WÜRZBURG

Denkmalschützer fordern: Das Hochhaus unbedingt erhalten

So könnte das neue alte Hochhaus in der Augustinerstraße nach den Plänen der Bauherren einmal aussehen. Foto: Illustration: HLH GmbH

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nachdem vergangene Woche die Pläne der Hans-Löffler-Haus-GmbH öffentlich wurden, das Baudenkmal „Ämterhochhaus“ in der Augustinerstraße durch einen Nachbau zu ersetzen, bezieht der Verschönerungsverein Würzburg (VVW) jetzt dagegen Stellung. „Ohne Not sollte auf keinen Fall ein Original durch eine Kopie ersetzt werden“, schreibt Stefan Kummer.

Der VVW-Vorsitzende räumt ein, dass die geplante Kopie dem „Denkmal der neuen Sachlichkeit“, das 1930 entstand, ähnlich sehe und „auf jeden Fall stadtbildverträglicher“ sei als das 2007 geplante und gerichtlich gekippte Hochhaus-Projekt „Tricyan Tower“ an dieser Stelle. Allerdings sähe der Neubau nicht genau wie das Original aus: Allein das Glaswalmdach, durch welches das Gebäude zwei Meter höher werde, wirke massiver als das jetzige Dach, merkt der VVW an.

Trotz „der offensichtlichen Ähnlichkeit von Original und Kopie“ lehnt der Verschönerungsverein das Hochhausprojekt ab – und das aus einem einfachen Grund: „Weil es von einer vollständigen Beseitigung des Originals ausgeht“, schreibt Kummer. Und oberster Grundsatz der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes, dem sich der Verein verschrieben hat, sei nun einmal die Bewahrung eines Denkmals in seiner Ursprünglichkeit, also die möglichst umfassende Erhaltung des Originals.

Kummer: „Kopien sind Dokumente des Verlustes“

Keine Kopie könne den eigentümlichen Reiz, insbesondere den „Erinnerungswert“ und „Alterswert“ eines Denkmals wettmachen. Selbst erneuerte, in Teilen veränderte Denkmäler besäßen weit mehr geschichtliche Authentizität als Kopien. Kummer: „Kopien sind immer Dokumente des Verlustes.“ Deshalb plädiert der VVW „nachdrücklich für die Erhaltung der originalen Substanz des Hochhauses“.

Dass eine Erhaltung möglich ist, hätten die unter dem Vorbesitzer genehmigten Sanierungspläne gezeigt, auch wenn dabei der Dachbereich verändert würde. Eine den heutigen Wohnbedürfnissen angepasste Modifikation des oberen Gebäudeabschlusses hält der VVW weiterhin für denkbar: „Diese Veränderung am originalen Bau wäre, wenn sie nicht gravierend vom vertrauten Erscheinungsbild abwiche, hinnehmbar – nicht aber der Abbruch des Denkmals.“

Joachim Spatz, einer der Eigentümer, sieht das anders: Die geplante Rekonstruktion sei weitaus näher am Original als ein nur zum Teil erhaltenes und saniertes Gebäude.

Auch Bedenken wegen der Anbauten

Der Verschönerungsverein hat auch Bedenken wegen der geplanten An- und Neubauten neben und hinter dem Hochhaus. Diese fielen möglicherweise zu massiv aus.

Zusammen mit den Nachbarn hatte der Verein einst erfolgreich gegen denn Hochhaus-Neubau „Tricyan Tower“ gekämpft. Ob man gegebenenfalls auch beim Proiekt „Hans-Löffler-Haus“, wie die Hochhaus-Kopie heißen soll, vor Gericht zieht, ist nicht bekannt. Die Pläne sind noch nicht genehmigt. Als nächstes beschäftigt sich damit die Stadtbildkommision am 24. März.

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