WÜRZBURG

Die Apostel sind wieder im Altar

Mit dem Internationalen Familienfest ist am Sonntag die diesjährige Kiliani-Wallfahrtswoche zu Ende gegangen. „Als Christen sind wir überall gefragt, Herz zu zeigen“, sagte Bischof Friedhelm Hofmann zum Abschluss im Würzburger Kiliansdom. 22 Pontifikalgottesdienste waren während der Festwoche gefeiert worden – mit großer Beteiligung. Insgesamt kamen nach Angaben des Pressedienstes des Ordinariats Würzburg (POW) – die Treffen der Ehejubilare eingerechnet – rund 18.000 Menschen in den Kiliansdom und das Neumünster.

So gab es wieder einen Tag für die Kommunionkinder aus dem Bistum, zu dem allein rund 1600 Kinder sowie mehr als 900 Begleiter kamen. Die im Dom aufgestellten Häupter der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan zogen die Katholiken aus allen Regionen des Bistums Würzburg an.

70 Jugendliche ruderten los

Am Samstag ging es für viele schon früh am Morgen los: Mit dem Paddelboot ruderten rund 70 Jugendliche von Eibelstadt nach Würzburg, um bei strahlendem Sonnenschein den Kiliani-Tag der Jugend zu feiern. Am Nachmittag trafen sich rund 200 junge Leute am Vierröhrenbrunnen und zogen mit dem Bischof zum Kiliansdom. Nach dem Pontifikalgottesdienst luden der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Würzburg und die Kirchliche Jugendarbeit (kja) Würzburg zum Kiliani-Jugendfestival auf dem Kiliansplatz ein. Die Berliner Band „Ohrbooten“ sorgte in den Abendstunden für einen vollen Platz und einen geselligen Abschluss.

„Einzelne haben sich immer wieder aufgerafft und den Auftrag Jesu verwirklicht. Warum nicht wir?“

Bischof Friedhelm Hofmann

Beim Internationalen Familiensonntag erzählte Bischof Hofmann den rund 1100 Gläubigen laut dem Bericht des Pressedienstes das Märchen vom „Steinernen Herz“. Darin gehe ein junger Mann zu einem Seelenverkäufer und bekomme ein Herz aus Stein. „Er wird immer reicher, aber auch immer unbarmherziger.“ Erst nach viel Unglück bekomme er durch einen Trick sein menschliches Herz zurück. „Wir sollten darauf achten, dass wir ein schlagendes Herz haben, das offen ist für andere Menschen“, sagte Bischof Hofmann.

Einzelne haben den Auftrag Jesu verwiklicht

Die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan hätten bereits vor 1300 Jahren Herz gezeigt, als sie ihre Heimat verließen, um in Franken das Evangelium zu verkünden. Ebenso der Mariannhiller Pater Engelmar Unzeitig, der im Konzentrationslager Dachau Mithäftlingen von seinen Essensrationen gab und bis zu seinem Tod 1945 Flecktyphus-Kranke pflegte.

„Einzelne haben sich immer wieder aufgerafft und den Auftrag Jesu verwirklicht. Warum nicht wir?“, fragte Hofmann. Am Ende des Familiengottesdiensts wurde der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel feierlich wieder im Altar des Kiliansdoms platziert. Begleitet wurde der Gottesdienst von der Band „Good News“ aus Heigenbrücken und Domorganist Professor Stefan Schmidt.

Einsatz für Flüchtlinge

Die Wertschätzung und den Schutz für die Ehe von Mann und Frau, den Einsatz für Flüchtlinge und Asylbewerber und das Vertrauen auf Gottes Gegenwart in allen Dingen – das legte der Bischof während der Woche den Wallfahrern ans Herz. Weihbischof Ulrich Boom warnte beim Gottesdienst für Politiker und Räte, dass die Würde des Menschen in Gefahr gerate, wenn das materialistische Denken überhandnehme.

„Diese Welt ist uns geschenkt – nicht einigen wenigen, sondern allen weltweit.“ Auch die Gottesdienste für Ehrenamtliche der Caritas, Marktkaufleute und Schausteller, Handwerker und Arbeitnehmer, Ordens- und Missionsleute sowie Aussiedler und Vertriebene nahmen besondere Interessensgruppen in den Blick. An einem der vielen Gottesdienste nahmen mehr als 500 Einsatzkräfte und Notfallseelsorger teil.

Insgesamt 65 Helfer des Malteser-Hilfsdiensts (MHD) hatten während der Wallfahrtswoche die Pilger betreut und Sanitätsdienst geleistet. Kiliani-Manager Matthias Reichert blickte sehr zufrieden auf die Festwoche: „Es hat alles bestens geklappt.“

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