WÜRZBURG

Der neue Hafensommer ist ein bisschen auch der alte

Mit einer neuen Führungsmannschaft geht der Hafensommer am 21. Juli in seine elfte Saison und will mehr Besucher ins Hafenbecken locken.
Mit einer neuen Führungsmannschaft geht der Hafensommer am 21. Juli in seine elfte Saison und will mehr Besucher ins Hafenbecken locken. Foto: Thomas Obermeier

Zum Jahresbeginn 2016 ist der Würzburger Hafensommer zunächst in schwere See geraten, um schließlich doch noch das rettende Ufer zu erreichen. Jetzt geht das Sommerfestival von der Stadt Würzburg veranstaltete Sommerfestival in sein zweites Jahrzehnt und der Weg soll in ruhigeres Fahrwasser führen.

Richten soll das ein neues Team auf der Kommandobrücke, das Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Kulturreferent Muchtar Al Ghusain bei einem Pressegespräch und anschließend im Kultur- und Schulausschuss vorstellten. Mit dabei sind auch zwei deutschlandweit erfahrene Festivalexperten. Und die ersten Künstlernamen, die bekannt gegeben wurden, lassen abermals ein spannendes Programm erwarten.

Nils Landgren kommt nach Würzburg

Mit dem schwedischen Posaunisten Nils Landgren wird einer der vielseitigsten und bekanntesten europäischen Jazzmusiker am 23. Juli beim Hafensommer gastieren. Er wird seine Stamm-Band, die Funk Unit, mitbringen, mit der er schon seit 2010 zusammenspielt.

Die US-Band Lambchop kommt zwar aus der Country-Metropole Nashville, hat aber mit traditionellem Country & Western gar nichts am Cowboyhut. Lambchop-Mastermind Kurt Wagner ändert stetig die Bandbesetzung und erfindet deren Musik immer wieder neu. Lambchop sind aber vor allem eine charismatische Liveband. Nachzuprüfen am 3. August auf der Hafenbühne.

Mit der portugiesischen Sängerin Gisela Joao erstrahlt am 25. Juli der neue Stern am Fado-Himmel über dem Hafenbecken. Sie gilt als der neue Fado-Star in Portugal und wird auch gerne als die „rock'n'rolligste Fadista“ bezeichnet. Und schließlich wird am 29. Juli das deutschen Quartett „Bukahara“ ihr Würzburg-Debüt geben. Die vier Musiker, die ausschließlich mit akustischen Instrumenten spielen, sprengen alle stilistischen Grenzen: Folk, Blues, Reggae, Swing, Balkan- Gipsy-Klänge lassen sie in ihre Musik einfließen.

Auch künftig ein Entdeckerfestival

Diese Mischung zeigt schon, das dass der Hafensommer, seinem Anspruch, ein Entdeckerfestival zu sein, auch in Zukunft gerecht werden möchte. Dazu holte Kulturreferent Muchtar Al Ghusain zwei externe Festivalexperten ins Boot. Schon im Sommer 2016 habe er begonnen, sich in der Festivalszene umzusehen, berichtet er beim Pressegespräch. Was den Schluss nahelegt, dass es da beim Hafensommer schon gekriselt haben muss. Wohl auch deshalb legte Al Ghusain auch großen Wert auf die Feststellung, dass Teamgeist und Kollegialität im neuen Team eine wichtige Rolle spielen.

Fündig geworden ist er in Kassel, wo Lutz Engelhardt eine Konzertagentur betreibt und für die Leitung des seit 31 Jahren bestehenden Kulturzelt-Festivals zuständig ist. Dieses kooperiert mit der Jenaer Kulturarena, die jetzt in ihre 26. Spielzeit geht. Beide Festivals sind musikalisch ähnlich ausgerichtet wieder Hafensommer. Das gilt auch für das Masala-Festival in Hannover, zu dessen künstlerischer Leitung Basti Hofmann gehört, der in Berlin eine Konzertagentur leitet. Die beiden versprechen für den Hafensommer auch drei Themenabende, bei denen es um Blues, die Musik Nordafrikas und kubanische Klänge gehen soll.

Drei Abende für Künstler aus der Region

Zur Stärkung der regionalen Szene sind Antje Molz (Stramu) und Ralf Duggen (U&D) neu beim Hafensommer dabei. Sie sollen drei Abende mit regionalen Künstlern organisieren. Fest im Programm verankert ist weiterhin die Sparda-Bank-Classic-Night, und auch der Junge Hafensommer soll in diesem Jahr fortgesetzt werden.

„Wir sind zu diesem Zeitpunkt weiter mit der Programmplanung als in den Vorjahren“, betonte der Kulturreferent, der die Besucherzahl des Vorjahrs (8500) um 2000 steigern und damit die Einnahmen verbessern möchte. Das komplette Programm soll Ende März feststehen. Karten für die Konzerte der vier genannten Künstler gibt es ab sofort in der Tourist Information im Falkenhaus.

OB Schuchardt und das neue Hafensommer-Team (von links): Basti Hofmann, Antje Molz, Sybille Linke (Leiterin des Fachbereichs Kultur), Lutz Engelhardt, Judith Ritzel (Kulturamt), Ralf Duggen und Kulturreferent Muchtar Al Ghusain.
OB Schuchardt und das neue Hafensommer-Team (von links): Basti Hofmann, Antje Molz, Sybille Linke (Leiterin des Fachbereichs Kultur), Lutz Engelhardt, Judith Ritzel (Kulturamt), Ralf Duggen und Kulturreferent Muchtar Al Ghusain. Foto: Thomas Obermeier

Rückblick

  1. Hafensommer: Spektakel mit Tentakel
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  3. Rainald Grebe macht ernsthaft Spaß
  4. Sternstunde beim Würzburger Hafensommer
  5. Hafensommer: Kettcars Aufruf, Löcher in Zäune zu schneiden
  6. Wenn sich ein Songwriter Gäste einlädt
  7. Die drei, vier, fünf Instrumente im Kontrabass
  8. 8 Punkte: Was zum Hafensommer gesagt werden muss
  9. Vorab reingehört: So klingt der Hafensommer
  10. Hafensommer: Moka Efti Orchestra ausverkauft
  11. Warum eine Bank und ein Orchester den Hafensommer lieben
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  15. Hafensommer: Heißer Sound in nichtatmungsaktiven Jacken
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  17. 16 Saiten und ein Fazit: wow!
  18. Orient trifft Okzident – eine coole Kombi
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  21. Hafensommer auf der "Arte Noah"
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  34. Der Hafensommer schwappt über die Ufer
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  36. Der neue Hafensommer ist ein bisschen auch der alte
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