Würzburg

DHL-Ärger in Sanderau: Warum kommen Pakete an den Bahnhof?

Seit der Schließung der DHL-Filiale in der Sanderauer Friedrich-Spee Straße hat ein neuer Shop in einem Getränkemarkt in der Platenstraße geöffnet. Doch die Pakete der Anwohner werden trotzdem oft an den Bahnhof gebracht. Warum?  Foto: Thomas Obermeier

Bürgerinnen und Bürger in der Sanderau sind verärgert: Nachdem die DHL-Filiale in der Friedrich-Spee-Straße im Oktober schließen musste, werden Pakete oft nur noch an die Filiale am Bahnhof geliefert - obwohl es im Getränkemarkt in der Platenstraße ebenfalls eine Postfiliale gibt. Die Anwohner müssen dann knapp drei Kilometer laufen oder fahren, um an ihre Sendungen zu kommen. Ein No-Go, wie sie selber sagen. Einige haben sich deshalb an diese Redaktion gewandt.

"Der Fall ist relativ unspektakulär", meint DHL-Pressesprecher Thomas Kutsch auf Anfrage dieser Redaktion. Da die alte Filiale in der Friedrich-Spee-Straße erst vor kurzem geschlossen hat, seien einige Zusteller noch nicht über die neue Filiale in der Platenstraße informiert worden. "Der Filialwechsel wurde technisch im System noch nicht umgesetzt", sagt er.  "Das wird jetzt aber alles geklärt, sodass jeder Zusteller über die neuesten Filialstellen informiert wird."

Trotzdem werde es nicht vollkommen vermeidbar sein, dass Pakete noch ab und zu an den Bahnhofplatz geliefert werden. "Vor allem zu Starkverkehrszeiten, zum Beispiel zur Weihnachtszeit, kann es vorkommen, dass eine Filiale keine Pakete mehr annehmen kann."

Stadtrat Dürrnagel: Eine Zumutung besonders für die älteren Bürger

Auch Stadtrat Willi Dürrnagel, der seit über 60 Jahren selbst in der Sanderau lebt, äußert sich sehr verärgert. "Viele Anrufe haben mich erreicht", sagt er. Es sei eine unmögliche Maßnahme, die zum Protest geradezu herausfordert. Und: "Kundenfreundlichkeit ist das wirklich nicht!" Dürrnagel denkt besonders an die älteren Bewohner der Sanderau, für die es eine "Zumutung" sei, mehrere Kilometer an den Bahnhof zu fahren, um Pakete abzuholen - zumal viele der Rentner auch kein Auto besitzen.

Anstatt die Sanderauer Pakete in die Platenstraße zu fahren, werden die Sendungen oft an diese DHL-Station an den Bahnho... Foto: Johannes Kiefer

Zwei Paketboten, die diese Redaktion unabhängig voneinander angetroffen hat, begründeten die Entscheidung, die Pakete an die Filiale am Bahnhof, anstatt in die Platenstraße zu liefern ganz einfach: Faulheit. "Der Paketshop in der Platenstraße nimmt die Pakete nicht an, weil die Mitarbeiter zu faul sind." Dies hätten sie selbst gegenüber den Paketboten offen gesagt. Harte Anschuldigungen - Was sagen die Beschuldigten dazu? "Diese Aussage ist absolut erstunken und erlogen", meint Filialleiter Markus Krainer. Seit 1. Oktober führt er die DHL-Filiale im Getränkemarkt in der Sanderau. "Meine Mitarbeiter sind äußerst loyal." Aber auch er wisse über die Problematik Bescheid und ist selber "stinksauer" darüber. Es liege an Versäumnissen der deutschen Post, dass die Zusteller noch nicht über die neue Adresse der DHL-Filiale informiert wurden. "Eine gewisse Karenzzeit gibt es immer, das ist klar", meint er. "Aber nach mittlerweile sechs Wochen sollte dieses Problem Geschichte sein." Er sei dran und stehe weiterhin mit der Deutschen Post in Kontakt, bis das Problem "endlich aus der Welt geschafft wird."

Kritik an den Öffnungszeiten

Und da gibt es noch ein weiteres Problem bei der Lieferung an den Bahnhof: "Wer berufstätig ist, hat keine Chance unter der Woche das Paket holen zu können", kritisiert ein Sanderauer, der namentlich nicht genannt werden möchte, die Öffnungszeiten. Die DHL-Filiale hat von Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet. Die Folge: Lange Schlangen an den Schaltern der Postfiliale am Samstag.

Bei einem Besuch bei der DHL-Station am Bahnhofplatz fällt auf: auch unter der Woche sind die Schlangen lang. Ob das immer so ist? "Schauen Sie sich doch um", sagt ein Mitarbeiter hinter der Theke. "Seit der Schließung der Filiale in der Sanderau werden die Schlangen immer länger." Dies sei jedoch nur eine subjektive Einschätzung und die persönliche Meinung des Mitarbeiters.

"Zu Spitzenzeiten gibt es überall Schlangen", kommentiert Pressesprecher Kutsch die Vorwürfe. "Ob im Supermarkt oder am Postschalter." Es sei nicht zu verhindern, dass Kunden auch mal warten müssen. Jeder Kunde habe aber die Möglichkeit eine Sendungen zum zweiten Mal nach Hause oder an Packstationen sowie an eine Wunschfiliale liefern zu lassen. "Alternative Zustellformen gibt es viele", sagt er. So würden sich einige Probleme einfach aus der Welt schaffen lassen. 

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