Würzburg

Demo für soziokulturelles Zentrum

Demo - Gestaltet das MOZ
Um die 50 vorwiegend junge Menschen demonstrieren am Samstag (28.07.18) in der Würzburger Innenstadt gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung öffentlichen Raumes und für demokratischere Entscheidungsprozesse in der Stadtgestaltung. Initiiert hat die Veranstaltung die Initiative für ein soziokulturelles Zentrum in Würzburg, Teil des Bündnisses sind u.a. Peace, Love & Solidarity, Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum, Stadtgärtner, Freiraum, die Linke, Weltladen Würzburg, Zukunftshaus Würzburg. Foto: Daniel Peter

Es kommt nicht oft vor, dass Bundestagsabgeordnete auf Würzburgs Straßen demonstrieren. Die Ochsenfurterin Simone Barrientos (Linkspartei) hat es getan, als eine von drei Dutzend meist jungen Leuten, die am Samstagnachmittag soziokulturelle Freiräume forderten. Ihnen voran fuhr ein Wagen mit einem Transparent, das fragte: "Wem gehört die Stadt?" Die Demonstranten wollen sie nicht Investoren mit kaufmännischen Interessen überlassen, sie sind gegen die Privatisierung öffentlicher Räume.

Barrientos fordert Schulterschluss aller Kulturinitiativen

Die Demonstration, am Hauptbahnhof beginnend, mündete in eine Kundgebung samt kleinem Straßenfest vor der Mozartschule in der Hofstraße. Aufgerufen hatte ein Zusammenschluss von Initiativen wie Freiraum, Weltladen, Stadtgärtner und die Linkspartei. Sie meinen, das Moz sei prädestiniert für einen "Ort des Miteinanders, des Austauschs und der Vernetzung unterschiedlicher Projekte und Ideen". Von Räumen der Begegnung von verschiedenen sozialen Milieus sprach Saraina Weigand, die Sprecherin der Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum. Soziokulturelle Zentren betrachten Kultur und Alltag als einander bedingende Elemente, sie verbinden kulturelle, soziale und politische Arbeit.

Die Abgeordnete Barrientos glaubt, dass dies die Zeit sei, in der entschieden wird, ob der Faschismus obsiegt oder besiegt wird. Sie forderte einen Schulterschluss aller Kulturinitiativen zur Verteidigung errungenen Fortschritts. Der Ochsenfurter Schriftsteller Leander Sukov, ebenfalls von der Linkspartei, beschrieb Kulturzentren als "Bausteine für eine bessere Welt" im Kampf gegen Rassismus, Chauvinismus und Nationalsozialismus, für Demokratie, Humanismus und Verständigung.

Bürgerinitiative war nicht eingebunden

Ganz und gar nicht zur Szene passte der ÖDP-Stadtrat Raimund Binder, er gestand auch "ein Bauchkribbeln", wenn er von einem soziokulturellen Zentrum höre. Trotzdem forderte er in einer kurzen Rede die Demonstranten auf, nicht locker zu lassen. Das Moz sei noch nicht verloren für die Nutzung als öffentlicher Raum.

Die Bürgerinitiative "Rettet das Moz" war, wie viele andere Initiativen und Gruppen aus dem bürgerlich-liberalen und links-alternativem Spektrum, nicht eingebunden.

 

 

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