Würzburg

Corona: Mit diesen Vorerkrankungen zählen Sie zur Risikogruppe

Meist verläuft das Coronavirus harmlos. Es gibt aber Risikogruppen, für die es gefährlich werden kann. Wer dazu gehört und wie man diese Menschen schützen kann.
Einige Risikogruppen sind besonders durch das Coronavirus gefährdet. Was sie beachten sollten. Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Rund 80 Prozent aller Corona-Infektionen verlaufen harmlos, wie Wissenschaftlicher betonen. Trotzdem gibt es immer wieder Infektionsfälle, die ernste und sogar tödliche Folgen haben. Besonders gefährdet sind sogenannte Risikogruppen, deren Immunsystem altersbedingt oder aufgrund von Vorerkrankungen geschwächt ist. Wer die Risikogruppen sind und wie sie am besten geschützt werden können.

Welche Risikogruppen sind besonders durch das Coronavirus gefährdet?

Laut dem in Deutschland für Infektionskrankheiten zuständigen Robert Koch-Institut (RKI) haben vor allem folgende Personengruppen ein Risiko für einen besonders schweren Krankheitsverlauf:

  • Ältere: Nach Angaben des RKI steigt das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ab einem Alter von 50 Jahren stark an. Grund dafür sei ein schlechter reagierendes Immunsystem. Im höheren Alter fielen Schutzreaktionen wie Fieber schwächer aus oder fehlten, weshalb Ältere oft zu spät zum Arzt gehen würden.
  • Kranke: Laut RKI scheinen Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen. Ältere Menschen mit einer Grunderkrankung seien dementsprechend besonders gefährdet. Ebenso Menschen mit unterdrücktem Immunsystem (etwa wegen einer Immunschwäche oder der Einnahme des Medikaments Cortison).
Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus nach Vorerkrankung in China Foto: Grafik: Heike Grigull

Schwangere und Kinder gehören nicht zu Risikogruppen

Schwangere und Kinder gehören laut RKI nicht zu den Risikogruppen. In einer Bekanntmachung vom 6. März heißt es dazu: "Schwangere scheinen nach bisherigen Erkenntnissen aus China kein erhöhtes Risiko gegenüber nicht schwangeren Frauen mit gleichem Gesundheitsstatus zu haben. Bei Kindern wurde bislang kein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf berichtet."

Bestätigt wird dies auf der Webseite Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Zwar hätten Schwangere generell ein höheres Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei einer Virusinfektion, dies sei bei Corona aber bisher nicht beobachtet worden. "Im Gegenteil scheint die Infektionsrate bei Schwangeren eher niedriger zu sein." Kein Kind einer infizierten Mutter sei positiv auf Corona getestet worden. Auch seien keine Viren in Muttermilch gefunden worden. "Eine Trennung einer bereits erkrankten Mutter vom Kind dürfte daher keinen Sinn machen."

Wie können sich Risikogruppen schützen?
  • Besonders wichtig beim Schutz von Risikogruppen ist laut Robert Koch-Institut "die größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion". Allgemeine Verhaltensregeln wie regelmäßiges Händewaschen sollten eingehalten werden. Enge Begrüßungsrituale wie Küsschen und Händeschütteln sollten vermieden werden.
  • Wann immer möglich, sollten Risikogruppen laut RKI zu Hause bleiben. Bei unverzichtbaren Versorgungsgängen sollte ein Abstand von ein bis zwei Meter zu anderen Personen gehalten werden. Nicht notwendige Reisen sollten abgesagt oder verschoben werden.
  • Professor Ulrich Vogel, Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene von der Uniklinik Würzburg rät Risikogruppen, Veranstaltungen zu meiden: "Neben den vielfach beschriebenen Hygienemaßnahmen, die es einzuhalten gilt, ist es derzeit sinnvoll, sich genau zu überlegen, ob man zu Veranstaltungen geht, bei denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen."
  • Auch private Kontakte sollten von Risikogruppen auf das Notwendigste reduziert werden, so das RKI. Persönlicher Kontakt sollte nach Möglichkeit über das Telefon oder Internet hergestellt werden.
  • Wichtig ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts auch eine aktive Information über das Corona-Krankheitsbild. Dies könne bei der frühzeitigen Selbsterkennung von Symptomen helfen. Erkrankte sollten rasch Kontakt zur Hausarztpraxis oder telefonisch zu anderen beratenden Stellen aufnehmen.
Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus nach Alter in China Foto: Grafik: Heike Grigull

Wie kann ich Risikogruppen in meinem Umfeld helfen?

  • Laut RKI können Risikogruppen durch familiäre oder nachbarschaftliche Versorgungsangebote unterstützt werden. Unterstützungswillige Helfer sollten aktiv Hilfsangebote an betroffene Personen in ihrem Umfeld machen.
  • Laut Professor Vogel vom Uniklinikum Würzburg ist offene Kommunikation essentiell wichtig. "Man sollte offen über Sorgen sprechen und gemeinsam in Ruhe überlegen, welche Aktivitäten wirklich notwendig sind, wenn akute respiratorische Symptome vorliegen."
  • In Gebieten, in denen es vermehrt Fälle von Corona-Infektionen gab, sollten laut RKI zum Schutz von Risikogruppen gemeinschaftliche Treffen und Aktivitäten abgesagt werden. Dies betriffe Vereine, Sportgruppen und größere private Feiern.
  • Wenn in der näheren Umgebung (z.B. im privaten oder beruflichen Umfeld) von Risikogruppen Fälle von COVID-19 bekannt würden, sollte dies laut RKI sofort den zuständigen Stellen mitgeteilt werden, um gezielte diagnostische Maßnahmen zu beschleunigen.
Kann ich meine Großeltern jetzt noch bedenkenlos besuchen?

Professor Vogel von der Uniklinik Würzburg rät hier zu Vorsicht: "Wenn das Coronavirus sich weiter ausbreiten sollte und Infektketten zumeist nicht mehr auf Reisen oder Kontakt zu Infizierten zurückgeführt werden könnten, wird man diese Frage mit nein beantworten." Aktuell sie die Situation sehr dynamisch. "Man sollte sich vor allem überlegen, den Besuch abzusagen, wenn akute respiratorische Infekte vorliegen."

Sollten Risikogruppen sich präventiv gegen Atemwegserkrankungen impfen lassen?

Präventive Impfungen gegen gängige Atemwegserkrankungen wie Pneumokokken, Keuchhusten und Influenza sind laut Vogel keine Schutzmaßnahme vor Corona. "Diese Impfungen schützen nicht gegen Coronaviren. Die gegenwärtige Lage ist allerdings ein guter Impuls, über seinen Impfschutz mit der Hausärztin oder dem Hausarzt zu sprechen und Impflücken zu schließen."

Info-Telefon für Bürger
Bürgerhotline: Stadt und Landkreis Würzburg haben in Sachen Corona unter der Nummer 0931/ 8003-5100 ein Bürgertelefon eingerichtet. Ebenso der Landkreis Bad Kissingen unter: 0971/7165-0, der Main-Tauber-Kreis unter: 09341/82-4010 und der Landkreis Main-Spessart unter 09353/793-1490. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit  ist unter 09131 6808-5101 zu erreichen, das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg über: 0711/904-39555. Informationen im Internet gibt es unter: www.116117.de

Rückblick

  1. 22 neue Corona-Fälle im Main-Tauber-Kreis am Samstag
  2. Innenminister macht Weg frei: Asylbewerber auf die Felder
  3. Nun 38 bestätigte Corona-Fälle in Rhön-Grabfeld
  4. Würzburger Corona-Forscher: "Binnen Wochen lässt sich dieser Impfstoff entwickeln" 
  5. Corona: Die Polizei zeigt Prostituierte an
  6. Corona macht auch vor VR-Banken in Unterfranken nicht halt
  7. Erntehelfer fehlen: Wer hilft beim Spargel stechen in MSP?
  8. Beiben Sie daheim und holen Sie sich den Frühling ins Haus
  9. Home Office wegen Corona: Zwischen Job und Mathe-Aufgaben
  10. Corona-Krise: Warum Selbständige in Franken gefährdet sind
  11. Corona-Virus: Fallzahl im Kreis Kissingen steigt sprunghaft an
  12. Glückshormone beim Spaziergang
  13. Mehr Zeit für die Zwillinge
  14. Mehr Mitmenschlichkeit
  15. Corona: Gibt es genügend Intensivbetten?
  16. Gemeinsam allein: Wie Kirchengemeinden mit Corona umgehen
  17. Überblick: So trifft Corona die Wirtschaft in der Region
  18. Überblick: Alles, was Sie zu Corona wissen müssen
  19. Überblick: Was Familien zu Corona wissen sollten
  20. Lohr: Warum Pflanzen auf der Straße den Staatsanwalt beschäftigen
  21. Überblick: Wie Würzburg zum Corona-Hotspot wurde
  22. Zahl der Corona-Infizierten in Rhön-Grabfeld jetzt bei 37
  23. Alltag mit Corona: Wie lebt es sich in der Familie?
  24. Wochenbilanz: Corona fordert Kitzinger Landratsamt enorm
  25. Bemerkenswerte Aktion: 300 Bücher gegen die Langeweile
  26. Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Haßberge steigt weiter
  27. Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung: Das ist der Bußgeldkatalog
  28. Marktheidenfelder Brauerei erfindet distanziertes Zuprosten
  29. Corona: In 18 Stunden nur ein neuer Fall in MSP
  30. Marktheidenfeld: Corona-Teststelle entsteht auf Festwiese
  31. Corona-Regeln: Darf man zum Kreuzberg? Hhm, muss man dorthin?
  32. Übersicht: Die aktuellen Prüfungstermine an Bayerns Schulen
  33. Wegen Corona: Frauenhäuser befürchten Zunahme von häuslicher Gewalt
  34. Sozialgericht Würzburg für Hilfsuchende weiter offen
  35. Coronavirus: Würzburger Seniorenheim wird nicht evakuiert
  36. Essen to go: Wenn das Restaurant nach Hause kommt
  37. Grüne: Würzburger Biotonne muss trotz Coronakrise geleert werden
  38. Corona: Werden Würzburgs Straßenbahnen und Busse öfter gereinigt?
  39. Coronavirus: So arbeitet die Main-Klinik in Ochsenfurt
  40. Wegen Corona: IHK-Prüfungen der Lehrlinge erst im Sommer
  41. Einreisestopp für Saisonkräfte: Bauern müssen ganz neu planen
  42. Corona: Die Lage in Unterfranken
  43. Feuerwehren: Einen Brand kann man nicht im Homeoffice löschen
  44. Wegen Corona: Wird das Abitur bis in den September verschoben?
  45. Corona-Experte Stich: Appell zu Solidarität und Durchhalten
  46. Corona-Teststrecke nimmt in Kitzingen Betrieb auf
  47. Elfter Todesfall im Seniorenheim: Alle sind jetzt getestet
  48. Bad Kissingen: Die Natur lässt sich nicht von Corona anstecken, aber die Fallzahlen steigen
  49. Corona in Mainfranken: Kaum eine Firma bleibt ungeschoren
  50. Corona: Würzburger Gesundheitsamt bereits am Limit?

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Aaron Niemeyer
  • Coronavirus
  • Frauenheilkunde
  • Geburtshilfe
  • Infektionsfälle
  • Infektionskrankheiten
  • Infektionspatienten
  • Infektionsrate
  • Keuchhusten
  • Robert-Koch-Institut
  • Schwangere
  • Universitätskliniken
  • Viruserkrankungen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!