Würzburg

Corona: Nachfrage nach Schutzmasken aus Würzburg ist riesig

"Made in Würzburg" ist gefragt. Seitdem bekannt wurde, dass die Firma Wegerich Schutzmasken herstellt, steht das Telefon nicht still. Wie es nun weitergeht.
Geschäftsführer Markus Wegerich stellt waschbare Gesichtsmasken für soziale Einrichtungen her. Seitdem das bekannt wurde, hören die Nachfragen nicht auf. Foto: Thomas Obermeier

Rund 100 000 Schutzmasken für medizinische und Pflegeberufe will die Würzburger Firma Wegerich, bislang eher bekannt für Matratzen oder Möbelauflagen, in den kommenden Wochen produzieren. Als dies durch eine ganzseitige Anzeige in dieser Zeitung und einem redaktionellen Bericht im Nachgang bekannt wurde, ging's los: "Ich habe nicht gewusst, dass das so ein Welle lostreten könnte", sagt Firmenchef Markus Wegerich am Telefon. 

Die Nachfrage nach den Masken sei riesig. "Wir bekommen Anrufe aus Erlangen, aus München, von Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Firmen, die gleich 10 000 Stück kaufen wollen", sagt Wegerich. Bereits am Samstag habe sich auch der Katastrophenschutz Würzburg gemeldet. "Die wollen die Abgabe mitkoordinieren, und so machen wir das jetzt auch", sagt er.

"Alles, was bei uns nähen kann, näht."
Markus Wegerich - Firmenchef

Seit Montag wird an den drei Firmenstandorten im Stadtgebiet produziert. "Ich hoffe, dass wir bis Mitte der Woche über 2000 Masken pro Tag produzieren können, das vorrätige Material reicht für etwa 150 000 Stück", berichtet er. "Ich glaube, die könnten wir heute schon verkaufen. Aber wir müssen erst sehen, wieviele wir pro Tag schaffen und wohin wir liefern dürfen."

Verschiedene Prototypen waren angefertigt worden bis das endgültige Muster feststand. Foto: Thomas Obermeier

Die ganzseitige Anzeige in der Main-Post vom Samstag habe aber auch ganz andere Wellen geschlagen. "Zum einen, dass wir von den Würzburgern gefeiert werden, was mir fast ein bisschen unheimlich ist,", sagt er mit einem Lachen in der Stimmme. Gleichzeitig hätten auch andere Medien Interesse angemeldet. So wolle der Bayerische Rundfunk am Donnerstagabend einen mehrminütigen Beitrag über die Aktion senden, auch die deutsche Presse-Agentur sei zu Besuch gewesen. Anderen Fernsehstationen habe er abgesagt. "Es geht mir nicht darum, möglichst oft vor der Kamera zu stehen oder Geld zu verdienen, es geht darum, rund 15 Mitarbeiter kostendeckend über die nächsten Monate zu bekommen und die Firma zu erhalten", sagt Wegerich. Der normale Versand und die Produktion von Pflegebettmatratzen würden derzeit ja auch weiterlaufen.

"Wie lange wir im Endeffekt genau pro Maske brauchen, wenn alles läuft, weiß ich erst gegen Ende der Woche."
Markus Wegerich

"So eine Maske kostet normalerweise im Einkauf vier Cent und ist ein Wegwerfartikel", weiß er. "Wir  verlangen jetzt fünf Euro plus Steuer. Im Einkauf kostet das Vlies pro Maske einen Cent, das Material drumherum noch einmal 40 Cent, der Rest ist alles Arbeitslohn", sagt der Firmenchef. "Das muss zugeschnitten, gekantelt, versäumt,  gefaltet und zusammengenäht werden und der Gummi muss dran. Wie lange wir im Endeffekt genau pro Maske brauchen, wenn alles läuft, weiß ich erst gegen Ende der Woche."  

"Wenn ich sehe, dass andere zehn Euro für die Maske verlangen, und wir machen die zum Selbstkostenpreis, da kam schon der Gedanke, Mensch, da hättest Du auch zehn verlangen können", gesteht er. "Aber dann habe ich gedacht: Ne, das ist 'ne Sauerei, so etwas macht man nicht."

Wer Masken haben möchte, schickt eine Mail an die Adresse info@schaumstoffe-wegerich.de. "Da muss drin stehen, wer man ist, wie viele man braucht und warum man glaubt, vorne auf der Liste zu sein", sagt der Firmenchef. "Wir gehen davon aus, dass jeder Masken bekommt, die Frage ist nur, wann. Alles, was bei uns nähen kann, näht. Und wir bitten um Verständnis, dass Pflegeheime ganz vorne drauf stehen. "

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