ERBSHAUSEN-SULZWIESEN

Doppelnutzung bringt Förderprobleme

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Die DJK Erbshausen-Sulzwiesen will ihre Mehrzweckhalle sanieren. Das Dach soll neu gedeckt und energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die vermutlichen Kosten liegen bei 130 000 Euro. Der Verein hofft auf staatliche Zuschüsse vom Bayerischen Landessportverband (BLSV).

Spätestens seit den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Theatergruppe des Sportvereins weiß Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib aus Ochsenfurt von den Sanierungswünschen der DJK. Im Herbst 2013 hatte ihn der damalige Vereinsvorsitzende Bruno Strobel darauf angesprochen, wie übrigens auch die Kommunalpolitiker anderer Parteien. Auch Strobels Nachfolger Artur Ringelmann und dessen Vorstandsteam haben Sorgen wegen der Dachsanierung.

Der Grund: Die vereinseigene Mehrzweckhalle wird nicht nur für sportliche Zwecke genutzt, sondern auch für gesellige Veranstaltungen. Die Halle ist mit verschiedenen Sportarten wie Badminton, Tischtennis, Gymnastik und Kinderturnen gut ausgelastet. Aber auch die Theatergruppe mit den zehn Aufführungen pro Jahr ist eine Sparte des Vereins, genauso wie ein gemischter Chor. Es geht also bei der örtlichen DJK nicht nur um Sport, sondern auch um Kultur. Dass zudem eine Gaststättenkonzession „auf die Halle“ vorliegt, macht die Zuschussfrage nicht leichter.

Landtagsabgeordneter Halbleib hat jetzt in der Frage um mögliche Zuschüsse den sportpolitischen Sprecher der SPD-Landesfraktion mit ins Boot geholt. Harald Güller aus Neusäß bei Augsburg machte sich vor Ort ein Bild. Vorstand Ringelmann erläuterte, dass die 15 bis 20 Veranstaltungen im Jahr „ein wichtiger Baustein der Finanzierung des Vereins sind“. Sie seien nur aufgrund eines großen ehrenamtlichen Engagements der 500 Mitglieder möglich.

Bei der Dachsanierung erhofft sich die DJK Erbshausen-Sulzwiesen eine staatliche Förderung in Höhe von 23 Prozent der Sanierungskosten, aufgeteilt in 20 Prozent Zuschuss und drei Prozent Darlehen. Eigenmittel würden laufend angespart. Zudem baut der Verein auf einen weiteren Zuschuss von der politischen Gemeinde Hausen.

Wie die Finanzierungsfrage wegen der „Doppelbenutzung der Halle für Sport und Veranstaltungen“ letztendlich gelöst wird, ist noch offen. Es sind Staatsgelder, bei dem das Prinzip der „Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ gilt. Seit dieser Legislaturperiode ist die BLSV-Staatsmittelabteilung jedenfalls nicht mehr beim Ministerium für Unterricht und Kultus sondern beim Ministerium des Innern, für Bau und Verkehr angesiedelt.

Mit einer Baumaßnahme darf keinesfalls vor den Förderbescheiden des BLSV begonnen werden. Die Förderdauer-Wartezeit beträgt aktuell um die zwei Jahre. Landtagsabgeordneter Güller empfahl den Verantwortlichen, die Maßnahme mit ihren offenen Fragen möglichst bald mit der Staatsmittelabteilung abzuklären.

Nach Klärung der Sachlage sei es schließlich der nächste Schritt, beim BLSV einen Antrag auf Zuschussmittel zu stellen. „Unser aller Ziel sollte das Suchen einer pragmatischen Lösung sein“, wünscht sich Güller. Er selbst ist nicht nur sportpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion sondern auch eines der 29 Mitglieder des Landessportbeirats Bayern.

Güller will anregen, „dass die Versorgungseinheiten, die es in der Halle gibt, bei der Berechnung der Zuschüsse nicht berücksichtigt werden“.

Er will das grundsätzliche Problem der sportlichen und kommerziellen Doppelbenutzung einer Mehrzweckhalle auch in den Landessportbeirat tragen. Der Landessportbeirat berät Landtag, Staatsregierung und alle mit Sportangelegenheiten betrauten Stellen in grundsätzlichen Fragen des Sports.

DJK-Vorstand Artur Ringelmann ist über das „konstruktive Gespräch“ dankbar. Der Kontakt mit der Vorstandschaft der DJK Erbshausen-Sulzwiesen und den beiden SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Harald Güller soll in der Sache nicht abreißen.

BLSV-Förderrichtlinien

Der Freistaat Bayern fördert die Errichtung und die Sanierung von Sportanlagen der Vereine, die die Fördervoraussetzungen der Sportförderrichtlinien erfüllen.

Durch die Gewährung von Investitionszuwendungen sollen Vereine in die Lage versetzt werden, ihre Sportstätten in eigener Initiative zu errichten und zu tragen. Es werden Neubauten, Umbauten und Erweiterungen von Sportstätten, der Kauf eines Objektes und Generalsinstandsetzungen gefördert.

Voraussetzung ist, dass die Einrichtungen dem unmittelbaren Sportbetrieb ihrer Mitglieder dienen. Der maximale Fördersatz beträgt dabei 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, davon bis zu 20 Prozent Zuschuss und bis zu 10 Prozent Darlehen.

Wichtige und unverzichtbare Fördervoraussetzung sind unter anderem die Trägerschaft des antragstellenden Vereins hinsichtlich aller beantragten Baumaßnahmen sowie grundsätzlich das Eigentum beziehungsweise ein Erbbaurecht an den Förderobjekten.

In Erbshausen-Sulzwiesen ist diese Voraussetzung erfüllt. Die Mehrzweckhalle ist Eigentum der örtlichen DJK.

B Foto: Irene Konrad

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