OCHSENFURT

Das Liebesleben der Regenwürmer

Wissenswertes aus dem Untergrund: Fred Fürstenfeld, Leiter des Bodengesundheitsdienstes, erklärt am Tag der Rüben Besuchern des Versuchsfelds Aufbau und Beschaffenheit der unterschiedlichen Bodenschichten. Foto: Claudia Schuhmann

Dass es beim Zucker- und Rübentag im Rahmen der Unterfränkischen Kulturtage auch um Sex gehen würde, hätten die Besucher der Veranstaltung wahrscheinlich nicht erwartet. Aber Fred Fürstenfeld vom Bodengesundheitsdienst in Ochsenfurt versorgte seine Zuhörer mit Informationen über das Fortpflanzungsverhalten von Regenwürmern. Auf einem Versuchsfeld in der Fabrikstraße war eine große Grube ausgehoben worden, in der die Besucher den Regenwürmern auf Augenhöhe begegnen konnten. Jede Menge über Aufbau und Beschaffenheit der unterschiedlichen Bodenschichten gab es dort zu erfahren.

Riesige Maschinen

Auf das Versuchsfeld und zu Vorführungen auf dem Rübenhof der Zuckerfabrik war die Öffentlichkeit am Nachmittag eingeladen. Doch schon seit dem Vormittag waren Schulklassen auf dem sorgfältig vorbereiteten Gelände unterwegs. Unter anderem gab es dort die riesigen Maschinen zu bestaunen, mit denen Zuckerrüben gesät, geerntet, verladen und abtransportiert werden. Zur Demonstration der Maschinen hatten sich übrigens Schüler der Berufsschule bereit gefunden.

Neben den Details aus dem Privatleben der Regenwürmer – sie sind übrigens Zwitter – präsentierte Fred Fürstenfeld noch weitere Geheimnisse aus der Welt unter der Erdoberfläche. Er erklärte, wie sich aus der Beschaffenheit des Erdbodens die Fließgeschwindigkeit des Mains ablesen lässt, der früher an dieser Stelle einmal floss. Und er verriet, dass auch ohne Düngung Stickstoff und damit Nitrat im Boden gebildet wird.

Mit Hirn und Muskeln

Die Berufsschüler, viele von ihnen zukünftige Landwirte und Winzer, dürften zumindest Einiges davon schon einmal im Unterricht gehört haben. Um bei der Führung über das Versuchsfeld nicht nur das Hirn, sondern auch die Muskeln einzubeziehen, gab es Gelegenheit zum Schubkarren-Schieben. Die beiden Gefährte waren mit Sand beladen und unterschieden sich lediglich im Reifendruck. Wer sich mit dieser Last durch den Sandplatz kämpfte, konnte selbst erfahren, dass der lasch befüllte Reifen den Druck auf den Boden verteilt und daher weitaus schwieriger zu schieben ist. So, erklärte Fred Fürstenfeld, gehe man auch bei den schweren Maschinen vor und nutze breite Reifen mit geringem Luftdruck, um die Last auf eine möglichst große Fläche zu verteilen und dem Boden so möglichst wenig zu schaden.

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Mehr Bilder vom Zucker- und Rübentag unter www.mainpost.de./ochsenfurt.

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