Würzburg/München

Drei Jahre nach Axt-Attentat: Rettungsmedaille für Hongkonger

Das Paar aus Hongkong, das am 18. Juli 2016 bei dem Axt-Attentat in Würzburg schwer verletzt worden war, hat am 30. März 2019 geheiratet. Mit dabei war Hans-Peter Trolldenier, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft in Würzburg. Foto: Copyright Brautpaar

Einmal im Jahr verleiht der Bayerische Ministerpräsident die Rettungsmedaille. An diesem Mittwoch ehrte Markus Söder (CSU) bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz 43 Lebensretter aus ganz Bayern und darüber hinaus. Einer der Preisträger ist Edmund Shu Ping Yau. Es ist der Hongkonger, der am 18. Juli vor drei Jahren bei dem Axt-Attentat in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt worden war und anschließend fast zwei Monate lang im künstlichen Koma lag. Der 33-Jährige konnte an der Preisverleihung in München nicht teilnehmen.

Seinen tapferen Einsatz sowie den vieler anderer Preisträger würdigte Markus Söder mit den Worten: "Es gehört viel Mut dazu, trotz eigener Gefahr in eiskaltes Wasser zu springen, in eine brennende Wohnung zu gehen oder sich einem Messerstecher in den Weg zu stellen."

"Es gehört viel Mut dazu, trotz eigener Gefahr in eiskaltes Wasser zu springen, in eine brennende Wohnung zu gehen oder sich einem Messerstecher in den Weg zu stellen."
Ministerpräsident Markus Söder bei der Verleihung der Rettungsmedaille

Am Abend des 18. Juli 2016 war die Hongkonger Familie Yau in der Regionalbahn von Treuchtlingen nach Würzburg unterwegs, als ein 17 Jahre alter Attentäter die schlafende Familie mit einer Axt und einem Messer attackierte. Der damals 30-Jährige versuchte noch, den Angreifer zurückzudrängen und stellte sich schützend vor seine Verlobte. Dabei wurde er selbst durch Stich- und Schnittverletzungen sowie durch einen Schlag mit der Axt auf den Kopf schwer verletzt. 

Da Shu Ping Yau an der Feierstunde in der Münchner Residenz nicht teilnehmen konnte, bekommt er die Bayerische Rettungsmedaille über das Deutsche Generalkonsulat in Hongkong ausgehändigt. Kürzlich erst hat der chinesische IT-Ingenieur seine Verlobte geheiratet.

Ehrung für weitere Lebensretter aus Unterfranken

Neben ihm ehrte der Ministerpräsident noch 42 weitere Lebensretter, darunter zahlreiche Unterfranken. Zum Beispiel rettete der Polizist Felix Amelingmeier einen älteren Mann, der von der Würzburger Löwenbrücke in den Main gesprungen war. Die Gemündener (Lkr. Main-Spessart) Jens Breitenbach und Andreas Deivel zogen einen Jugendlichen, der mit seinem Bein in einem vereisten Bach stecken geblieben war, aus dem eiskalten Wasser.

Hermann und Marco Dietz sowie Jürgen Rützel löschten ein Feuer in einem Haus in Greußenheim (Lkr. Würzburg) und brachten zwei ältere Bewohner ins Freie. Tobias Freibott aus Bad Bocklet (Lkr. Bad Kissingen) zog nach einem Autounfall einen bewusstlosen eingeklemmten Mann aus dem Wrack, während bereits Flammen aus dem Motorraum schlugen. Jürgen Ziegler aus Stadtlauringen (Lkr. Schweinfurt) rettete einem Mann das Leben, dessen Kleidung sich in einem brennbaren Dampf-Luft-Gemisch entzündet hatte, indem er ihn mit bloßen Händen von der brennenden Kleidung befreite.

59 Menschen bekommen Christophorus-Medaille

Seit 1952 haben 4 285 Menschen die Bayerische Rettungsmedaille erhalten. Darüber hinaus verlieh der Ministerpräsident auch an 59 Menschen die Christophorus-Medaille. Sie geht an Retter, die zwar nicht ihr eigenes Leben riskieren, doch deren Einsatz für sie selbst mit besonders schwierigen Umständen verbunden ist. Seit 1983 wurden mit der Christophorus-Medaille 1725 Menschen geehrt.

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