OCHSENFURT

Die Orchesterleiterin mit der Tuba

Eigentlich ist sie noch gar nicht so alt, dass man davon ausgehen könnte, dass sie 31 Jahre lang ehrenamtlich tätig ist. Schließlich ist Dr. Astrid Eitschberger ist gerade einmal 43 Jahre alt.
Ausgezeichnet: Dr. Astrid Eitschberger wurde bereits 1998 für ihr Engagement von Stadt Ochsenfurt mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Sie ist für alle musikalischen Stilrichtungen offen. Vor sechs Jahren erlernte sie das Tubaspielen
Ausgezeichnet: Dr. Astrid Eitschberger wurde bereits 1998 für ihr Engagement von Stadt Ochsenfurt mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Sie ist für alle musikalischen Stilrichtungen offen. Vor sechs Jahren erlernte sie das Tubaspielen Foto: USCHI MERTEN

Das heißt, dass sie bereits mit zwölf Jahren begonnen hat, ein Orchester zu leiten. Wer ist diese Frau, die über so viele Jahre das Engagement aufbringt, in Ochsenfurt ehrenamtlich ein Jugendorchester zu leiten?

Geboren ist sie in Würzburg und hat einige Jahre mit ihrer Familie in Athen gelebt. Wie für die meisten Kinder üblich, hat sie erst Flöte, dann Klavier gespielt. Mit elf Jahren durfte Astrid das Instrument Cello erlernen – ein Traum für sie. Sie spielte in Athen im Schulorchester und hatte damit etwas gefunden, was sie ihr ganzes Leben begleitet.

Nachdem sich die Familie 1981 in Ochsenfurt ansiedelte, fehlte Astrid das Musizieren im Orchester. Sie war mit der Situation unzufrieden und nahm die Sache selbst in die Hand. Sie sprach gleichaltrige Freundinnen an, und die Jugendlichen trafen sich wöchentlich zum Musizieren. Anfangs gaben sie kleine Hauskonzerte für Eltern und Freunde.

Bekannt geworden

Doch schon 1983 musizierten sie bei öffentlichen Veranstaltungen. Das Orchester war inzwischen auf 15 Mitglieder angewachsen und es brauchte einen Namen: „Collegium Musicum Iuvenale“ sollte es heißen, und so heißt es auch heute noch. Obwohl die Musikerinnen und Musiker immer wieder wechseln, hat es eine gewisse Bekanntheit erlangt.

Für die musikalische Weiterentwicklung von Astrid Eitschberger sorgten verschiedene Begebenheiten. So nahm sie während ihres Studiums Deutsch und Latein für das Lehramt an Gymnasien an einem Austauschprogramm in Padua teil. Dadurch entwickelten sich intensive musikalische Kontakte nach Italien, die heute noch bestehen. Das Orchester hat schon mehrmals in Italien gespielt.

Renaissance und Klassik

Der Schwerpunkt des Repertoires des „Collegium Musicum Iuvenale“ liegt auf Werken der Renaissance, des Barock und der Frühklassik. Die Orchesterleiterin hat im Laufe der Zeit ein Faible für historische Kostüme entwickelt. So kleiden sich die Musiker entsprechend der gespielten Musik.

Schon vor 20 Jahren war das „Collegium Musicum Iuvenale“ Mitinitiator des Projektes „European Music Meeting“. Es fanden zahlreiche gemeinsame Konzerte sowohl in Ochsenfurt als auch in Italien, gemeinsam mit italienischen und englischen Orchestern und Chören statt. „Musik soll Brücken bauen“, sagt Astrid Eitschberger.

Und so entstehen immer wieder neue Projekte, wie musikalische Geschichten oder Erzählungen mit eigenen Texten. Sie sucht Kontakt zu anderen Chören und Orchestern, um gemeinsam zu musizieren und neue Impulse zu bekommen.

Schon seit Jahren arrangiert sie die Musik für ihr Orchester nicht nur selbst, sondern sie komponiert auch selbst.

Die junge Frau entwickelt sich musikalisch immer weiter. So hat sie vor sechs Jahren Tuba gelernt und spielt bei der Feuerwehrkapelle Eibelstadt mit, wo sie sogar die Feuerwehruniform trägt. Neu ist auch ihr Interesse für Afrika, so dass sie inzwischen auch das Trommeln beherrscht.

Das Orchester von Astrid Eitschberger probt jeden Samstag etwa eineinhalb Stunden, wobei es schon seit Jahren auch ein Kinderensemble gibt. Es ist für die Leiterin jedes Mal wieder eine Herausforderung Neulinge in das Orchester einzugliedern.

Erstaunlich viele Talente

Schwer ist es, wenn sie herausragende Talente ziehen lassen muss, weil diese Ochsenfurt verlassen. „Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie viele musikalische Talente es gibt, denen es richtig Freude macht im Orchester mit gleichgesinnten zu spielen“, sagt sie mit dem ihr eigenen Elan. Wie viele jugendliche Orchestermitglieder sie in den über 31 Jahren hatte, das kann Astrid Eitschberger gar nicht sagen, denn darüber hat sie nie Buch geführt.

Das schönste für Astrid Eitschberger war das 30. Jubiläumskonzert des „Collegium Musicum Iuvenale“, denn das fand in der Residenz in Würzburg im Kaisersaal statt.

„Das war einfach ein Traum von mir, und ich konnte es fast nicht glauben, dass er in Erfüllung ging“, meint sie. Der Organisationsaufwand war enorm. Er erforderte viel Papierkram.

Es mussten Versicherungen für Schäden abgeschlossen werden, schließlich wirkten viele kleine Kinder im Orchester mit. Der Kaisersaal war beim Konzert ausverkauft. Als übergreifendes Thema hatte sich Eitschberger an den vier Erdteilen, die im Treppenhaus der Residenz zu sehen sind orientiert. Das Orchester trat natürlich nicht alleine auf.

Die Feuerwehrkapelle Eibelstadt, der Frauenchor Angelina (Frickenhausen) und der Frauenchor Allegra Primavera (Pianiga/Italien) waren dabei.

Spannende Musik

Musik verbindet eben. „Musik ist einfach spannend“, sagt Astrid Eitschberger und meint weiter: „Man kann alles miteinander kreuzen und alle Stilrichtungen einbauen, was für die Zuhörer und die Musiker interessant ist.“

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