OCHSENFURT

Das Casa geht auf die Ochsentour

Manfred Hinkelmann vom Arbeitskreis Geschichte, die Kinobetreiben Hannes Tietze und Gerd Dobner und Stadtarchivar Peter Wesselowsky am Denkmal für die mutigen Frauen vor dem Bollwerk, dem ersten Schauplatz der cineastischen „Ochsentour“ durch die Ochsenfurter Altstadt.
Manfred Hinkelmann vom Arbeitskreis Geschichte, die Kinobetreiben Hannes Tietze und Gerd Dobner und Stadtarchivar Peter Wesselowsky am Denkmal für die mutigen Frauen vor dem Bollwerk, dem ersten Schauplatz der cineastischen „Ochsentour“ durch die Ochsenfurter Altstadt. Foto: Gerhard Meißner

Casablanca-Kino verlässt den dunklen Kinosaal und geht raus in die Stadt. „Ochsentour“ heißt die neue Filmreihe, die ab dem 21. Juni zu markanten, aber wenig bekannten Orten in der Ochsenfurter Altstadt führt – ein Stück Heimatkunde, gepaart mit anspruchsvoller Filmkunst. Unterstützt wird die Reihe von der Stadt Ochsenfurt und dem Arbeitskreis Geschichte.

Erst Station ist das Bollwerk. Das älteste Ochsenfurter Stadttor ist zugleich das Domizil des Ochsenfurter Kultur- und Wandervereins und verfügt über einen öffentlich nicht zugänglichen Garten, der am Mittwoch, 21. Juni, um 21.30 Uhr zum Freiluft-Kinosaal wird. Ein bedeutende Rolle spielte das Bollwerk in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs, als mutige Ochsenfurter Frauen die am Tor errichteten Barrikaden einrissen und die Stadt so vor der Zerstörung durch die heranrückenden US-Truppen verschonten.

Seit einigen Jahren erinnert ein Denkmal an die mutigen Frauen von Ochsenfurt und auch Stadtarchivar Peter Wesselowsky nimmt ihre Tat zum Anlass für einen Einführungsvortrag. Er leitet über zur erst kürzlich erschienenen Nachkriegskomödie „Es war einmal in Deutschland“ mit Moritz Bleibtreu. Der Film erzählt von David Bermann, der 1946 schelmisch und mit viel Chuzpe versucht, als Wäschehändler finanziell auf die Füße zu kommen. Wie bei allen weiteren Filmen der Reihe ist der etwa zehnminütige Einführungsvortrag mit einem kleinen Imbiss verbunden.

„Die Sprache des Herzens“ heißt das ergreifende Drama um die junge Marie Heurtin, die blind, taub und stumm geboren wird und völlig isoliert auf dem Hof ihrer Eltern aufwächst. Erst durch ihre aufopferungsvolle Hilfe, gelingt es der Nonne Marguerite, Marie die Welt zu erschließen. Der französische Film nach einer wahren Begebenheit wird am Mittwoch, 28 Juni, um 21.30 Uhr im normalerweise verschlossenen Garten neben der Spitalkirche gezeigt. Mit einem kurzen Abriss über die Geschichte des Spitalwesens vom Mittelalter bis in die Neuzeit führt Toni Gernert vom Arbeitskreis Geschichte ins Thema ein.

Grusel-Klassiker an der Brücke

Die Alte Mainbrücke, stadtseitig, bildet am Mittwoch, 5. Juli, um 21.30 Uhr den Hintergrund für Werner Herzogs Grusel-Klassiker „Nosferatu – Phantom der Nacht“ mit Klaus Kinski. Herzogs meisterhafte Dracula-Adaption erzählt von der Pest in Wismar, deren Ausbruch durch Schiffsratten verursacht wurde. Fast so dramatisch sind manche Geschichten, die Manfred Hinkelmann vom Arbeitskreis Geschichte über die Bedeutung des Mains und der Schifffahrt für Ochsenfurt in seinem kurzen Einführungsvortrag zu erzählen weiß.

Orte in der Ochsenfurter Altstadt, die kaum jemand kennt, wollen Casablanca-Betreiber Hannes Tietze und Gerd Dobner mit ihrer „Ochsentour“ ins Rampenlicht rücken. Die Filmreihe ist dabei durchaus auf Dauer angelegt. Verwunschene Plätze gebe ist in Ochsenfurt noch genügend zu entdecken, sagt Hannes Tietze. Und wenn die Ochsentour ankommt, sollen in den nächsten Jahren auch die Ortsteile mit einbezogen werden.

Freilichtkino an weniger geheimnisvoller Stelle gibt es am 21. und 22. Juli. Dann lädt das Casablanca wieder zur Freiluft-Kinonacht auf dem Ochsenfurter Marktplatz ein.

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