Würzburg

Coronavirus: Schüler und Studenten sollen nach Reisen aus Risikogebieten zu Hause bleiben

Studierende und Schüler, die in Corona-Gebieten wie China oder Italien waren, sollen zu Hause bleiben. Laut Kultusministerium sollen so Ansteckungen vermieden werden.
Auch in Würzburg haben Menschen Angst vor dem Cronavirus. Das Bild wurde am Samstag (29.02.2020) auf der Alten Mainbrücke aufgenommen.
Auch in Würzburg haben Menschen Angst vor dem Cronavirus. Das Bild wurde am Samstag (29.02.2020) auf der Alten Mainbrücke aufgenommen. Foto: Fabian Gebert

In Bayern sind am Sonntag vier neue Coronavirus-Fälle bestätigt worden. Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte, handelt es sich um zwei weitere Fälle aus Oberbayern sowie je einen Fall aus Mittelfranken und aus dem Allgäu. Bereits am Samstag waren drei neue Fälle aus Oberbayern bekannt geworden. Aktuell gibt es damit acht Erkrankte im Freistaat. In Deutschland wurden laut dem Robert-Koch-Institut bislang 117 Fälle einer SARS-CoV-2-Infektion bestätigt. In Unterfranken ist bislang kein Fall bekannt.

Auch Schüler ohne Symptome sollen zu Hause bleiben

Nun wird befürchtet, dass Urlauber, die in den Faschingsferien in Ausland waren, infiziert zurückkehren könnten. Das bayerische Kultusministerium hat am Wochenende Anweisungen erteilt: Schüler, die in einem der ausgewiesenen Risikogebiete waren, sollen nicht in die Schule kommen, sondern vorläufig zu Hause bleiben. Das gelte auch für die Schüler, die keine Symptome haben. Als Risikogebiete gelten verschiedene Regionen in China, Südkorea und Iran sowie in Italien unter anderem die Lombardei und Venetien. Auch in Unterfranken wurden alle Schulen über diese neue Regelung informiert, teilte Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken mit.

Beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst gab es am Wochenende unzählige Anrufe wegen einer möglichen Coronavirus-Infektion. "Von 100 Anrufern wollten 60 etwas über das Virus wissen oder hatten den Verdacht, dass sie sich im Urlaub angesteckt hätten", berichtet eine Mitarbeiterin des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Wegen der Vielzahl der Anrufe mussten die Patienten teilweise bis zu 20 Minuten auf einen Ansprechpartner warten. "Wir hatten teilweise 44 Personen in der Warteschleife."

Nicht jeder Rückkehrer kann getestet werden

Auch an der Klinik für Tropenmedizin am Klinikum Würzburg Mitte gebe es sehr viele Anfragen. "Doch nicht jeder, der gerade aus dem Urlaub oder Skiurlaub zurückkehrt und Erkältungssymptome hat, kann getestet werden", sagte ein Arzt am Sonntag. Das wäre viel zu aufwendig. Getestet werde nur, wer in einem Risikogebiet war, Kontakt zu Risikopersonen hatte oder schwere Symptome aufweist. Erschwerend komme hinzu, dass derzeit verschiedene Virusinfektionen im Umlauf seien unter anderem auch die normale Influenza.  

FH Würzburg-Schweinfurt will Ansteckung mit Coronavirus vermeiden

Auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt setzt auf Prävention: Wer in einem der Risikogebiete wie China oder Italien war, soll für zwei Wochen zu Hause bleiben und seine Aufgaben von dort aus erledigen. Darüber hat die Hochschulleitung am Samstag in einer E-Mail und auf der Homepage der Hochschule informiert. Auch die städtischen Angestellten der Stadt Würzburg sollen 14 Tage zu Hause bleiben, wenn sie in einem Risikogebiete waren.

Selfie mit Mundschutz: Auch in Würzburg haben die Menschen haben Angst vor dem Coronavirus, wie hier auf der Alten Mainbrücke in Würzburg.
Selfie mit Mundschutz: Auch in Würzburg haben die Menschen haben Angst vor dem Coronavirus, wie hier auf der Alten Mainbrücke in Würzburg. Foto: Fabian Gebert

Erkältungssymptome, Frösteln und Halsschmerzen

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut schwer. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns betonte nochmals, dass Patienten mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion keine Arztpraxis oder Krankenhaus-Notaufnahme ohne telefonische Anmeldung aufsuchen sollten. Sie sollten den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen. Ein Pandemiearzt entscheide, ob eine Coronavirus-Infektion vorliegen könnte und der Patient auf das Virus getestet werde. Gegebenenfalls komme der Bereitschaftsarzt mit dem Test zu den Patienten nach Hause.

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