ALLERSHEIM

Die Feuerwehr als Leidenschaft

Alles begann mit dem ersten Feuerwehrauto, das Engelbert Zipperich für die Allersheimer Wehr hergerichtet hat. Foto: Marco Fuchs

„Wenn meine Frau mich gesucht hat, war ich meistens bei der Feuerwehr“ – mit diesem Zitat lässt sich das außergewöhnliche Engagement von Engelbert Zipperich für die Allersheimer Feuerwehr wohl am besten beschreiben. Würde man all die gesammelten Stunden in den verschiedenen Projekten des langjährigen zweiten Kommandanten zusammensammeln, würde man mit Sicherheit auf viele hundert Freitagnachmittage und Samstage kommen, in denen seine Familie auf ihn verzichten musste. Für „hervorragende Leistungen im Feuerlöschwesen“ wurde Engelbert Zipperich aus Allersheim nun die seltene Ehrenmedaille des Feuerwehrverband Bayerns verliehen.

Begonnen hat die Verbundenheit mit der Feuerwehr im Jahr 1976, als der damals 16 Jahre alte Bursche in die Feuerwehr eintrat. 12 Jahre später wurde er zum zweiten Kommandant gewählt und sein erstes großes Projekt nahm seinen Lauf: Für ihn und den Vorsitzenden Rainer Sieber war es das erklärt Ziel, die „Schlagkraft der Wehr voranzutreiben.“

Dafür war die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges, das beispielsweise die immer häufiger benötigte Atemschutzausrüstung transportieren kann, unabdinglich. Da zu dem Zeitpunkt jedoch noch keine Giebelstadter Ortsteilwehr über ein eigenes Fahrzeug verfügte und der Gemeinderat eine Kostenwelle auf sich zukommen sah, wurde dieser Wunsch zunächst konsequent abgelehnt. Als Kompromiss wurde schließlich ein 25 Jahre altes Gefährt aus Haßfurt gekauft, das jedoch völlig veraltet war.

Als gelernter Fahrzeugbauer erklärte Zipperich sich bereit, das Fahrzeug auf den erforderlichen technischen Stand zu bringen. Von seinem Arbeitgeber Hensel bekam er die Erlaubnis, nach der Arbeit die Werkstatt samt Werkzeuge für den Umbau zu nutzen. Insgesamt sieben Monate lang arbeitete er immer wieder nach dem Feierabend an dem Fahrzeug, bis er 1997 nach rund 500 Arbeitsstunden ein zeitgemäßes Feuerwehrauto an seine Kameraden übergeben konnte.

2001 stand mit dem Umbau des ehemaligen Rathauses zum Feuerwehrgerätehaus das nächste Großprojekt an. Mit insgesamt knapp 600 Arbeitsstunden beteiligte sich Zipperich auch daran. Nachdem er 2006 vom zweiten Kommandant zum Vorsitzendenden Feuerwehrvereins gewählt wurde, übernahm er auch die zeitintensive Ausschreibung des im Jahr 2012 gekauften Einsatzfahrzeugs. Und als in diesem Jahr die Restauration eines 20 Jahre alten, gebraucht gekauften Mehrzweckfahrzeugs anstand investierte er wiederum viele hundert Stunden.

„Mir macht das Arbeiten mit Fahrzeugen viel Spaß“, erklärt der Geehrte. „Manchmal ist das schon wie eine Sucht: Wenn ich auf Feuerwehrfesten ein neues Auto sehe, gehe ich sofort hin und schaue mir an, wie die Aufteilung an diesen gelöst wurde.“

Auf die Ehrung selbst legt er allerdings nicht so viel Wert: „Wir mussten ihn zu viert überreden, dass er überhaupt zur Ehrung gekommen ist“, erzählt der jetzige Vorstand des Feuerwehrvereins, Kilian Schmierer.

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