Kitzingen

Der Rückblick auf das Gartenjahr 2019

Am Ende eines Jahres heißt es zurückzublicken, auch den Garten betreffend. Was war besonders auffällig? Foto: Christian Schwier/Fotolia

Am Ende eines Jahres heißt es zurückzublicken, auch den Garten betreffend. Was war besonders auffällig? Wer ein eigenes Gartentagebuch führt kann individuell Nachschau halten. Die Mitarbeiter vom Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie erleben hautnah, wo und wann es Gartenprobleme gibt. Kein Jahr ist wie das andere. Witterungsbedingungen, Krankheiten und Schädlinge stellen den Freizeitgärtner immer wieder vor Herausforderungen.

Das Wetter

Schon bald war die Gemüseanzucht durch milde Temperaturen möglich. Auf einen warmen April folgte ein kühler und feuchter Mai. Ab Juni stiegen die Temperaturen hochsommerlich an, was den Pflanzen sehr zu schaffen machte. Verschiedene Hitzeschäden und wetterbedingte Schädlinge stellten sich an den Gewächsen ein. Mit der Hitze im Juni kam dann in manchen Gebieten auch die Trockenheit. Über viele Wochen litten die Pflanzen unter großer Wärme und Wassermangel. Im Herbst kam das ersehnte Nass, auch in den trockenen Gegenden. Dies förderte dann noch die Herbstfärbung. Besonders Rottöne traten in den Vordergrund. Sehr lange blieben die bunten Blätter an den Bäumen hängen, die noch nicht durch Trockenheit schon im Sommer blattlos waren. Nur Ende Oktober und im November gab es kurzzeitig leichten Frost. Dann folgten laut Pressemitteilung wieder milde Temperaturen, so dass Herbst- und Wintergemüse weiterhin wachsen konnten, leider auch das Unkraut.

Witterungsbedingte Gartenereignisse

2019 traten Hitze- und Sonnenschäden schon ab Juni auf. War die Witterung erst kühl und feucht, schädigen Sonne und hohe Temperaturen besonders stark. Sonnenbrand trat an Beerenobst und Tomaten auf. Mangelnder Fruchtansatz bei Stangenbohnen und Tomaten (vor allem im Gewächshaus) waren die Auswirkungen trockener Hitze, ebenso wie Blütenendfäule.

Ein grüner Rasen im Sommer? In vielen Gegenden ohne richtige und intensive Bewässerung war dies nicht mehr möglich. Mittelfristig sollte man sich auch überlegen, ob es künftig erstrebenswert ist oder andere Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden.

Heiße Tage und kühle Nächte fördern Echten Mehltau. Schon ab Juni waren erste Mehltauflecken an Zucchini und Rosen zu finden. Auffallend häufig waren am Gartentelefon die Anfragen zur Mehligen Pflaumenlaus. Allgemein vermehren sich Blattläuse bei warmen Temperaturen schnell, so dass es zu einem Massenauftreten kommen kann. In einem naturnahen Garten folgen die Nützlinge bald nach (zum Beispiel Marienkäfer und deren Larven).

Vermehrte Anfragen zu Trendthemen

Informationen zum Buchsbaumzünsler wurden laut Pressemitteilung auch 2019 wieder vermehrt nachgefragt, allerdings nicht so häufig wie im Jahr zuvor. Entweder sind die Freizeitgärtner schon ausreichend informiert, resigniert oder die Buchspflanzen wurden entfernt.

Ganz klar im Fokus stand in diesem Jahr die Biodiversität. Angeregt durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wurde verstärkt nach Saatgut für Blühwiesen angefragt. Dass jedoch Vorarbeit geleistet werden muss, um ein gutes Pflanzenergebnis zu erzielen, war den Freizeitgärtnern oft nicht bewusst. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie konnten beratend helfen und haben auch alternative Möglichkeiten vorgestellt.

Ausblick nach 2020

Was beschert uns das neue Jahr? Seit den letzten Jahren werden Wetterextreme immer stärker. Während im Süden Bayerns das Wasser meist kein Problem darstellt, leiden andere Teile unter starker Trockenheit. Für die Gartenbewirtschaftung muss man sich darauf einstellen. Richtiges Gießen, Mulchen und andere Bodenpflegemaßnahmen erlangen wieder einen hohen Stellenwert. Gärten werden sich verändern, um Ressourcen zu schonen. Andere Gartengewächse werden Einzug halten. Im Herbst kann der Garten sehr lange bewirtschaftet werden. Der Anbau von Herbst- und Wintergemüsen wird durch milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres wieder attraktiv.

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