WÜRZBURG

Diskussion um Kopfgeld auf Schulkiffer

Darf ein Schulleiter eine Belohnung für Hinweise auf kiffende Schüler aussetzen? Der Fall des Würzburger Siebold Gymnasiums ärgert viele Leser. Dort hatte es Gerüchte über den Konsum von Marihuana an der Schule gegeben. Verdächtigungen gab es einige. Einmal seien die 100 Euro Fangprämie sogar bezahlt worden.

Doch bestätigt haben sich die Gerüchte über den Drogenhandel letztlich nicht. Der Artikel, der allein auf Facebook an die 15 000 Menschen erreichte, wird in den sozialen Medien ebenso wie auf mainpost.de heftig diskutiert.

Schüler zum "Denunziantentum" angestiftet

Dabei geht es den meisten Lesern um die Frage, ob es pädagogisch sinnvoll sei, Schüler zum „Denunziantentum“ anzustiften, aber auch darum, warum Hasch verboten, Alkohol aber als legale Droge in Deutschland zugelassen ist.

Ein Leser zitiert das abgewandelte Sprichwort von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und erntet dafür großen Zuspruch auf mainpost.de: „Das größte Schwein im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant.“ In dem ursprünglichen Zitat aus den „Politischen Gedichten“ 1843 spricht der Dichter vom „größten Lump“. Ein anderer Online-Leser beklagt es als „unglaubliche Frechheit“, die sich der Direktor herausnehme.

Er ist froh, nicht Elternteil an der Schule zu sein. Auch auf Facebook überschlagen sich aufgeregte Leserstimmen: „Erschreckend! (...) Der pädagogische Auftrag sollte ein anderer sein.“ Wieder ein anderer schreibt: „Junge Heranwachsende mit Geld zum Mobbing und denunzieren zu ködern, schlägt dem Fass den Boden aus. Man stelle sich nur vor, einer wird zu Unrecht beschuldigt?“

"Erschreckend! Der pädagogische Auftrag sollte ein anderer sein."

Kontrovers diskutiert wird an dieser Stelle auch wieder eine Legalisierung von Cannabis. Ein Leser schreibt dazu auf mainpost.de: „Das Problem ist meiner Meinung nach der Schwarzmarkt. Wäre Gras ein landwirtschaftliches Produkt wie alle anderen auch, würde sich wahrscheinlich kaum jemand darum scheren. Oder auch nicht mehr als bei Tabak und Alkohol. Wer sich (...) kaputt machen will, der schafft das auch legal.“ Der Leser schreibt ferner, dass es klüger wäre, „dem Übel an die Wurzel zu gehen und die möglichen Ursachen (für den Drogenkonsum) zu bekämpfen In einer Welt, die nach einfachen und billigen Lösungen schreit“, sei so etwas allerdings viel verlangt.

Wieder ein anderer schreibt auf mainpost.de: „Natürlich ist Cannabis nicht harmlos! Und genau wie bei Alkohol und Zigaretten ist der beste Schutz Aufklärung und Information. Dämonisierung und Kriminalisierung hingegen machen jede Droge noch gefährlicher.“ Er fügt hinzu: „Dank Kriminalisierung werden die Gefahren von bewusstseinsverändernden Stoffen noch größer, da es so keine wirksamen Maßnahmen gegen Verunreinigungen und (keine) Qualitätskontrolle geben kann, keine Maßnahmen für Jugendschutz und Regulierung und man auch so nicht wirksam gegen die organisierte Kriminalität ankommen wird, die dahinter steckt.“

„Natürlich ist Cannabis nicht harmlos!"

Der Leser ist der Ansicht: „Die Repressionen, die gegen Konsumenten von Cannabis angestrengt werden, richten mehr Schaden an als der Konsum selbst, während die gesellschaftlich strukturelle Verharmlosung der legalen Droge Alkohol eins der größten Probleme im Zusammenhang mit Drogen überhaupt ist.“

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