Würzburg

Demo statt Klassenzimmer: Wieder Schulstreik fürs Klima

Auch am Freitag demonstrierten wieder viele Schüler für den Klimaschutz. Dieses Mal jedoch nicht nach der Schule, sondern wieder während der Schulzeit. Wie kommt's?
Die Demonstranten der "Fridays For Future"-Demo blieben vom nasskalten Wetter unbeeindruckt und zogen am Freitagvormittag in einer großen Schar durch Würzburg Foto: Thomas Obermeier

Obwohl die Protestbewegung "Fridays For Future" noch recht jung ist, hat sie auch in Würzburg eine fast schon traditionelle Regelmäßigkeit bekommen. Auch am Freitag liefen wieder zahlreiche junge Menschen durch die Würzburger Innenstadt, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Doch nicht nur in Würzburg versammelten sich dafür viele Demonstranten. Weltweit haben Kundgebungen in über 1000 Städten stattgefunden.

Versammelten sich die Schüler in Würzburg zuletzt in der schulfreien Faschingswoche, ging es nun wieder während der Schulzeit auf die Straße. Dies sorgte schon im Januar für hitzige Debatten. Denn: Für Schüler gibt es kein Streikrecht. Die Regierung von Unterfranken hatte bereits im Vorfeld der ersten Demonstration alle Schulen im Rahmen ihrer Zuständigkeit vorsorglich angeschrieben und auf die schulrechtliche Situation hingewiesen. "Gerade beim weltweiten Streik am 15. März haben wir es für wichtig gehalten, dass wir wieder klar zeigen, wo unsere Prioritäten liegen", so Organisator Benedikt Schürzinger. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sprach den Schülern kürzlich seine Sympathie für die Proteste aus. "Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Jugendlichen auf die Straße gehen", sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

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Einen Tag vor dem Streik wies das Koordinationsteam auf seinem Instagram-Auftritt nochmals auf drohende Konsequenzen hin. "Wir glauben nicht, dass die Verweise eine große Bedeutung haben, garantieren können wir aber natürlich nichts", hieß es dort. 

Von den Konsequenzen ließen sich viele Schüler am Freitag offenbar nicht einschüchtern und nahmen erneut mögliche Verweise in Kauf. Die Demonstration startete am Hauptbahnhof und endete am Regierungsgebäude Unterfranken. Dort überreichten die Organisatoren und der Verein Bergwaldprojekt eine Baumpatenschaft an die Stadt Würzburg. Die Veranstalter zählten zum Start der Demo etwa 720 Teilnehmer, korrigierten die Zahl am Ende der Kundgebung jedoch auf etwa 1100 – nach dreimaligem Durchzählen, wie sie versicherten.

Die Veranstalter sprachen gegen Ende der Demonstration von rund 1100 Teilnehmern. Foto: Thomas Obermeier

Zwischen der Schätzung der Veranstalter und der Zählung der Polizei gibt es jedoch eine Diskrepanz. Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt spricht von 700 bis 750 Teilnehmern. Zum ersten Schülerstreik im Januar kamen nach Angaben der Polizei rund 1000 Teilnehmer. "Es kommt weniger darauf an, was hier in Würzburg passiert, sondern allgemein, was deutschlandweit und weltweit passiert", so Organisator Benedikt Schürzinger. 

"Die massive Kritik unter der Gürtellinie zeigt, dass man sich auf einer inhaltlichen Ebene sehr schwer tut, an unseren Zielen rumzumeckern."
Benedikt Schürzinger, Organisator

Zwar wächst die Bewegung immer weiter, zeitgleich häufen sich aber auch Probleme, die es zum Start der Bewegung in dem Maße noch nicht gegeben hat. So berichtet die bundesweite Internetseite der Bewegung von Hassbotschaften und Drohungen – vor allem in den sozialen Medien und somit genau dort, wo die Protestbewegung ihren Anfang genommen hat. In Würzburg hat es bislang jedoch keine Probleme mit Hassbotschaften gegeben, weiß Benedikt Schürzinger: "Handfeste Drohungen gab es kaum. Diese massive Kritik unter der Gürtellinie zeigt eigentlich gerade erst, dass man sich auf einer inhaltlichen Ebene sehr schwer tut, an unseren Zielen rumzumeckern." Kommenden Freitag wird es laut Veranstaltern keine Demonstration geben.

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