Würzburg/Schweinfurt

Das passiert in der Ferienzeit mit Haustieren

In den Ferien werden zehntausende Haustiere in Tierheimen abgegeben. Auch in Unterfranken sind die Einrichtungen ausgelastet. Dabei ist ein Trend erkennbar.
Nicht nur in der Ferienzeit geben Halter ihre Haustiere in Tierheimen ab. Foto: Daniel Peter

Viele Tierhalter stehen vor allem in der Urlaubszeit vor der Frage: Wohin mit dem Tier, wenn Frauchen und Herrchen Ferien machen? Laut dem Deutschen Tierschutzbund wurden während der Sommerferien 2019 bundesweit bislang rund 70 000 Haustiere in Tierheime gebracht. Eine Umfrage der Redaktion ergab, dass auch unterfränkische Tierheime derzeit voll ausgelastet sind.

So ist das Tierheim Kitzingen in diesen Tagen belegt: Dort leben aktuell 19 Hunde und 26 Katzen. Seit Anfang der Ferien seien allein zehn Katzen bei Tierheimleiterin Angela Drabant und ihrem Team untergebracht worden. Die meisten von ihnen werden nicht direkt abgegeben, sondern seien Fundtiere, die von Privatpersonen aus dem gesamten Landkreis aufgegriffen und zum Tierheim gebracht werden. Drabant glaubt, das hänge damit zusammen, dass viele Besitzer Angst hätten, dem Tierheim etwas zahlen zu müssen. Das sei aber gar nicht der Fall.

Die Sommerferien sind nicht immer schuld

Im Tierheim Schwebheim (Lkr. Schweinfurt) werden monatlich rund 20 Tiere abgegeben, berichtet Leiterin Christina Herrmann. Vor allem Katzenbabys werden ins Tierheim gebracht und müssen dort verpflegt werden. Gründe für die Abgabe seien allerdings nicht die Ferien, sondern hauptsächlich Trennungen oder Umzüge in Wohnungen, in denen keine Haustiere erlaubt sind.

Das Wally-Bangert-Tierheim in Lohr am Main (Lkr. Main-Spessart) hat seit einigen Jahren weniger Probleme mit den Sommerferien, wie Leiterin Lena Münz berichtet. Früher habe man in den Ferien öfter ausgesetzte Tiere erhalten. "Es war aber schon immer schwer zu beurteilen, ob es sich wirklich um Fundtiere oder eher um Streuner handelt", so Münz.

Im Würzburger Tierheim wurden seit Anfang August etwa 20 Tiere abgegeben. Zwar würden unabhängig der Ferien aufgrund der hohen Tierhaltungskosten immer mehr Tiere ins Würzburger Tierheim gebracht: "In den Ferien überlegen die Leute aber weniger lange, ob sie ihre Tiere behalten sollen", so Tierpfleger Maxim Iochim.

Der Trend geht zur Hundepension

Gleichzeitig ist die ans Tierheim angeschlossene Tierpension mit derzeit 35 Tieren komplett belegt. Immer häufiger geben vor allem Hundebesitzer, während sie selbst Urlaub machen, ihre Vierbeiner in eine Hundepension. Davon gebe es in der Region aber zu wenige, betont Iochim: Schon vor mehreren Monaten sei die Tierpension des Tierheims Würzburg für die Sommerferien ausgebucht gewesen.

So sah es auch im Hundezentrum am Berghof in Madenhausen (Lkr. Schweinfurt) aus: Die Hundepension sei seit Juni ausgebucht, so Leiter Achim Häußler. Seine tierischen Gäste kommen dabei nicht nur aus Unterfranken: Auch Hunde aus Nürnberg, Frankfurt und München seien im Hundezentrum am Berghof untergebracht. "Wir haben aktuell 30 Hunde, könnten aber deutlich mehr aufnehmen, wenn der Platz da wäre", sagt er. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Das bestätigt Ursula Buchen, die in Höchheim (Lkr. Rhön-Grabfeld) ebenfalls eine Hundepension führt. Seitdem Buchen ihre Hundepension 1991 eröffnet hat, sei die Nachfrage in der Ferienzeit jedes Jahr groß. Bereits jetzt habe Sie Anfragen für August 2020.

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