WÜRZBURG

Christian Schuchardt ist neuer Rathaus-Chef

Sieger und Verlierer auf Augenhöhe: Nach einem überaus fairen Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters konnte der neue OB Christian Schuchardt (links) die Glückwünsche seines unterlegenen Kontrahenten Muchtar Al Ghusain entgegen nehmen. Foto: NORBERT SCHWARZOTT

Die Wahllokale hatten gerade eine Stunde geschlossen, da konnte der städtische Wahlleiter, Kommunalreferent Wolfgang Kleiner, am Sonntag um 19.02 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis der Stichwahl um das Amt des Würzburger Oberbürgermeisters im Ratssaal verkünden: Würzburgs neuer Rathaus-Chef ist der 45-jährige Christian Schuchardt. Der bisherige städtische Finanzreferent und Kandidat von CSU, Würzburger Liste und FDP erreichte 55,73 Prozent der Stimmen. Sein Mitbewerber, der städtische Kultur-, Schul- und Sportreferent und Kandidat von SPD und Grünen Muchtar Al Ghusain kam auf 44,27 Prozent.

Trotz des herrlichen Frühlingswetters sank die Wahlbeteiligung im Vergleich zur OB-Stichwahl vor sechs Jahren nur minimal. Von den 101 992 stimmberechtigten Wählerinnen und Wählern gaben 41 482 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Beteiligung von 40,67 Prozent. 2008 lag die Wahlbeteiligung bei genau 41 Prozent. In absoluten Zahlen entfielen auf Schuchardt 22 957 Stimmen, für Al Ghusain wurden 18 238 Stimmen abgegeben.

„Jetzt sind wir uns wieder gut!“
Der neue OB Christian Schuchardt, als Muchtar Al Ghusain ihm zur Wahl gratulierte

Als die ersten drei Wahllokale um 18.07 Uhr ihre Ergebnisse meldeten, lag zwischen Schuchardt und Al Ghusain noch eine riesige Differenz: 77,36 zu 29,26 Prozent. Doch nur wenige Minuten später, um 18.12 Uhr, stand mit 55,9 Prozent für Schuchardt und 44 Prozent für Al Ghusain ein Ergebnis auf der Leinwand im Ratssaal, das sich im Verlauf der weiteren Auszählung nur noch wenig änderte. Das spätere Endergebnis zeichnete sich also schon frühzeitig ab.
 

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Sein bestes Stadtteilergebnis erreichte der künftige Rathaus-Chef, der schon am Dienstag sein neues Amt antritt, in der Lindleinsmühle, wo er auf 66,53 Prozent der Wählerstimmen kam. Folglich hatte hier Al Ghusain mit 33,47 Prozent sein schlechtestes Einzelergebnis. Al Ghusains Stadtteil-Hochburg ist in Grombühl: Hier wollten ihn 55,23 Prozent als neuen Oberbürgermeister, während sich Schuchardt hier mit einer Zustimmung von 44,77 Prozent sein schlechtestes Einzelergebnis abholte. Die eifrigsten Wähler waren die Bewohner des Dürrbachtals, wo 2310 von 4246 Stimmberechtigten für eine Wahlbeteiligung von 54,4 Prozent sorgten. Die wahlfaulsten Würzburger leben in Grombühl, hier machten nur 29,67 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Als erster der beiden Bewerber um das OB-Amt kam um 18.45 der unterlegene Muchtar Al Ghusain in den Ratssaal, wo sich etwa 150 Rathaus-Mitarbeiter, Stadtratsmitglieder und interessierte Bürger eingefunden hatten. Er wurde mit freundlichem und anhaltendem Applaus begrüßt. Al Ghusain führte seine Niederlage auch darauf zurück, dass sein Name manche Wähler abgehalten haben könnte, für ihn zu votieren. Für einen Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund sei die Zeit wohl noch nicht reif gewesen.

Dann, um kurz nach 19 Uhr, der Auftritt des Wahlsiegers: Strahlend über das ganze Gesicht kam Christian Schuchardt mit Gattin AAsa Petersson im Ratssaal an. Mit lang anhaltendem Beifall wurde er begrüßt. In Sekundenschnelle war er von Kameras und Mikrofonen umringt, so dass Muchtar Al Ghusain sich erst mal anstellen musste, um ihm zu gratulieren. Freundlich drückten sich beide die Hand und Schuchardt sagte lachend: „Jetzt sind wir wieder gut.“

In einer ersten politischen Stellungnahme dankte er den Wählerinnen und Wählern für den Vertrauensvorschuss, den das Wahlergebnis zum Ausdruck bringe. Seinem Mitbewerber dankte er für den fairen Wahlkampf. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Stadtpolitik in Zukunft wieder eine stärkere Verankerung und Akzeptanz bei der Bürgerschaft bekomme. Dann werde auch die Wahlbeteiligung wieder ansteigen. Er sei sich auch bewusst, dass er als OB alleine nichts erreichen könne, weshalb er auf ein konstruktives Miteinander mit dem Stadtrat angewiesen sein werde. Seine Politik werde sehr offen und transparent sein und auf die Mitnahme möglichst vieler setzen.

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