WÜRZBURG

Dankesbotschaft aus Japan

Voller Vorfreude: Die Kinder aus Fujinosono sehnen den Umzug in ihr neues Zuhause im Sommer herbei. Foto: ArchivWolfgang Klein-Langner

Post aus Japan: Anlässlich des zweiten Jahrestages der Tsunami-, Erdbeben und Atomkatastrophe am 11. März hat Franziskaner-Schwester Caelina Mauer geschrieben, um allen Unterstützern des Kinderheims Fujinosono zu danken, über die aktuelle Situation zu berichten und um frohe Ostern zu wünschen. Das neue Kinderheim soll am 29. Juni eröffnet werden. Menschen aus Würzburg und der Region haben den Bau mit über 230 000 Euro Spendengeld und zahlreichen Aktionen unterstützt.

Am 2. Gedenktag zur Katastrophe habe es im Nordosten Japans geschneit, genauso wie vor zwei Jahren, schreibt Schwester Caelina, die das über 50 Jahre alte Heim leitet. Die vier bis 18 Jahre alten Kinder und Jugendlichen, darunter viele Waise, leben seit Ende 2011 in 16 Containern, nachdem der vom Erdbeben geschädigte Altbau abgerissen wurde.

Eine Grippewelle mit vielen Kranken auf engem Raum habe im Januar und Februar allen schwer zu schaffen gemacht, so Schwester Caelina. Der Neubau schreite indes voran, mittlerweile seien die Arbeiten im dritten Stock angelangt. Vom Containerheim aus könnten die Kinder und Jugendlichen die Arbeiten verfolgen. „Sie können es kaum erwarten, endlich in das neue Heim einzuziehen.“

Von den 60 Kindern und Jugendlichen, die vor zwei Jahren die schrecklichen Ereignisse erlebt haben, sind noch gut ein Drittel im Heim. „Alle anderen sind in die Arbeitswelt entlassen, in die Familien zurückgekehrt oder leben jetzt in anderen Einrichtungen“, schreibt die Schwester. Auch zwei Jahre nach der Katastrophe erfahre man „Solidarität und konkrete Hilfe, sei es durch Spenden, Nahrungsmittel oder durch Besuche“.

Erfreut ist auch Wolfgang Klein-Langner, weil das Kinderheim „eines der ersten großen Hilfsprojekte ist, das nach der Katastrophe fertig wird“. Der Japanexperte und langjährige Vorsitzende der Siebold-Gesellschaft, der viele Hilfsaktionen für das Haus angekurbelt hat, wird an der Einweihung teilnehmen. Klein-Langner hatte erst im November den Fortschritt der Bauarbeiten vor Ort begutachtet und eine positive Stimmung bei den Kindern ausgemacht: „Mit der nun absehbaren Eröffnung haben sie eine Perspektive.“

Der Neubau kostet rund zehn Millionen Euro. Das Projekt entsteht unter der Federführung des Malteser Hilfsdienstes, der zusammen mit der österreichischen Caritas Spenden zusammenträgt und Sponsoren sucht.

Musik für die Inneneinrichtung

Bevor Klein-Langner im Juni seine 27. Japanreise antritt, möchte er noch etwas Spendengeld für die neue Inneneinrichtung des Hauses zusammenzubekommen. Dazu dient auch ein Benefizkonzert mit dem 80-köpfigen Mädchenorchester der Seirei Junior und Senior High School Nagoya an diesem Mittwoch, 27. März, um 19 Uhr im Barbarossa-Saal des Maritim-Hotels. Gespielt werden Auszüge aus „Schwanensee“ und die Sinfonie „Japanische Volkslieder.“ Karten gibt's nur an der Abendkasse. „Die Musiker reisen auf eigene Kosten an“, freut sich Klein-Langner auf einen Beitrag zur würzburgisch-japanischen Freundschaft.

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