Der SFV setzt ganz auf erneuerbare Energie

WÜRZBURG (TAP) Es sind vor allem Akademiker, die sich an jedem zweiten Donnerstag im Monat im Kaffeehaus Brückenbäck zum Stammtisch des Solarenergie-Fördervereins (SFV) treffen. Die vor zehn Jahren gegründete Info-Stelle in Würzburg hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie möchte ihren Beitrag dazu leisten, dass in spätestens 50 Jahren Erdöl und Erdgas, Kohle und Uran als Energielieferanten ausgedient haben.
Jürgen Grahl (links) und Manfred
Jürgen Grahl (links) und Manfred Dürr vom Würzburger Solarenergie-Förderverein kämpfen für die komplette Umstellung auf ... Foto: FOTO TAP
Was für viele Menschen utopisch erscheint, ist für die 40 SFV-Mitglieder keineswegs visionär. Technologisch sei es schon in 30 Jahren möglich, die Energieversorgung in Deutschland auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzustellen, erklären die SFV-Sprecher Jürgen Grahl und Manfred Dürr. Bei den Stammtischen werde lediglich darüber diskutiert, wie die Bevölkerung und die Politik für diesen ökologisch und ökonomisch unverzichtbaren Schritt gewonnen werden könne.

Die SFV-Aktivisten, das ist das Besondere an der Organisation, die deutschlandweit rund 2500 Mitglieder umfasst, klammern in ihren Diskussionen um den Klima- und Umweltschutz die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in der Bundesrepublik keineswegs aus. Vor allem die Massenarbeitslosigkeit wird in den Blick genommen.

Mit den Konzepten des SFV, ist Mathematiker Grahl überzeugt, könnte die Arbeitslosigkeit deutlich gesenkt werden. Das Konzept hierzu, räumt Diplom-Ingenieur Dürr ein, klingt für die meisten Bürger und Politiker zunächst erschreckend: Der Solarenergie-Förderverein möchte deutlich höhere Steuern auf Energie.

Die dadurch erzeugten Effekte wären für viele Menschen äußerst positiv, so Dürr. Statt Maschinen hätten sie endlich wieder Arbeit. Energie, unterstreicht Grahl, müsse allein deshalb wesentlich höher als derzeit besteuert werden als die menschliche Arbeitskraft, weil sie wesentlich effektiver ist. Man vergleiche, so der Mathematiker, wie lange fünf Männer bräuchten, um ein Auto, statt es mit Benzin zu betreiben, über die Straße zu ziehen.

Ein Grund für den drastischen Abbau von Arbeitsplätzen ist nach Ansicht des stellvertretenden Vorsitzenden des SFV Deutschland, dass Energie für die hoch effizienten Computer, Maschinen und Anlagen in den Betrieben lediglich rund fünf Prozent an den Produktionskosten ausmacht, während Menschen in den Firmen mit einem rund 75-prozentigen Anteil zu Buche schlagen.

Hohe Energiesteuern, so Grahl, würden das nötige Geld in die Kassen des Staates spülen, um die Sozialausgaben zu finanzieren. Würde es aus Kostengründen außerdem endlich Sinn machen, Häuser ökologisch auf Vordermann zu bringen, hätte das Handwerk endlich wieder Arbeit. Weil Energie heute noch immer billig sei, werde derzeit nicht in das investiert, was aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes dringend notwendig wäre.

Außerhalb der Parteien der Grünen und der ÖDP, so Grahl, sei es schwer, politische Mitstreiter für die Ideen der Energiesteuer und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energie zu gewinnen. Unermüdlich machen die SFV-Aktivisten dennoch darauf aufmerksam, dass es nach ihrer Überzeugung ohne diese Maßnahmen nicht mehr lange gut geht. Vermutlich, so Dürr, sei das Maximum der weltweiten Ölfördermenge bereits überschritten, die Klimaprobleme mit ihren gravierenden ökologischen und gesundheitlichen Folgen würden von Tag zu Tag deutlicher sichtbar.


Kontakt zur Info-Stelle des SFV
gibt es unter Tel. (09 31) 4 67 76 52
oder der Mail-Adresse juer-
gen.grahl@mail.uni-wuerzburg.de

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