Bergtheim

Der Streit um die Klärschlammtrocknung gärt weiter

Ist der Bau einer neuen Trocknungsanlage die Lösung im Streit mit der Firma Fischer KG? Foto: ANGIE WOLF

Hinter verschlossenen Türen tagte der "Abwasserzweckverband Obere Pleichach", dem die Gemeinden Bergtheim, Hausen, Oberpleichfeld und Unterpleichfeld angehören. Der Grund: Die laufende Auseinandersetzung mit der Firma Fischer und ein möglicher neuer Vergleich sollten beraten werden. Das bestätigte der Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes Bernd Schraud auf Nachfrage dieser Redaktion.

Klärschlammtrocknung war kaputt

Eine Bürgerin zeigte sich empört darüber, weil sie extra zur Sitzung gekommen war und den Saal nach wenigen Minuten wieder verlassen musste. Als Außenstehende erfahre sie wieder nichts neues, ärgerte sich die Frau. Dabei gehe doch die Auseinandersetzung mit der Biogasanlagen Fischer KG die  Bürger aller Mitgliedsgemeinden des Abwasserzweckverbandes etwas an. 

Worum geht es? Im Jahr 2006 wurde auf dem Grundstück der Kläranlage in Unterpleichfeld eine Biogasanlage in Betrieb genommen. Nachdem die Klärschlammtrocknungsanlage 2012 nicht mehr funktioniert hatte, wurde die Biogasanlage an die Firma Fischer verkauft. Weil diese durch die kaputte Anlage keine Bonuszahlungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bekam, klagte sie auf Schadenersatz und bekam recht. Im September 2018 wurde der Abwasserzweckverband vom Landgericht Würzburg zu einer Zahlung von rund 230 000 Euro verurteilt. Seit dem Urteil kommen monatlich circa 7000 Euro hinzu, die dem Kläger Herrmann Fischer nach der Gerichtsentscheidung zustehen. Der Abwasserzweckverband legte gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht ein.

Über neue Trocknungsanlage gesprochen

Vor der Urteilsfällung durch das Landgericht Würzburg hatte dieses einen Vergleichsvorschlag ausgehandelt. Gegen eine Zahlung von 1,075 Millionen Euro des Abwasserzweckverbandes an die Fischer KG wären zukünftige Bonuszahlungen entfallen. Der Vergleich wurde laut Schraud jedoch von beiden Seiten abgelehnt, wenn auch mit knapper Mehrheit auf Seiten des Abwasserzweckverbandes.

Alle Beteiligten möchten schnellstmöglich eine Lösung für die Auseinandersetzung finden. Im Januar 2019 erklärte Bergtheims Bürgermeister Konrad Schlier, dass er die Tendenz erkenne, sich mit Fischer verständigen zu können. Wie ein solcher Vergleich aussehen könnte, ist nicht bekannt.  Schraud brachte zuletzt den Vorschlag zum Bau einer neuen Trocknungsanlage für den Klärschlamm ein. Ob es letztlich aber daraus hinausläuft, ist offen.

Schraud lässt nur so viel an die Öffentlichkeit: "Der Abwasserzweckverband und die Fischer KG haben neue Vergleichsverhandlungen geführt, dabei wurde auch eine neue Trocknungsanlage thematisiert." Das Ergebnis sei an das Gericht weitergegeben worden. Wenn auch dieses zustimme, werde der Vergleich öffentlich bekannt gegeben, erklärte er.

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