GIEBELSTADT

Das kleine Gespenst spukt bei den Kinderfestspielen

Temperamentvoll und kurzweilig ist der Spuk bei den Kinderfestspielen Giebelstadt. Das zwölfköpfige Ensemble, vor allem die Acht- bis Elfjährigen, übertrugen bei der Premiere von „Das kleine Gespenst“ ihren Spaß am Spiel aufs Publikum. Das ließ sich bereitwillig nach Eulenberg entführen und honorierte das engagierte Bühnenspiel nach gut 80 Minuten (inklusive kurzer Pause) mit ordentlich Applaus.

In dem Städtchen lebt das kleine Gespenst (Mascha Obermeier). Zur Geisterstunde verlässt das freundliche Geschöpf der Nacht seine Truhe in der Burg und unterhält sich mit seinem Freund, dem Uhu Schuhu (Jens Gärtner), oder weckt mit seinem magischen Schlüsselbund Personen auf den goldgerahmten Gemälden der Galerie zum Leben, wie den „söltsam spröchenden“ alten Schweden Torsten Torstenson (Martin Hanns). Als „Gönöral“ hatte er einst Eulenberg belagert und war erst nach freundlicher Unterredung mit dem kleinen Gespenst abgezogen.

Doch der weiße Geist ist „tageslichtsüchtig“, singt sehnsüchtig davon, dass er Kinder kennenlernen möchte, wissen will „wie die Sonne riecht, wie es klingt, wenn sie abends untergeht“. Unverhofft, aus scheinbar unerklärlichen Gründen, erfüllt sich dieser Wunsch. Die (getanzte und gesungene) Freude darüber verfliegt allerdings schnell, als das Gespenst auf Menschen triff: Der Bürgermeister, seine fantastisch ausgestattete Sekretärin (Lara Kolla), die Lehrerin (Amelie Auer) und ihre Schulklasse (Luca und Maurizio van Musscher, Konrad und Johanna Hansen, Flora Trahndorff, Katharina Ries, Louis Leisterer) – alle fürchten sich vor dem „schwarzen Ungeheuer“ – Sonnenstrahlen haben das Gespenstchen inzwischen schwarz gefärbt – und jagen es. Das kleine Gespenst kann sich zwar in einen Brunnenschacht und in die Kanalisation flüchten. Doch es wacht zu seinem eigenen Leidwesen immer wieder Punkt 12 Uhr mittags auf und sorgt für ordentlich Unruhe in der Stadt, die sich gerade auf das große Festspiel um Torsten Torstenson vorbereitet . . .

Regie in dem Stück nach dem 1966 erschienenen Kinderbuchbestseller von Otfried Preußler führt Hannes Hirth, der für die erwachsenen Zuschauer hübsch spöttische Szenen auf Politiker und Beamte eingebaut hat. Ruth Hammer ist verantwortlich für das Bühnenbild, die Kostüme stammen von Brigitte Obermeier und die musikalischen Einlagen von Martin Hanns.

Nächste Vorstellungen 8., 9., 10., 11. 12. Juni. Karten: Tel. (0 93 34) 8 08 46

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