WÜRZBURG

Die vielen Seiten des Jochen Volpert

Wenn sich Herr Volpert Gäste einlädt, dann haben die sich eine Menge zu erzählen, indem sie ihre Instrumente sprechen lassen. So geschehen am Montagabend auf der Hafensommerbühne, wo der Würzburger Gitarrist Jochen Volpert unter dem Motto „Herr Volpert lädt sich Gäste ein“ ein neues Konzertformat mit regionalen Künstlern erstmals testen durfte. Es wurde ein dreistündiges Gitarristenfestival, das die Besucher immer wieder zu Szenenapplaus hinriss.

„Split Peronality“, also gespaltene Persönlichkeit, hat der Gitarrist Jochen Volpert seine aktuelle CD betitelt. Das ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen und meint nichts anderes, als dass der Würzburger ein ungemein vielseitiger Musiker ist. Blues, Rock und Jazz(rock) schüttelt er gleichermaßen virtuos aus dem Ärmel. Im ersten Teil des Konzertes setzte er einen Schwerpunkt auf das aktuelle Album, das eindrucksvoll beweist, dass Volpert und seine Gattin, die Sängerin Carola Thieme, auch kompositorisch einiges zu bieten haben. Einer von vielen Höhepunkten war das für einen früheren Hafensommer-Auftritt komponierte „The River“, in dem Volpert mit einem fulminanten Solo glänzte.

Regionale Musiker boten Blues de Luxe

Ruhiger und intimer zeigten sich Thieme/Volpert im Duo, in denen Carola Thiemes Gesang von Herrn Volpert an der akustischen Gitarre begleitet wurde. Dann stieß mit dem Gitarristen und Sänger Toscho Todorovic ein Bluespionier aus Deutschland zu Volperts exzellenter Band hinzu. Routiniert und mit großer Präsenz entledigte sich der Mastermind der Blues Company seiner Aufgabe. Mit Blues- und Rock‘n Roll-Klassikern wie „Messin‘ with the Kid“, „Black Magic Woman“ oder „Johnny B. Goode“ konnte auch nichts schief gehen. „Ihr seid ja wie von Sinnen“ kommentierte Gastgeber Volpert die enthusiastische Reaktion des Publikums.

Nachdem Volpert noch ein besinnliches „Something“ von George Harrison intoniert hatte, schlug die Stunde des Andreas Kümmert. Begleitet von seinem Pianisten Sebastian Buch spielte der Gemündener zunächst ein paar eigene Songs und erzeugte mit seiner einzigartigen Stimme mehr als einmal Gänsehaut. Doch die eigentliche Überraschung sollte erst noch folgen, als Volpert eine Blues-Session „Jeder gegen jeden“ ankündigte. Kümmert hängte sich die E-Gitarre um und ließ zusammen mit Volpert und Todorovic in Blues-Klassikern wie „Everday I Have the Blues“ die Saiten glühen, dass es eine Wonne war. Dass hier regionale Musiker auf der Bühne standen – glatt geschenkt. Das war Blues de Luxe vom Allerfeinsten.

Mit „Feelin‘ Allright“ ging die Blues- und Rockparty schließlich zu Ende. Und alle, die dabei waren, fühlten sich wohl genauso. Die Premiere für das neue Hafensommer-Format war gelungen und man darf gespannt sein, was in Zukunft noch daraus werden wird. Denn an einer Fortsetzung dürften nach dieser Premiere eigentlich keine Zweifel bestehen.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Andreas Kümmert
  • Blues
  • George Harrison
  • Gitarristen
  • Hafensommer
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!