Würzburg

Die Natur kehrt in die Medizin zurück

Dr. Johannes Mayer leitet die Forschungsgruppe Klostermedizin an der Uni Würzburg. Foto: Thomas Obermeier
Dr. Johannes Mayer leitet die Forschungsgruppe Klostermedizin an der Uni Würzburg. Foto: Thomas Obermeier

War es ein Zufall, dass sich der Pharma-Konzern Novartis jetzt aus der Antibiotika-Forschung zurückzieht? Für Dr. Johannes G. Mayer nicht. Er leitet die Forschergruppe Klostermedizin an der Uni Würzburg. Und er präsentiert mit seinen Mitarbeitern auf dem Gelände vom Bund Naturschutz der Kreisgruppe Würzburg bewährte medizinische Pflanzen und hält gut besuchte Vorträge.

Es geht um Pflanzen, die die Einnahme von Antibiotika vermeiden helfen. Das ist deshalb wichtig, weil es inzwischen völlig resistente Keime gibt, gegen die Antibiotika einfach nicht mehr helfen. Da werden pflanzliche Stoffe wieder besonders interessant. Das haben inzwischen auch andere große Pharmazie-Firmen erkannt.

Es wird interessant, wenn die Antibiotika am Ende sind

Die Forschergruppe Klostermedizin hat zwar nicht viele Mitglieder, aber große Kompetenz. Darunter der Stuttgarter Arzt und Altphilologe Thomas Kuhn, der frühere Forschungsleiter der Firma Kneipp Bernhard Uehleke und der Bonner Biologe Dr. Josef Roth. Sie arbeiten längst nicht mehr in einem medizinischen Bereich, der vor Jahren noch belächelt wurde. Dr. Johannes Mayer kann heute behaupten, viele natürlichen Stoffe haben sich inzwischen in klinischen Studien als wirksam erwiesen.

Die Stoffe werden interessant, wenn die Antibiotika am Ende sind. Dazu werden auf der Landesgartenschau eine ganze Reihe heimischer Pflanzen gezeigt, die medizinisch seit Jahrhunderten von Bedeutung waren, aber in Vergessenheit gerieten.

Thymian ist die Nummer Eins

Es sind viele Kreuzblütler als Gegenstoffe gegen Grippe, oder alle Senföle. Der Meerrettich, der auch gezeigt wird, ist in Kombination mit Kapuzinerkressen ein wirksames Mittel gegen viele Hauptgruppen von Erkrankungen. Meerrettich ist absolut gesund, er sollte aber nicht zu lang gekocht werden. Thymian ist für ihn antibakteriell die absolute Nummer Eins. Rosmarin hilft gegen Pilze, auch sehr effektiv gegen Fußpilz. Auch wenn er etwas streng riecht, ist Knoblauch immer gut gegen Keime und gegen Blutkrankheiten.

Dr. Johannes Mayer könnte zu den einzelnen Pflanzen ganze Romane erzählen. Seine Vorträge auf dem LGS-Gelände sind alle gut besucht. Ein Sonderthema, das auch pflanzlich auf dem Ausstellungsgelände berücksichtigt ist, sind die Diabetiker. Da sieht man dann Ringelblumen oder Hafer. Alle Kohlarten sind günstig oder Pflanzen, die Senföle enthalten.

Verbindung zu Klostermedizin und Antibiotika 

Ein Glück hat Projektleiter Mayer in diesem heißen Sommer. Klar, es muss gegossen werden. Aber viele der Pflanzen aus der Klostermedizin können Hitze und Trockenheit ganz gut vertragen. Zuletzt verweist Mayer auf einen Gastvortrag von Professor Uwe Frank am 12. September um 17 Uhr in der Bibliothek auf dem Gartenschaugelände. Frank von der Universität Heidelberg ist einer der ganz großen Forscher auf dem Spezialgebiet der Krankenhaushygiene. Er wird ganz sicher auch eine Verbindung zu Klostermedizin und Antibiotika herstellen.

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