Würzburg

Corona: Desinfektionsmittel und Schutzmasken vom Bestatter

Auch Angela Stegerwald, Chefin eines Bestattungsunternehmens, will in Zeiten der Corona-Krise anderen helfen. Wie das gehen soll.
Würzburger Bestatterin Angela Stegerwald produziert und spendet Masken und Desinfektionsmittel. Auf unserem Foto holt Nikola Heisel (links) von der Zahnarztpraxis Dr. Jörg Pohl in der Spiegelstraße Desinfektionsmittel bei Juniorchef Marcel Schwander ab.
Würzburger Bestatterin Angela Stegerwald produziert und spendet Masken und Desinfektionsmittel. Auf unserem Foto holt Nikola Heisel (links) von der Zahnarztpraxis Dr. Jörg Pohl in der Spiegelstraße Desinfektionsmittel bei Juniorchef Marcel Schwander ab. Foto: Silvia Gralla

Immer mehr Würzburger Firmen packen mit an, wenn es um Hilfe zur Selbsthilfe gegen das Corona-Virus geht.  So beteiligt sich auch Angela Stegerwald mit ihrer Firma Welt Bestattung in der Bronnbacher Gasse.  "Wir haben noch Desinfektionsmittel, Kittel, Handschuhe, einfache Schutzanzüge und Schutzmasken mit Visier", berichtet sie. "Und wir produzieren auch Flächen- und Handdesinfektionsmittel. Davon schaffen wir aber nicht viel, pro Tag höchstens 100 Liter."

"Da sollen auch mal die Kleinen bedacht werden."
Angela Steigerwald - Geschäftsfrau

Auf ihrer Webseite erklärt sie näher, was sie damit vor hat: Sie hat unter der Adresse  http://virus-corona.de einen Online Shop ins Leben gerufen, in dem es Hände- und Flächendesinfektionsmittel gibt. Hausärzte, Privatpersonen, die Familienmitglieder pflegen, sowie Alten- und Pflegeheime können darüber kostenlos Material zur Verfügung gestellt bekommen, heißt es dort. Alle Artikel gibt es nur, solange der Vorrat reicht. Bestellungen werden chronologisch bearbeitet, damit niemand bevorzugt wird.

"Ich habe aber bereits große Probleme, dafür Kanister zu bekommen, weil nicht nur das Äthanol knapp wird, sondern anscheinend viele an dieser Krise verdienen wollen", beklagt sie.  Alles werde deutlich teurer. "Ein kleines Fläschchen mit 250 Milliliter Fassungsvermögen, das früher nicht einmal 60 Cent gekostet hat, kostet jetzt im Einkauf schon 2,50 Euro", berichtet Stegerwald.  "Gottseidank habe ich eine Kitzinger Firma gefunden, die Zweiliter-Kanister hat und uns preislich sehr entgegen gekommen ist, weil ich erklärt habe, wofür ich die brauche."

"Bei den Anderen verlangen wir faire Preise."

Bei dieser Preisentwicklung werde es natürlich auch schwieriger, alles zu verschenken, sagt sie. "Aber bei manchen Abnehmern können wir es noch machen, zum Beispiel bei häuslichen Pflegekräften, die jeden Tag alte Leute besuchen, aber keine Schutzkleidung haben. Da geht es mir jetzt wirklich um die Kleinen", erläutert sie. "Bei den Anderen verlangen wir faire Preise." 

"Es gibt ja noch viel kleine Läden, die noch keinen Online-Shop haben."

"Dieser Shop soll Würzburg und der ganzen Region nützen", sagt sie.  Der Reinerlös werde später an Würzburger Organisationen mit Gemeinnützigkeit ausgeschüttet. "Da sollen auch mal die Kleinen bedacht werden, die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen."  

Ein weiterer Shop, den sie ins Leben gerufen hat, sei besonders interessant für Würzburger Unternehmen, die keinen Online-Auftritt hätten, erklärt die Geschäftsfrau. "Die haben vielleicht Produkte, die sie loshaben wollen, oder deren Verfallsdatum näher kommt", erklärt sie. Ob es sich nun um Kleidung, Möbel oder andere Artikel handele, sei völlig egal. "Da übernehmen wir unter der Adresse http://spenden-hilfe.com über den Shop den Verkauf für sie und verlangen keine Hostinggebühren. Da können die Geschäftsleute dafür entweder für sich ein paar Euro verlangen, oder den Erlös spenden. Es gibt ja noch viel kleine Läden, die noch keinen Online-Shop haben." 

Mehr Infos geibt es auf der  Webseite www.welt-bestattung.de oder per Mail: info@welt-bestattung.de 

Der Würzburger Spezialist für Parkettversiegelungen Pallmann nutzt seine Produktionskapazitäten nun auch zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. Die Mittel werden von Pallmann zum Selbstkostenpreis an die Würzburger Gesundheitseinrichtungen geliefert. Die Feuerwehr Würzburg hat bereits die ersten Paletten abgeholt (Foto).
Der Würzburger Spezialist für Parkettversiegelungen Pallmann nutzt seine Produktionskapazitäten nun auch zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. Die Mittel werden von Pallmann zum Selbstkostenpreis an die Würzburger Gesundheitseinrichtungen geliefert. Die Feuerwehr Würzburg hat bereits die ersten Paletten abgeholt (Foto). Foto: Pallmann/Klaus Stolzenberger

Desinfektionsmittel statt Parkettversiegelung

Aber das ist nicht die einzigte Initiative: Seit einigen Tagen wird auch bei der Firma Pallmann im Gewerbegebiet Ost, Spezialist für Parkettversiegelungen, Desinfektionsmittel hergestellt und zum Selbstkostenpreis an Würzburger Gesundheitseinrichtungen und Hilfsdienste abgegeben, informiert die Firma in einer Pressemitteilung. Genutzt werden dafür laut Firmenleitung Rohstoffe, vor allem Alkohole, die Pallmann normalerweise unter anderem zur Herstellung von Spezialgrundierungen verwendet. Infos gibt es unter: info@pallmann.net

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