sitzen alle Töne", sagte Alois Hench, in der unterfränkischen Chorszene kein Unbekannter. Und die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Sarah Braunreuther, setzte in ihrem Dank an den Chor noch einen drauf: "Vielen Dank für den begeisternden Auftritt in unserem Höchberg!"

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