Zellerau

Der Entwässerungsbetrieb arbeitet jetzt mit Zertifizierung

Jedes Mal, wenn in der Stadt eine Toilettenspülung betätigt wird, sorgt der EBW dafür, dass das Abwasser gereinigt wird. Nun wurde ein neues Managementsystem eingeführt.
Stolz auf das Ergebnis von fast zwei Jahren Arbeit: Die Führungsriege des EBW mit (von links) Oliver Menz (Kanalbetrieb), Klaus Lurz (Verfahrenstechnik Klärwerk), Eberhard Oehler (Leiter Kanalbetrieb) Christine Neuland (Abteilungsleiterin Kanalbetrieb und Klärwerk), Christian Baumgart (ehemaliger Betriebsleiter), Betriebsleiter Benjamin Schneider und stellvertretender Betriebsleiter Jörg Roth. Foto: Patrick Wötzel

Ein wichtiger Dienstleister für über 200 000 Menschen in Stadt und Landkreis, den so gut wie keiner kennt: Das ist der städtische Entwässerungsbetrieb (EBW), der sich um die Abwässer und Hinterlassenschaften der Haushalte der Stadt und von 16 Umlandgemeinden kümmert und dadurch die Gewässer sauber hält. Um seine Aufgaben künftig noch besser und effizienter zu erfüllen, hat der EBW in einem knapp zweijährigen Prozess ein integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagement eingeführt und sich vom TÜV zertifizieren lassen.

Jedes Mal, wenn in der Stadt eine Waschmaschine ihr Wasser abpumpt oder eine Toilettenspülung betätigt wird, sorgt der EBW mit seinem 540 Kilometer langen Kanalnetz im Würzburger Untergrund und seinem Klärwerk in der Zellerau dafür, dass das Abwasser von allen Chemikalien und menschlichen Hinterlassenschaften gereinigt wird und keine Schadstoffe im Main landen. Zum Gewässerschutz gehört es außerdem, dass auch bei Starkregen nur das Regenwasser in den Flüssen und Bächen und das Schmutzwasser weiterhin in den Klärbecken und Faultürmen in der Mainaustraße landet.

"Was wir alle täglich verursachen, muss irgendjemand wieder beseitigen."
Christian Baumgart, ehemaliger EBW-Betriebsleiter

"Was wir alle täglich verursachen, muss irgendjemand wieder beseitigen. Das passiert hier künftig auf sicherer und zertifizierter Basis", sagt der ehemalige EBW-Betriebsleiter Christian Baumgart vor der Presse. Während seiner Amtszeit begann im April 2017 die Einführung des neuen Management-Systems, sein Nachfolger Benjamin Schneider konnte jetzt die Früchte ernten. "Es ging dabei um die Optimierung von Prozessen in allen Bereichen. Dadurch werden nicht nur gesetzliche Vorgaben umgesetzt, sondern unsere Arbeit auch für Stadtrat und Bürger transparenter gemacht", so Schneider.

Es gibt viel zu tun beim EBW - angefangen von den täglichen Kamerafahrten durch das Kanalsystem, um Schäden und Probleme rechtzeitig aufzuspüren und Reparaturen durchführen zu können. An Stelle der bisherigen "Zettelwirtschaft", so Eberhard Oehler, Leiter des Kanalbetriebs beim EBW, gibt es jetzt einen geregelten Ablauf für die Dokumentation aller Meldungen der Mitarbeiter.

Sämtliche Abläufe mussten überprüft und dokumentiert werden

Die Einführung und Zertifizierung des Management-Systems hat sämtlichen 120 Mitarbeitern des EBW viel Arbeit abverlangt - unterstützt wurden sie dabei bis zum einwöchigen Audit durch den TÜV Süd vom Berliner Büro Confideon. Betroffen war jeder einzelne Arbeitsplatz: Sämtliche Abläufe mussten überprüft und dokumentiert werden, unter anderem in Sachen Brandschutz, Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilung.

"Es war eine riesige Aufgabe mit viel zusätzlicher Arbeit. Wenn alle geahnt hätten, was auf sie zukommt, wäre die Akzeptanz bei den Mitarbeitern bestimmt nicht so hoch gewesen", so Baumgart. Die Zertifizierung dient auch als Motivation, die geplanten Maßnahmen auch wirklich umzusetzen, denn sie werden in regelmäßigen Abständen überprüft: "Dadurch werden wir noch besser. Nicht nur im betrieblichen Ablauf, sondern auch im Bereich Umweltschutz", betonte Jörg Roth, der stellvertretende Leiter des EBW.

Gut 100 000 Euro hat sich der Entwässerungsbetrieb die Einführung und Zertifizierung kosten lassen, will durch effizientere Abläufe künftig aber auch Kosten einsparen. Das integrierte Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem basiert auf den Vorgaben von DIN-Vorschriften, wie die Abteilungsleiterin Kanalbetrieb und Klärwerk, Christine Neuland, erklärte: "Es ist auch in Zukunft noch viel Arbeit damit verbunden." Qualitätsmanagementbeauftragter des EBW ist Klaus Lurz, der auch künftig die Arbeitsprozesse begutachten und interne Audits organisieren wird.

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