WÜRZBURG

Dom-Sanierung in schwindelnder Höhe


Feinarbeit: Restaurator Christoph Schädel zieht die Konturen des Reliefs in der Sepultur des Kiliansdomes nach.
Feinarbeit: Restaurator Christoph Schädel zieht die Konturen des Reliefs in der Sepultur des Kiliansdomes nach. Foto: Thomas Obermeier
Der Kiliansdom gleicht derzeit einer gewaltigen Kunst-Installation. Wegen der Sanierung sind im großen Gotteshaus viele Meter Metallgerüst verbaut, runde 15 000 Quadratmeter Fläche, eine Größe wie vier Fußballfelder. Überall auf den Laufwegen arbeiten Kirchenmaler und Restauratoren an Wänden und Kunstwerken.

Zuerst, so der Bauleiter der Diözese, Klaus Zaschka, wird gereinigt, dann die Wände gestrichen, in einem gedeckten Weiß. Der Dom soll wieder licht und hell werden, denn Staub, Schmutz und der Rauch der Kerzen hat das Kirchenschiff düster werden lassen und der Bau-Substanz Schäden zugefügt.

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Domrenovierung

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Seit dem 25. Juli 2011 ist die größte Kirche der Diözese eine gewaltige Baustelle und für Besucher geschlossen. Am ersten Adventssonntag 2012 können sich die Gläubigen dann davon überzeugen, ob die Planer und Handwerker ihren Job gut gemacht haben. Dann wird feierlich eröffnet.

Über dem Chor haben die Arbeiter in 22 Metern Höhe eine hölzerne Zwischendecke eingezogen, um dort auf mobilen Arbeitsbühnen an die Decke zu kommen. Es ist eine zweite Ebene entstanden, wie ein gigantisches Wohnzimmer, auf der sich die Kirchenmaler bewegen und auch ihre Pausen machen.

Sie entfernen die Verunreinigungen, Quadratzentimeter um Quadratzentimeter, mit Spachteln und Pinseln. Die Decke bleibt dann so, die Wände werden gestrichen. Überraschungen oder Kunstsensationen unter den drei Lagen Farbe erwartet Zaschka nicht, er kennt die Domgeschichte. Die beiden Planer Weihbischof Ulrich Boom und Kunstreferent Jürgen Lenssen hatten das neue Erscheinungsbild des Kiliansdomes so charakterisiert: Licht und hell in einem gedeckten Weiß ähnlich wie im renovierten benachbarten Neumünster.

Alles Wertvolle ist dick eingepackt im Dom, als Schutz vor Staub und Dreck. Im Chorraum stehen vermummte Skulpturen, die an äpyptische Mumien erinnern. Nur wenn der starke Scheinwerfer der Arbeiter von hinten durch die Plastikhüllen scheint, erkennt man die katholischen Heiligenfiguren.

Sepultur wird Abstellkammer

Die Sepultur, ein kleinerer Gottesdienstraum im rechten Bereich des Domes, ist schon gestrichen. Bald wird sich der Raum füllen mit allem, was man im großen Kirchenschiff während der Malerarbeiten nicht brauchen kann: die renovierte Sepultur wird erstmal zur Abstellkammer.

Im Mai soll das Gerüst im Altarbereich verschwinden, wieder eine aufwändige Arbeitsleistung. Bisher, so freut sich Zaschka, ist die Großbaustelle unfallfrei, trotz der vielen Helfer und trotz der vielen Metallgerüste. Etwa 100 Maler und Restauratoren sind auf der Großbaustelle beschäftigt. Neben liturgischen Veränderungen bekommt das große Gotteshaus eine Fußbodenheizung, ein Luxus, den die Gläubigen gerade im Winter sicher zu schätzen wissen. Und ganz neue Holzbänke werden ebenfalls aufgestellt.

Die Kosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro für die Sanierung teilen sich Staat und Kirche. Die Diözese übernimmt inklusive der liturgischen Veränderungen 2,3 Millionen, der Freistaat etwa 900 000 Euro.


 

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