Ochsenfurt

Der Pfingstritt findet in jedem Fall statt

In diesem Jahr ist zu Pfingsten alles ein bisschen anders. Auch beim traditionellen Pfingstritt. Für den werden noch Pferde mit besonderer Qualifikation gesucht.
Ein Besuchermagnet ist der alle zwei Jahre stattfindende Pfingstritt in Ochsenfurt, hier ein Foto aus dem Jahr 2017.
Ein Besuchermagnet ist der alle zwei Jahre stattfindende Pfingstritt in Ochsenfurt, hier ein Foto aus dem Jahr 2017. Foto: Patty Varasano

Die Planung des diesjährigen Bratwurstfestes sowie des Pfingstrittes in Ochsenfurt war nicht ganz einfach. Bei einem Pressegespräch im Rathaus jedoch bekräftigte Bürgermeister Peter Juks: Beide Festivitäten finden 2019 statt, wenn auch mit einigen Neuerungen.

Mit dem Volkstrachtenverein, der das Bratwurstfest veranstaltet, sei sich die Stadt nach mehreren Gesprächen schließlich einig geworden, sagte Juks: Das Fest zieht um auf den Parkplatz am Mainufer, denn auf dem eigentlichen Festplatz können unter den aktuellen Voraussetzungen Veranstaltungen aus rechtlichen Gründen nicht genehmigt werden. Der Festplatz befindet sich in der Nähe eines sogenannten Störfallbetriebes, für dessen Umgebung gemäß der Seveso-III-Richtlinie besondere Vorgaben gelten. Ob sich die Situation dort irgendwann werde lösen lassen, stehe aktuell noch nicht fest, so Juks.

Rosemarie Brauner, Vorsitzende des Volkstrachtenvereins, hat bei der Vorbereitung inzwischen alles unter Dach und Fach gebracht, sagte sie gegenüber der Redaktion. Erst relativ spät konnte sie diesmal die Musikgruppen für das Fest ordern, aber "mit einer großen Telefoniererei" habe es geklappt.

Die Stadt sorgt für die technische Infrastruktur 

Bis auf Weiteres muss deshalb der Mainuferparkplatz als Ausweichquartier dienen. Die Stadt lässt seine Infrastruktur unter anderem mit Kanal- und Stromanschluss so herstellen, dass das Bratwurstfest dort abgehalten werden kann. Der Volkstrachtenverein erhält für seinen organisatorischen Mehraufwand einen Geldbetrag. "Das Bratwurstfest ist kein Fest wie jedes andere auch, sondern eines mit überregionaler Strahlkraft", begründet das Juks.  Das Festzelt wird auf dem stadtnäheren Parkplatz stehen, zum Main hin befinden sich das Karussell und die weiteren Attraktionen. Da die beiden Ochsenfurter Brauereien immer abwechselnd für das Festbier zuständig sind, ist in diesem Jahr wieder die Kauzen-Bräu an der Reihe.

Für Planung und Durchführung des alle zwei Jahre stattfindenden Pfingstrittes zur Wolfgangskapelle ist nicht der Volkstrachtenverein, sondern der Stadtmarketingverein in Zusammenarbeit mit der Stadt verantwortlich. Und auch von dessen Seite heißt es: Der Pfingstritt findet auf jeden Fall statt. Seit vielen Jahren kümmert sich Gerhard Wingenfeld um die Organisation, steht aber in diesem Jahr vor einem ganz besonderen Problem.

"Das Bratwurstfest ist kein Fest wie jedes andere auch."
Peter Juks, Bürgermeister in Ochsenfurt

Noch immer seien die beiden Pferde, die während der Prozession zur Wolfgangskapelle traditionell den Pfarrer und den Pilger auf dem Rücken tragen, nicht gefunden, so Wingenfeld. In früheren Jahren hatte der Ochsenfurter Reit- und Fahrverein St. Wolfgang diese Pferde zur Verfügung gestellt. Doch nach dem Rücktritt des gesamten Vorstandes Ende vergangenen Jahres kann sich der Verein darum nicht mehr kümmern.

Die Anforderungen an die Pferde sind hoch. Am besten geeignet seien sehr langmütige und ruhige Schulpferde, die es gewohnt seien, ungeübte Reiter zu tragen und währenddessen am Zügel geführt zu werden, so Wingenfeld. Zwei Reitvereine aus Nachbargemeinden hätten bereits abgesagt. Jetzt hofft Wingenfeld, dass sich ein anderer Verein findet, der zwei derart qualifizierte Reittiere zur Verfügung stellen kann.

Manche Pferde scheuen vor grellen Farben

Überhaupt sind die teilnehmenden Pferde ein ganz spezieller Faktor, der bei der Planung berücksichtigt werden muss. Als überaus vorsichtige Lebewesen reagieren manche zum Beispiel verunsichert auf grelle Farben. Deshalb, betont Gerhard Wingenfeld, dürfen die Ordner beim Umzug keine reflektierenden Warnwesten tragen.

Beim Pressegespräch zu Bratwurstfest und Pfingstritt (von links): Jacob Pritzl (Kauzen-Bräu), Gerhard Wingenfeld, Julia Moutschka (Geschäftsführerin Stadtmarketingverein), Bürgermeister Peter Juks, Karl-Heinz Pritzl (Kauzen-Bräu), Anne Derday (Leiterin Toruist-Info)
Beim Pressegespräch zu Bratwurstfest und Pfingstritt (von links): Jacob Pritzl (Kauzen-Bräu), Gerhard Wingenfeld, Julia Moutschka (Geschäftsführerin Stadtmarketingverein), Bürgermeister Peter Juks, Karl-Heinz Pritzl (Kauzen-Bräu), Anne Derday (Leiterin Toruist-Info) Foto: Claudia Schuhmann

Aus dem gleichen Grund finde diesmal die Segnung der Reitpferde bereits vor der Holzbrücke unterhalb der Wolfgangskapelle statt, ergänzt Anne Derday, Leiterin der Ochsenfurter Tourist-Info. Der Wechsel des Untergrunds habe durchaus das Potenzial, so manches Pferd aus dem Konzept zu bringen. Die Reiter können selbst entscheiden, ob sie den Weg über die Brücke wählen oder wie die Kutschen über die Straße zur Kapelle kommen wollen. Dort gibt es dann eine Segnung für alle. 

Weg über die Alte Mainbrücke ist eine Bereicherung

Gesucht wird außerdem ein Verein, der die Verköstigung der Zugteilnehmer am Norma-Parkplatz übernimmt. Auch diese Aufgabe hatte in der Vergangenheit der Ochsenfurter Reitverein übernommen. Dass der Zug der Reiter und Kutschen nun über die Alte Mainbrücke führt, empfindet Peter Juks als Bereicherung für die Veranstaltung. Schon beim Pfingstritt vor zwei Jahren war das so gewesen. Es sei ein farbenprächtiges Spektakel, wenn die geschmückten Pferde über die Brücke in die Stadt kämen, so der Bürgermeister.

Auch Gerhard Wingenfeld kann an dem Weg über die Alte Mainbrücke nur Positives finden. "Das Problem des Parkens hat sich auf einen Schlag gelöst", sagt er. Am Norma-Parkplatz können die Teilnehmer ihre Autos, Pferdeanhänger und auch die Lkw abstellen, mit denen die Kutschen teilweise angeliefert werden. Dort werden alle in einer bestimmten Reihenfolge aufgestellt und starten über die Brücke Richtung Altstadt.

Gerhard Wingenfeld erwartet aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit etwa 80 bis 120 Reitpferde sowie bis zu 20 Kutschen. Die Teilnehmer können sich beim Stadtmarketingverein anmelden. Dazu kommen verschiedene Fußgruppen, unter anderem örtliche Vereine, sowie Helfer von der Feuerwehr, dem technischen Hilfswerk, Bauhof, Bayerischem Roten Kreuz und der Polizei. Der Pfingstritt beginnt am Pfingstmontag, 10. Juni, um 13 Uhr. Das Bratwurtsfest beginnt bereits am Samstag, 8. Juni, und endet am darauffolgenden Dienstag.

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