WÜRZBURG

Disziplin und Respekt gegenüber den Menschen

Kobudo – die „Alte Kriegskunst“ mit Stöcken und landwirtschaftlichen Geräten. Foto: Patrick Wötzel

Mit einem kurzen Festakt und einer Show-Vorführung hat die Karate-Abteilung der TG 1868 Würzburg im Sportzentrum Feggrube ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Abteilungsleiter und Cheftrainer Franz Scheiner und seine Mitglieder präsentierten die ganze Bandbreite ihrer Sportart – vom Tai Chi bis hin zu Kämpfen mit traditionellen Bauernwaffen gegen Holzschwerter.

Jeder kann kommen und mittrainieren

„Bei uns kann jeder vorbei kommen und mittrainieren“, sagte Scheiner zum Auftakt des Showprogramms. Der Cheftrainer gehört der TGW-Karateabteilung seit Beginn seiner sportlichen Karriere vor 44 Jahren an und führt die Abteilung seit zwanzig Jahren.

Durch seine langjährige Arbeit wurde die Abteilung „zu einem guten Ziel geführt“, betonte TGW-Vorstandsmitglied Rolf Popov bei der Feierstunde.

Der Verein wolle besonders aus einem Grund seine Wertschätzung gegenüber der Abteilung und dem Abteilungsleiter ausdrücken: „Die Karateabteilung und ihre Mitglieder sind innerhalb der TGW ein Vorbild, was ihren Weg, aber auch was Sauberkeit, Disziplin und das Verhalten gegenüber ihren Mitsportlern betrifft“, so Popov.

30 Jahre Wettkampfsport

Nach der Gründung der Abteilung im Mai 1967 durch Peter Gunzen aus Schweinfurt waren die TGW-Karateka gut dreißig Jahre lang im Wettkampfsport aktiv und erfolgreich mit teilweise knapp 300 Mitgliedern. 37 Schwarzgürtel sind aus der Abteilung hervorgegangen - allen voran der ehemalige deutsche Vizemeister Franz Scheiner, der in diesem Jahr den 6. Dan erreicht hat. Die höchstmögliche Stufe ist der 10. Dan. „Karate ist eine Sportart, in der es sehr viel auf Disziplin ankommt. Dabei wird auch Respekt den Menschen gegenüber geschult“, betonte Rolf Popov.

In den letzten zwanzig Jahren verzichtete die Abteilung auf den Wettkampfsport und wandte sich der traditionellen japanischen Kampfkunst zu. Dazu gehören neben Karate und Tai Chi mit „Kobudo“ auch die so genannte „Alte Kriegskunst“ mit landwirtschaftlichen Geräten und Stöcken sowie „Jodo“, die klassische Samurai-Kunst, in der ein Hartholzstock zur Abwehr gegen ein Schwert eingesetzt wird.

In die richtige Stimmung für die Vorführungen der Abteilung wurden die Zuschauer von der Trommelgruppe Kazaguruma aus Güntersleben, die sich in der Kunst des japanischen Taiko-Trommelns übt, versetzt.

Traditionelles bei der TGW

Dass es bei der TGW-Karateabteilung traditionell zugeht, gefällt auch Wolfgang Weigert, dem Präsidenten des Deutschen Karate-Verbands (DKV) und des Bayerischen Karate-Bunds: „Ich möchte die traditionelle Kampfkunst in Deutschland wieder stärker einführen, zurück zu den Wurzeln. 70 Prozent unserer Mitglieder machen diese traditionelle Kampfkunst“, sagte Weigert, der zum Festakt auch einige Auszeichnungen in die Feggrube mitgebracht hatte.

Unter anderem erhielt die Abteilung die DKV-Ehrenmedaille in Gold und Franz Scheiner für seine Verdienste die goldene Ehrennadel des Bayerischen Karate-Bundes, verbunden mit der Bitte, seine ehrenamtliche Arbeit noch so lange wie möglich fortzusetzen: „50 Jahre Karate bei der TGW ist ein Stück Karate-Geschichte in Bayern“, so Weigert.

Cheftrainer und Abteilungsleiter Franz Scheiner (links) mit seinen Schülern. Foto: Patrick Wötzel

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Sanderau
  • Patrick Wötzel
  • Abteilungen
  • Karate
  • Wettkampfsport
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!